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FAQ (frequently asked question) zum katholischen Glauben

Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche

In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail) entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.

Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.

Zur Hölle: Dass es sie geben muss, als logische Konsequenz zum freien Willen, das kann ich einsehen. Aber warum muss sie immer mit körperlichen Schmerzen verbunden sein? Gott abzulehnen könnte doch auch einfach zur Folge haben, kein ewiges Leben zu haben. Statt auf dem Nullpunkt zu bleiben, wird es negativ – sehr negativ. Den Gedanken, dass so viele gute Menschen ewige Schmerzen erleiden werden, weil sie nicht an Gott glauben – das ist wirklich kein schöner Gedanke. Warum?

Du hast vollkommen recht mit der Sichtweise von Hölle, ich sehe das genauso wie Du. Deshalb lehne ich auch eine Vorstellung einer Hölle mit quälenden Teufelchen oder Feuersqualen ab (meine Meinung nach ist die Hölle kalt). Hölle, das heißt ja in Wirklichkeit: "Ich will nicht bei Gott sein".
Die Alternative, die Hölle jedoch nur als "Nicht-Existenz" zu definieren, verbietet sich jedoch aus zwei Gründen: Einmal wäre es nicht gerecht, wenn Gott den freien Willen des Menschen zur Gottesferne mit dessen Auslöschung beantwortet; und zum anderen gibt es einfach zuviele Stellen in der Bibel, die ein Leben ALLER Menschen nach dem Tod bezeugen.

Wenn die Hölle früher mit vielen Qualen geschildert wurde (in Erzählungen, Predigten und vor allem in Bildern) und der Schmerzcharakter so betont wurde, geschah das nicht nur aus theologischen, sondern eher aus psychologischen oder pädagogischen Gründen: Man glaubte so die Menschen erziehen zu können. Die seelischen Qualen ließen sich einfach nicht so darstellen bzw. konnten vom zu unterrichtenden Volk nicht nachvollzogen werden. Also malte man die Hölle so drastisch aus wie es geht. Sicherlich wurde der gewünschte Zweck erreicht: Keiner will gerne in die Hölle. Aber dabei ging etwas viel Wichtigeres verloren: Die Liebe. Denn man sollte nicht aus Angst vor der Hölle an Gott glauben, sondern weil Gott so liebenswert ist.

Die Frage, warum Gott nicht einfach die Existenz aufhebt, anstatt die Menschen zu bestrafen, stellt sich nicht mehr, wenn es die Strafe nicht gibt - sondern die Hölle für den jeweiligen Menschen die jeweils durch den freien Willen gewählte Option ist.

Nach der Lehre der römisch- katholischen Kirche wird jedoch genau diese ewige Verdammnis all denjenigen zuteil, die z.B....
- als Katholiken die Unfehlbarkeit des Papstes in bestimmten Belangen für sich in Frage stellen,
- als Katholiken nicht an die „unbefleckte Empfängnis Mariens“ glauben,
- als Katholiken dennoch nicht akzeptieren können, dass die römisch- katholische Kirche die einzig selig machende Religion sei,
- als Katholiken im Stande einer „schweren“ Sünde sterben,
- einer anderen Religion angehören (z.B. evangelische Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, „Heiden“ u.v.a.m.), die römisch- katholische Lehre kennen gelernt haben, jedoch ihrem Glauben treu geblieben sind.

In die Hölle kommt, wer sehenden Auge zu Gott "NEIN" sagt - und nicht der, der die Unfehlbarkeit des Papstes ablehnt - vor allem, wenn er nicht einmal genau verstanden hat, was es damit auf sich hat. Ebenso nebensächlich ist die Unbefleckte Empfängnis Mariens oder die Allein-selig-machende-Kirche.

Natürlich halte ich diese Dinge für WAHR - und ich denke, es ist immer von Nachteil, die Augen vor der Wahrheit zu schließen. Aber ich kann diese Dinge begründen und erklären und verständlich machen - andere können es vielleicht nicht und haben bislang noch niemanden getroffen, der es erklärt hat. Dafür hat Gott mit Sicherheit (und die Kirche erklärtermaßen) Verständnis. Wir verlangen nicht einfach nur den Gehorsam und drohen bei Verweigerung mit der Hölle. Das ist ein Zerrbild der Kirche, die es so noch nicht einmal im Mittelalter gegeben hat.

Ein Gott, der die Hölle gemacht hat, verdient, als einziger darin zu braten (Karlheinz Deschner)! Diesen Satz mache ich mir persönlich zutiefst zu eigen. Oder hat Gott die Hölle nicht gemacht? Dann hat es der Mensch getan - die Kirche hat sich die Hölle ausgedacht hat, um die Menschen gefügig zu machen.

Nein - Gott hat die Hölle nicht gemacht, aber auch nicht die Kirche. Die Hölle entsteht, weil Menschen sich der Liebe Gottes verweigern. Dass Gott diesen Menschen dieses Nein nicht austreibt, die Hölle also hinnimmt, ist ein Akt der konsequenten Liebe. (Siehe auch die Katechese "Leben nach dem Tod").