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FAQ (frequently asked question) zum Ersten Gebot
Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche
In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail)
entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.
Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du
willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.
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Erstes Gebot: Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst
keine anderen Götter neben mir haben.
Im biblischen Original heißt es:
Exodus 20, 2-6: (vermutlich die jüngere Fassung) Ich bin
Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem
Sklavenhaus.
Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein
Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben,
auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht
verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich
die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten
Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise
ich Tausenden meine Huld.
Deuteronomium 5, 6-10: (vermutlich die ältere Fassung) Ich
bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus
dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas darstellt am
Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht
verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich
die Schuld der Väter an den Söhnen und an der dritten und vierten
Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise
ich Tausenden meine Huld.
Verstößt die katholische Kirche nicht
gegen dieses Gebot?
... in den katholischen Kirchen hängen doch massenweise Bilder:
Von Heiligen, von Jesus und manchmal sogar von Gott, dem Vater!
Tatsächlich, das stimmt. Bereits die ersten Christen haben sich
über dieses Gebot hinweg gesetzt und Bilder von Jesus gemalt und
verehrt. Sie waren davon überzeugt, dass das Gebot in der Zeit nach
der Menschwerdung Jesu anders gedeutet werden muss; denn in Jesus hat
Gott sich ja selbst ein menschliches Antlitz gegeben.
Die frühen Christen haben dieses Gebot dann so verstanden, dass nur
noch die Bilder verboten sind, die anstelle eines Gottes treten und als
Götzen verehrt werden (wie z.B. die römischen Götterstatuen,
Amulette und Glücksbringer).Das ist schon faszinierend: In einem
Konzil im 5. Jahrhundert wurde die Bilderverehrung offiziell erlaubt -
obwohl es eindeutig gegen die alttestamentlich biblische Lehre verstößt
(das Neue Testament schweigt zu dieser Frage). Es gilt seitdem die Regel
(grob gesagt), dass die christliche Tradition gegenüber dem Alten
Testament einen höheren Stellenwert hat und gleichwertig mit dem
Neuen Testament ist. Gerade an diesem Punkt scheiden sich allerdings ganz
heftig die katholischen und evangelischen Geister...
Lies dazu ruhig die Katechese über die Bedeutung der
Tradition der Kirche.
Ist das nicht unfair: Gott straft die Söhne
für das, was die Väter getan haben?
Ja, das ist unfair; zumindest sehen wir das heute so. Damals verstand
eine Familie sich fast wie ein einziger Organismus - und da war die Drohung
Gottes, über drei und sogar vier Generation die Schuld zu verfolgen,
nur ein Ausdruck einer besonders schweren Strafe. Heute ist es besser,
wenn wir diesen Ausdruck nicht wörtlich nehmen.
Wer glaubt den heute noch an mehrere Götter?!
Kaum einer - das stimmt. Aber es geht bei diesem Gebot auch nicht nur
um den ausdrücklichen Glauben an mehrere Götter. Paulus schreibt
einmal: "Ihr Gott ist ihr Bauch". Demnach kann also auch ein
überzeugter Monotheist (=jemand, der an nur einen Gott glaubt) gegen
das erste Gebot verstossen, wenn ihm z.B. die Börsenkurse wichtiger
sind als die Nächstenliebe - oder wenn das Ausschlafen anstelle des
Sonntagsgottesdienstes tritt - oder wenn er auf einer Party bestreitet,
ein Christ zu sein, weil er Eindruck schinden möchte.
Du kannst also auf (mindestens) zweierlei Art gegen das erste Gebot verstossen:
Wenn Du ausdrücklich an weitere Götter glaubst - oder wenn Du
so handelst, als ob es anderes gibt, das ebenso wichtig ist wie unser
Gott.