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Brief an einen homosexuellen Freund

Wenn es in der katholischen Lehre immer noch heißt, dass homosexuelle Handlungen moralisch nicht in Ordnung seien, wird schnell die Frage gestellt, wie das denn mit der homosexuellen Neigung aussehe. Ist die auch Sünde? Oder doch von Gott verliehen? Genetisch begründet? Erworben?

Die heikle Frage, ob «Homosexualität» eine psychische Störung oder eine Krankheit sei, können wir getrost aus der Theologie und der kirchlichen Verkündigung streichen: Welche Neigung, Ausrichtung oder menschliche Eigenheit eine Krankheit ist und was nicht, hat mit Theologie und christlichem Glauben nichts tun. Aber auch gar nichts.

Unabhängig von dieser Frage erreichen mich Anfragen von homosexuell empfindenden Menschen, die selbst davon überzeugt sind, dass ihre sexuelle Ausrichtung nicht in Ordnung ist. Menschen, die nicht fragen, ob eine homosexuelle Handlung gegen die Lehre der Kirche verstößt, sondern wie sie davon loskommen können.

Hier bin ich als Seelsorger gefragt; denn genau das ist mein Auftrag als Priester: Ängste zu nehmen, Tugenden zu stärken und Hoffnung zu schenken. Und vor allem von der Erlösung zu sprechen. Ich habe mich daher entschlossen, einen Brief als Anlass zu nehmen, der mich im Sommer 2019 erreicht, und dessen Frage zu beantworten. (Die Veröffentlichung hier geschieht mit Erlaubnis des Schreibers). Ich wollte den Brief und meine Antwort nicht nachträglich verändern, ergänzen oder gar neu formulieren, deshalb füge ich ein paar Ergänzungen zu den Ausführungen erst im Anschluss an. Nochmal: Ich habe die Voraussetzung des Briefes - eine homosexuelle Neigung ist nicht in Ordnung und homosexuelle Handlungen moralisch abzulehnen - nicht thematisiert. Die Fragestellung war schlicht eine andere.

(Sowohl der Brief als auch meine Antwort sind authentisch. Im Brief habe ich nur einen persönlichen Satz gestrichen; in meiner Antwort habe ich Überschriften und nur zwei, drei erläuternde Sätze bzw. Worte eingefügt - und Rechtschreibfehler korrigiert.)

1. Der kurze Brief

Hallo Herrn Van Briel,
kennen Sie Einrichtungen, die einen helfen seine homosexuellen Neigungen verschwinden zu lassen und heterosexuell zu werden!
(...)
Ich will nicht in Sünde leben und auch nicht in die Hölle kommen...
Mit freundlichen Grüßen
Steffen (Name geändert)

2. Eine etwas längere Antwort

Lieber Steffen!
Nun bin ich wieder aus meinem Urlaub zurück, und schreibe ich Dir nun sofort, wenn auch etwas kurz. Selbstverständlich kannst Du jederzeit noch nachfragen...

Weißt Du, alle Menschen haben Stärken und Defizite in ihrem Charakter, ebenso unterschiedlichste Neigungen; manche schon von Geburt an, andere durch Erziehung, Erlebnisse - und so weiter. Manche dieser Eigenschaften kommen erst im Laufe des Lebens, manche gehen wieder, andere sind nur vorübergehende Erscheinungen und gehören zu einer bestimmten Lebensphase. Damit meine ich zum Beispiel manche Menschen, die überempfindlich sind, oder jähzornig, manche langsam, vielleicht sogar antriebsschwach; andere unentschieden, schnell begeistert, unstet; wieder andere sind introvertiert, andere extrovertiert, manche reden am Stück, andere kriegen kein Wort über die Lippen - usw..
Und, das ist meine feste Überzeugung, dazu gehört auch die sogenannte «Homoerotik», also die Anziehungskraft, die das gleiche Geschlecht auf jemanden ausübt, oder die Homosexualität.
Für manche dieser Neigungen bzw. «Variablitäten» gibt es Namen, aber das Entscheidende ist: Keine dieser Neigungen macht jemanden zu einem schlechten Menschen. Ein Mensch wird nur dadurch «schlecht», wenn er auf Dauer Schlechtes tut - mit Absicht und trotz besseren Wissens.

