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FAQ (frequently asked question) zum katholischen Glauben
Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche
In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail)
entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.
Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du
willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.
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Kann Gott einen Stein schaffen,
der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann?
Die Frage ist ein alter Trick, der bereits in der mittelalterlichen Philosophie
diskutiert wurde. In diesen Komplex gehören allgemein die Fragen:
"Kann ein Allmächtiger etwas schaffen, dass seine Allmacht begrenzt?"
Das ist ein (scheinbarer) Gegenbeweis zu dem nicht näher bestimmten
Begriff "Allmacht".
Die Philosophen damals haben schnell erkannt, dass man näher bestimmen
muss, was "Allmacht" heißt. Allmacht kann nicht bedeuten,
dass man schlicht und einfach ALLES kann - also auch in sich widersprüchliche
Dinge, zum Beispiel ein grünes Rot. Ein Allmächtiger kann auch
nicht sich selbst aufheben - indem er zum Beispiel ab morgen 11.00 Uhr
nicht mehr existiert. Mit anderen Worten: Allmacht heißt nicht,
dass jemand Alles kann, auch Sinnloses; Allmacht heißt, dass jemand
alles kann, was sinnvoll ist.
Gott kann nicht böse sein, er kann nicht ungerecht sein, er kann
nicht sich selbst vernichten, er kann nicht hässlich sein, er kann
keinen Gott erschaffen, der mächtiger ist als er und er kann auch
keinen Stein erschaffen, den er nicht heben kann usw. Gott ist allmächtig,
weil er alles kann, was gut und sinnvoll ist - was seinem Wesen entspricht.
Am wichtigsten für unseren christlichen Gott ist vor allem: Er kann
keinen Menschen erschaffen, der fähig ist zu lieben, und gleichzeitig
dessen Freiheit beschneiden (das wird übrigens in dem Film "Bruce
allmächtig" gut dargestellt). Deshalb macht sich Gott selbst
zum Opfer des von ihm erschaffenen Menschen: Nur so, indem Gott sich dem
Willen des Menschen beugt, kann er dessen Liebe gewinnen. Jesus am Kreuz
ist kein Zeichen der göttlichen Ohnmacht, sondern seiner Allmacht:
Er kann alles, was die Liebe des Menschen fördert, sogar leiden und
klein sein.
Wenn Gott allmächtig ist -
woher kommt dann das Leid? Ist Gott vielleicht gar nicht gütig?
Der Gedanke findet sich schon bei den alten Griechen: Wenn ein Gott gütig
und allmächtig ist, darf es kein Leid auf der Welt geben. Da es aber
Leid in Hülle und Fülle gibt, ist Gott entweder gütig -
aber er kann nicht helfen, ist also nicht allmächtig. Oder
er ist zwar allmächtig, aber er will nicht helfen - dann ist
er nicht gütig.
Diese Frage ist so grundlegend und Gegenstand von zahlreichen
Abhandlungen, dass sie sogar einen eigenen Namen bekommen
hat: Die "Theodizee-Frage" (die "Frage
zur Rechtfertigung Gottes").
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn selbst
wenn wir wüssten, dass Gott nur deshalb nicht eingreift,
weil er unsere Freiheit respektiert, stellt sich die Frage,
warum er nicht einen Menschen geschaffen hat, der seine Freiheit
nicht missbraucht und dadurch Leid verursacht.
Die Lösung der Theodizee liegt allerdings schon in dem Geheimnis
der menschlichen Freiheit begründet: Gott lässt uns sündigen
und hindert uns nicht, auch anderen Menschen durch unsere Sünde Schaden
an Leib und Seele zu zufügen, weil er unsere Freiheit sehr viel höher
einschätzt. Erst durch das Geschenk der Freiheit ist der Mensch nämlich
in der Lage, zu lieben. Und diese Liebesfähigkeit wird von Gott so
hoch angesetzt, dass er eher seinen eigenen Sohn leiden lässt, als
uns die Freiheit wieder zu nehmen.
Aber wir müssen uns eingestehen, dass wir diese Frage
nicht wirklich zufriedenstellend beantworten können.
Das Böse ist immer ein Mangel am Sein, weniger Sein,
weniger Sinn: Und damit für uns prinzipiell nicht verstehbar.
Nur Gott kann das Böse begreifen, weil er auch aus dem
Nichts etwas Sinnvolles schaffen kann.