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FAQ (frequently asked question) zur Gemeinschaft der Heiligen

Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche

In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail) entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.

Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.

Darf man überhaupt zu den Heiligen beten? Soll man nicht Gott alleine anbeten?

Die katholische Kirche unterschiedet zwischen ANBETUNG und GEBET. Ein Gebet zu den Verstorbenen, den Heiligen oder Seligen ist in Ordnung, ja, es ist sogar katholischerseits erwünscht. Dabei dürfen die Verstorbenen auch um ihre Hilfe gebeten werden.
Die ANBETUNG gebührt alleine Gott. Der Unterschied wird im Deutschen nicht so deutlich, in anderen Sprachen unterscheiden sich die Begriffe für die beiden sehr verschiedenen Haltungen nicht nur durch eine kleine Silbe, sondern sind ganz andere Worte: z.B. im Englischen PRAYER - und WORSHIP oder ADORATION. Die Adoration ist allein für Gott reserviert und beinhaltet Hingabe und Verherrlichung Gottes - das auf Maria oder andere Heilige zu übertragen, wäre tatsächlich Blasphemie oder Vielgötterei.

Maria und die anderen Heiligen und Seligen um Hilfe zu bitten, in Krankheit und Nöten - das ist in Ordnung. Genauso, wie wir lebende Menschen darum bitten können, für uns zu beten und uns zu beschützen, können wir auch die Verstorbenen darum bitten, von denen wir glauben, dass sie bereits bei Gott sind. Daran ist nichts falsches. Übrigens finden wir diesen Brauch zu allen Zeiten in allen Bereichen der Kirche; das zeigt auch das älteste Mariengebete ("Unter Deinen Schutz und Schirm...", vermutlich aus dem 3. Jahrhundert), das schon die allerersten Christen gebetet haben:

Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin.
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
O, Du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin,
versöhne uns mit Deinem Sohn,
empfiehl uns Deinem Sohn,
stelle uns vor Deinem Sohn.

Amen.

Die Katholiken beten also keine Marienfiguren oder Heiligenstatuen an?

Nein. Niemals.

Warum betet Ihr nicht direkt zu Gott? Warum der Umweg über Maria und die Heiligen?

Wir Katholiken verstehen das Gebet zu den Heiligen nicht als Umweg zu Gott. Im Grunde beten wir immer zu Gott - nur Gott ermöglicht uns ja auch den fortwährenden Kontakt zu den Heiligen. Es ist vielmehr so, dass aus der Anbetung Gottes folgt, dass wir auch die lieben, die bei Gott sind.

Wir erweiteren also unsere Gemeinschaft mit Gott um die, die auch in der Gemeinschaft stehen. Wer Gott näher kommt, kommt auch denen näher, die bei ihm sind.

Maria und die Heiligen sind also kein Umweg, weil sie sich erst gar nicht in den Weg zu Gott stellen (wäre auch nicht sonderlich heiligmäßig, wenn sie es täten).

Wer einmal in die liturgischen und kirchlichen Gebete zu den Heiligen hineinschaut, wird feststellen, dass dort Gott immer an erster und letzter Stelle steht. Es gibt keine Konkurrenz (so wie die Liebe eines Vater zu seinen Kindern auch keine Konkurrenz ist zu der Liebe zu seiner Frau. Wer seine Frau liebt, wird auch die Kinder lieben - denn sie befinden sich ebenfalls im Herzen der Mutter).

In Dtn 18, 10-12 steht doch, dass wir nicht mit den Toten reden sollen!

In Deuteronomium 18, 10-12 steht: Es soll bei dir keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, keinen, der Losorakel befragt, Wolken deutet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem Herrn ein Greuel. Wegen dieser Greuel vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir.
Widerspricht das nicht dem katholischen Brauch der Heiligenverehrung?

Nein - denn es geht hier um widergöttliche Praktiken, um Zauberei und Magie. Magische Handlungen zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie ohne Gott (manchmal auch gegen Gott) durchgeführt werden. Die Totenbefragung zielt außerdem auf eine "Informationsbeschaffung" über den Weg der Totenbeschwörung. Das ist etwas ganz anderes, als mit den Verstorbenen in Liebe verbunden zu bleiben.

Wir fragen die Verstorbenen nicht um Rat. Wir bitten sie um Fürsprache bei Gott und um die Kraft, genauso wie sie Gott alles in die Hände zu legen. Warum sollte Gott das missfallen?