Nun kann jeder Mensch sagen, dass er gerne von den Neigungen befreit sein möchte, die ihn zur Sünde verleiten. So verständlich das ist - es ist auch eine Flucht; denn sich von der Sünde fern zu halten, wird nicht unbedingt einfacher, wenn wir frei von allen Neigungen sind - im Gegenteil. Selbst wenn der Choleriker sich den Jähzorn «herausoperieren» lassen könnte, wäre er anschließend kein besserer Mensch geworden - sondern vielleicht sogar nur ins gegenteilige Extrem verfallen.
Wir sollen schon unsere Neigungen «im Zaum» halten, uns nicht von ihnen bestimmen lassen; hier und da müssen wir gegen den Zorn ankämpfen, uns zur Tat aufraffen und böse Worte herunterschlucken. Wir wachsen im Kampf und bilden unseren Charakter heraus: Wir werden so, wie wir sein wollen. Aber wenn wir all unsere ungeliebten und lästigen Neigungen «entfernen lassen» - mit Stumpf und Stil von jemandem anderen ausgerottet - hätten wir nichts gewonnen. Wir hätten uns nicht entwickelt, sondern nur ändern lassen.
Natürlich: Wenn eine Neigung Dich zur Sünde verführt, die über Deine Kräfte geht, und Du davon frei sein möchtest, dann kannst Du eine Therapie machen. Das bedeutet aber auch nichts anderes, als dass Du Dich darin übst, dieser Neigung nicht nachzugeben. «Therapie» heißt das «sich üben» dann; und wenn Dir jemand dabei hilft und dabei eine bestimmte Methode anwendet, ist er eine Art von Therapeut. Aber keine Therapie kommt ohne die eigene Mitwirkung aus.
Wichtig ist noch: In unserer christlichen Religion spielt es für die Frage, wer «in die Hölle kommt» keine Rolle, wieviel Neigungen zur Sünde ein Mensch hat. Und es spielt auch keine Rolle, wie oft er diesen Neigungen erliegt. In unserer christlichen Religion ist viel wichtiger, dass wir einen Erlöser haben. Dass wir also für unser Versagen Gott um Verzeihung bitten können. Dazu gehört zwar auch, dass man (1) nicht sündigen möchte und (2) eine Sünde nicht leugnet oder weg-erklärt; aber viel entscheidender ist: Nimmst Du Jesus als Deinen Erlöser an und vertraust Du ihm? Das (!) entscheidet über Himmel und Hölle. Viel mehr als Dein Tun.

Das Ganze habe ich Dir deshalb geschrieben, weil ich Dich erst einmal beruhigen möchte. Eine homosexuelle Neigung ist lästig (wenn man sie nicht will), aber sie ist definitiv kein Verdammungsgrund. Viele sexuelle Neigungen sind nur ganz, ganz schwer loszuwerden, selbst wenn sie gar nicht zu den schlimmsten Sünden führen.

Das andere, was ich Dir deutlich machen will, ist, dass es zwar Möglichkeiten der Therapie gibt, diese Dir aber nicht die Mühen abnimmt, Dich zu ändern. Da wird nicht «irgendetwas» mit Dir gemacht, sondern Du musst etwas wollen und tun; und jemand anderes hilft Dir dabei.
Ich habe allerdings keine Ahnung, ob es jemanden gibt, der so eine Hilfe anbietet. Ich habe mehrere Artikel von Gerard van den Aardweg gelesen, der auch beschreibt, welche Gründe es gibt, homosexuelle Neigungen zu entwickeln, oder wie eine Abkehr davon aussieht. Diese haben mich schon überzeugt. Aber es ist ja auch nicht meine Aufgabe, Therapien zu empfehlen oder zu vermitteln; weder in diesem Fall noch in anderen Konflikten. Da musst Du dich also selber informieren. Nur, bedenke: Keine einzige Therapie in der Welt funktioniert ohne die Anstrengung, Mitarbeit und den Willen der Hilfesuchenden.

Ich hoffe, ich habe Dir damit Deine Ängste vor der Hölle nehmen können - Angst ist nie ein guter Grund für irgendetwas. Da kein Mensch ohne eine Neigung zur Sünde existiert, kann Dir auch jeder Mensch helfen, Rat geben und Begleiter sein: Letztlich sitzen wir alle im gleichen Boot. Wir Christen glauben allerdings an Jesus, der mit uns im Boot ist. Ohne Angst vor unseren Sünden und Neigungen.

Liebe Grüße und Gottes Segen! - Peter

3. Eine noch längere «Anleitung zur Selbsttherapie»

Nicht nur in Deutschland wird darüber nachgedacht, ob eine Therapie von Homosexuellen verboten werden sollte - mit der Begründung, eine solche «Konversionstherapie» betrachte die Homosexualität als eine Krankheit, die bekämpft werden müsse. Letztlich würde den Betroffenen damit nur noch größeres Leid angetan, anstatt sie von einem imaginären Leid zu befreien. Ursache des Leidens von homosexuell empfindenden Menschen sei schließlich die Ablehnung durch die Gesellschaft, Familie und Freunde - und nicht etwa die Neigung selbst.
Dem stimme ich insoweit zu, dass ich die therapeutische Eliminierung von homosexuellen Neigungen ebenfalls ablehne. Aber dennoch leiden Betroffene nicht nur deshalb unter ihrer homosexuellen Neigung, weil sie von anderen in ihrem sexuellen Empfinden diskriminiert werden - oder Angst davor haben. Deshalb ist es interessant, was der niederländische Psychologe G. J. M. van den Aardweg in seinen jahrelangen Forschungen und Begleitungen von (schließlich mehr als 300) Homosexuellen entdeckt hat. Um es kurz wiederzugeben: Van den Aardweg meint, Homosexualität sei keine Krankheit, keine Neurose und keine psychische Störung, sondern ein Symptom. Nicht das Symptom müsse korrigiert oder behandelt werden; vielmehr müssten die zugrundliegenden Ursachen angeschaut werden. Diese Ursachen sieht van den Aardweg ausschließlich in der Entwicklung der menschlichen Psyche begründet.

Neuere Forschungen (so die groß angelegte Studie von Andrea Ganna et. al., veröffentlich in Science am 30. August 2019; Vol. 365, Issue 6456, eaat7693, DOI: 10.1126/science.aat7693) bestätigen die Behauptung van den Aardwegs, dass es daneben keine genetischen Ursache gibt.

Deshalb hat van den Aardweg ein Büchlein herausgegeben, dass zwar mit «Selbstherapie für Homosexuelle» betitelt ist, dabei aber nicht die Homosexualität therapieren will, sondern die ihr zugrundeliegenden psychischen Mechanismen.

Wie schon erwähnt, lehnen manche Menschen jedwede Therapie im Zusammenhang mit der sexuellen Ausrichtung ab. Das ist ihr gutes Recht im Hinblick auf sich selbst; aber eine solche Möglichkeit auch anderen zu verbieten, die daran Interesse haben, verstößt gegen die Therapiefreiheit in Deutschland. Als Begründung wird zwar gelegentlich genannt, dass eine Therapie, die nicht aus freien Stücken geschieht, gegen die Menschenwürde verstößt - und die Homosexuellen, die um eine solche Therapie frei bitten, seien letztlich durch Moral und Gesellschaft dazu gezwungen. Van den Aardweg hält diesen Einwand jedoch für nicht angebracht: Jede Therapie kann nur dann eine Wirkung entfalten, wenn der Betroffene mit freien Willen, eigenem Verstand und emotionaler Energie an sich selbst arbeitet. Ob ihm dann ein ausgebildeter Therapeut, ein guter Freund, Lehrer oder Seelsorger hilfreich zur Seite steht, ist ebenfalls dessen freie Wahl.

Ich selber bin Priester, Theologe und Seelsorger; ich bin kein Psychologe und kein Therapeut. Ich fühle mich nicht kompetent, van den Aardweg's Dienst fachlich einzuschätzen oder auszuüben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle das Büchlein von van den Aardweg empfehlen und Dich bitten, Dir eine eigene Meinung zu bilden:

Selbsttherapie von Homosexualität: Leitfaden für Betroffene und Berater
Autor: Gerard J. van den Aardweg
Taschenbuch: 208 Seiten, 8,95 €
Verlag: SCM Hänssler; Auflage: 2., Aufl. (5. Mai 1999)
ISBN-10: 3775124691
ISBN-13: 978-3775124690

Informativ und erhellend ist auch der wikipedia-Eintrag zu van den Aardweg:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerard_J._M._van_den_Aardweg

 

4. Drei Anmerkungen

1. Warum wir uns nicht für die Frage nach «Krankheit» interessieren
Manfred Lütz hat in seinem netten Büchlein «Irre! - Wir behandeln die Falschen!» sehr eindrucksvoll beschrieben, dass unser alltägliches Bild von Krankheit nicht dem entspricht, was in der Medizin gilt. Denn tatsächlich gibt es viele Menschen, bei denen eine psychische Krankheit diagnostiziert wurde, die weitaus «normaler» sind als andere, die dagegen als gesund gelten.

Manfred Lütz nennt Dieter Bohlen als Beispiel (ich würde mich das ja nicht trauen), der sich im Fernsehen sehr viel «kranker» benehme, als viele der Patienten, die Lütz behandelt. Sicherlich können wir noch so einige Stars, Politiker und Sportler benennen, für die ähnliches gilt.
Der entscheidende Punkt ist: Ärzte diagnostizieren erst dann einen Patienten, wenn dieser um eine Behandlung bittet. Jede Diagnose dient allein dem Zweck, die richtige Methode zur Linderung des persönlichen Leids zu finden. Wer nicht leidet und auch nicht behandelt werden will, braucht keine Diagnose und empfindet sich selbst auch nicht als krank. Obwohl die Gesellschaft da oft anderer Meinung ist.

Die Theologie dagegen will nicht behandeln, weil sie mit ihren Methoden keine medizinischen oder psychiatrischen Leiden therapieren kann. Deshalb beteiligt sie sich nicht an Diagnosen und Definitionen von gesund oder krank.
Im christlichen Glauben ist vor allem eines wichtig: Jeder Mensch ist ein wunderbares Geschöpf Gottes, mit einer unverlierbaren Würde ausgestattet und unendlich wertvoll. Daran ändert sich durch dessen Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorzügen und Nachteilen, Begabungen und Defiziten nichts. Absolut rein gar nichts.

Die Theologie und die Seelsorge fragen nicht nach der psychischen oder physischen Beschaffenheit des Menschen (und auch nicht nach seinem sozialem Status oder seiner finanziellen Ausstattung). Wir beschäftigen uns mit den Taten und den Absichten der Menschen (beides hängt nämlich eng zusammen). Vor allem mit den Absichten und Taten in Bezug auf andere Menschen, also dessen Beziehungsgeschehen. Nicht das, was ein Mensch ist, sondern das, was ein Mensch sein will und tut, spielt eine Rolle.


2. Warum wir keine Etiketten mögen
Für einen Mediziner mag eine Diagnose hilfreich sein. Die braucht er, um seine Behandlungsmethode zu wählen. Aber manchmal ist eine Diagnose wie ein Etikett, das wir einem Menschen aufkleben. Wir Christen haben nichts gegen Diagnosen, aber wir mögen keine Etiketten.
Denn so ein Etikett führt manchmal dazu, dass wir nicht nur unsere Ausstattung mit Fähigkeiten und Defiziten als unabänderlich hinnehmen. Das wäre ja tatsächlich zu diskutieren: Manches von dem, was wir sind, können wir tatsächlich nicht ändern. Aber wenn wir aufgrund eines Etikettes denken, dass wir nun nicht mehr dazu aufgerufen sind, die etikettierten Handlungen zu vermeiden, dann hat das eine fatale Wirkung: «Ich kann ja nichts dafür, dass ich so handle. Ich bin halt so, das haben die Ärzte bestätigt. Also kann ich so bleiben, wie ich bin!» Das ist aber für jede Therapie der Tod. Diagnosen werden doch genau deshalb gestellt, damit man sich ändern kann!

Etiketten können wohltuend sein, weil sie die Illusion zerstören, ich wäre schuld an meiner Neigung. «Früher dachte ich, ich wäre verrückt oder ein schlechter Mensch. Jetzt weiß ich, ich bin ein X!» (Wobei man für X alles einsetzen kann, von «Borderliner» oder «Touretti» bishin zu «Choleriker» oder «Legastheniker»). Aber nur, weil man eventuell nicht verantwortlich für seine Neigung ist, bedeutet das nicht, dass deshalb alle meine Handlungen in Ordnung sind. Anzuerkennen, dass es nicht gut ist, weiterhin Dinge zu tun, die mir und anderen Menschen das Leben schwer machen, ist die Voraussetzung für jeden Änderungswillen (und zudem eine soziale Selbstverständlichkeit!). Es mag sein, dass durch eine spezielle Diagnose deutlich wird, dass wir weniger für unsere Handlungen verantwortlich sind als andere. Oder dass es uns schwerer fällt, unser Verhalten zu ändern. Aber keine Diagnose ist ein Etikett, das sagt: «Alles gut, mach nur weiter so!»

Einem guten Seelsorger (und in dieser Hinsicht sollte jeder Christ ein guter Seelsorger sein) geht es also vor allem um das richtige Handeln, die rechte Absicht und die innere Gesinnung. All dies ist nötig, um erfüllte Beziehungen zu knüpfen. Dazu leben wir, und nur so werden wir glücklich. Ganz nebenbei sind wir davon überzeugt, dass wir beim Streben nach einer Verhaltensänderung auch unser Sein ändern. Deshalb kann man schon von Therapie sprechen, wenn wir uns auf unserem Lebensweg gegenseitig begleiten, stützen und helfen. Dazu braucht es aber nur eine einzige Diagnose: Dass wir alle Sünder sind. Und die Überzeugung, dass die Therapie dafür - unsere Erlösung - durch den besten Arzt überhaupt geschenkt wird: Dem menschgewordenen Gott Jesus Christus.


3. Worauf es uns Christen ankommt
Wir können Handlungen als moralisch unzulässig erkennen (zum Beispiel Mord, Folter, Vergewaltigung oder Entführung). Aber der Mensch, der zu diesen Taten neigt, ist deshalb nicht schlecht, böse oder verwerflich. Egal, welche Neigungen Du hast, welche Charaktereigenschaften, erlittenen Traumata und psychischen Voraussetzungen: Du bist dazu berufen, ein Kind Gottes zu sein.

Deshalb hat Papst Franziskus (auf seinem Heimflug von Rio nach Rom, auf einer der berühmten «Pressekonferenzen in den Wolken») im Juli 2013 gesagt: «Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?» - Das war keineRevolution, sondern urchristliche Anerkennung der Würde aller Menschen.

Aber noch wichtiger ist eine spezifische Eigenheit des Christlichen (vielleicht sogar des Katholischen): Du kannst zu jedem Zeitpunkt Deines Lebens eine vollkommene Beziehung zu Gott eingehen. Du kannst jederzeit heilig werden. Falls Du auf den falschen Weg sein solltest: Du kannst jederzeit umkehren. Niemals ist ein Mensch verloren; niemals sagen wir zu jemanden: Es ist zu spät, sich jetzt noch zu ändern. Immer gilt: Auch mit Deiner Lebensgeschichte kannst Du den Himmel wählen. Auch mit Deinen Defiziten und Fähigkeiten kannst Du Gutes tun und Böses lassen. Auch mit Deinem Charakter ist eine Beziehung zu Gott wunderbar möglich: Weil Gott eine Beziehung zu Dir geknüpft hat und Dich nicht aufgibt. Niemals. Er liebt Dich. Wie er seinen eigenen Sohn liebt, so liebt er auch Dich.