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FAQ (frequently asked question) zu "Maria"
Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche
In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch
Anfragen (vor allem per eMail) entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.
Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann
maile mir! Wenn Du willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.
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Brauche ich Maria, um in den Himmel zu kommen?
Die Frage ist eigentlich ziemlich lieblos gestellt. Es geht ja bei "Eintritt"
in den Himmel nicht um "richtigen" oder "falschen"
Glauben, sondern um Deine lebendige Beziehung zu Gott und Jesus Christus.
Die Frage, die letztlich entscheidet, ist: "Liebe ich Gott so sehr,
dass ich eine Ewigkeit mit ihm verbringen möchte?".
Nun, wenn Du die Frage mit "Ja" beantwortest (was Du nur kannst,
da Jesus Christus uns durch sein Opfer "liebesfähig" gemacht
hat - uns die Gande geschenkt hat zu lieben), dann stellt sich die Frage,
was das für Konsequenzen hat. Wenn Du zum Beispiel sagst: "Ich
liebe Gott" - aber den Nächsten nach Strich und Faden verarscht,
dann dürfte Deine Liebe ziemlich sicher geheuchelt sein, oder?
Was aber, wenn Du sagst: "Ich liebe Jesus Christus über alles"
- und gleichzeitig sagst: "Mit seiner Mutter kann ich aber nichts
anfangen" - ist dann Deine Liebe wirklich echt? Warum liebst Du nicht
auch die, die von Jesus vermutlich mehr als alle anderen Menschen geliebt
wurde?
Es geht also nicht darum, ob Du Maria "brauchst", um in den
"Himmel zu kommen". So denkt nur ein Buchhalter. Es geht darum,
ob Du Jesus wirklich in Dein Herz geschlossen hast. Ein Kriterium für
die Echtheit Deiner Liebe ist Dein Verhalten zu Maria.
Wozu aber Maria, wenn es doch keine Mittlerin zum Mittler geben kann?
Natürlich hast Du recht - es gibt keinen Mittler zu Gott außer
Jesus. Auch Maria kann nicht Jesus ersetzen oder ein notwendiger Mittler
zu Jesus sein ("ein Mittler zum Mittler"). Aber, sei doch einmal
ehrlich: Wärst Du wirklich zu Jesus gekommen - ohne Deine Eltern
oder eine Freundin, ohne den Pastor oder die Gemeinde? Wir alle sind doch
auch Mittler, Vermittler - wir haben durch die Taufe Anteil an der Mittlerschaft
Jesu. Wir nennen das "das allgemeine Priestertum". Und was für
uns gilt (auch für Dich: Du sollst auch ein Mittler sein!), das gilt
doch auch für Maria, oder?
In der Schrift steht aber nichts von einer Verehrung Mariens. Marienverehrung ist unbiblisch, oder?
In der Schrift steht: (Lukas 1, 48) "Denn auf die Niedrigkeit seiner
Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter."
- Dürfen wir Maria nicht selig preisen? Es steht doch selber in der
Bibel!
Eine "Marienpreisung" oder eine "Marienverehrung"
ist zumindest nicht unbiblisch. Eher scheint mir die Ablehnung
der "Preisung Mariens" unbiblisch. Sieh es einmal so: In der
Bibel steht nirgendwo "Du darfst Maria nicht selig nennen, sie nicht
preisen" - nirgendwo, ich habe die Bibel gelesen. Aber es steht eben:
"Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter."
Wenn Du mich also fragst, warum "Wohlan, wie kriege ich also einen
gnädigen Gott?" - dann ist die Antwort einfach: Liebe Jesus
Christus mit ganzem Herzen und ganzer Kraft; sei ein Zeuge dieser Liebe
- ein Mittler oder eine Mittlerin; und halte Dich an das, was die Bibel
sagt. - Alle drei Punkte sprechen unbedingt für eine lebendige, preisende
Beziehung zur Mutter Jesu. Oder nicht?
Wie soll das gehen: Jungfrau und Mutter zugleich?
Dass Maria als Jungfrau ein Kind bekommen hat, "geht nicht",
das ist klar. Das hat ja auch schon Maria so gesehen, als der Engel ihr
angekündigt hat, dass sie ein Kind bekommen wird. Es handelt sich
also um ein Wunder. Aber warum sollte Gott nicht ein solches Wunder vollbringen?
Ob Gott nun die Welt erschafft, Maria Jungfrau war, Jesus einen Blinden
heilt, übers Wasser geht oder von den Toten wieder aufersteht, widerspricht
allemal den Naturgesetzen. Aber diese "Gesetze" sind ja keine
absoluten Grenzen, sondern beschreiben nur die Art und Weise, in der die
Natur normalerweise funktioniert. Um aber Besonderes anzukündigen
oder zu offenbaren, kann doch Gott einmal eine andere Vorgehensweise wählen
als sonst üblich? Unser Gott ist eben kein 08/15 Gott; er ist immer
für eine Überraschung gut.
In der Bibel steht doch, dass Jesus Brüder hatte - also kann das nicht ganz stimmen,
mit der Jungfrau Maria!
Im hebräischen Sprachraum steht "Brüder" und "Schwestern"
für den engeren Verwandtenkreis, es können sich also genauso
gut um Vettern und Kousinen gehandelt haben. Andere Stellen in der Hl.
Schrift legen das nahe.
War das die "Unbefleckte Empfängnis"?
Es ist bis heute ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Jungfrauen-Geburt
gleichzeitig die "Unbefleckte Empfängis" sei - als wenn
die Geburt eine Frau beflecken würde! So etwas hat - trotz aller
hartnäckigen Gerüchte - die katholische Kirche niemals geglaubt
oder gelehrt.
Die "Unbefleckte Empfängnis" meint vielmehr, dass Maria
schon bei IHRER Empfängnis, also als Marias Mutter Anna schwanger
wurde, vor aller Sünde bewahrt geblieben ist.
Zu diesem folgenschweren Irrtum steht auch etwas in der
Katechese zu "Sexualität aus Sicht der katholischen Kirche"
von Peter.
Ist die Marienverehrung übertrieben?
Klar: Unterschied zwischen Anbeten und zu jemanden beten.
Verehrung ist kein Anbeten. Verehrung, weil hilfreich für meinen Glauben: So wie Petrus in seiner Schwäche, der Schächer am Kreuz, so auch Maria. Ja, so Maria vor allem.
Übertrieben ist dann eine Marienverehrung, wenn sie diese Unterschiede leugnet oder verwischt. Dabei kann es sogar erlaubt sein, Maria mehr in den Vordergrund zu rücken, wenn dadurch der Weg zu Christus geebnet wird.
Kann man nicht auch ein guter Christ sein - ohne Maria?
Es ist zunächst schwierig, letztlich (aus praktischer Erfahrung) aber unmöglich, an einen isolierten Christus zu glauben und nur ihn zu verehren. Einmal, weil es einem wirklich glaubenden und liebenden Menschen nicht möglich ist, einem ebenso glaubenden und liebenden Menschen gegenüber distanziert und sachlich (lieblos) zu bleiben. Und wer hat mehr geglaubt oder geliebt als Maria?
Zum anderen ist es auch nicht redlich im Glauben und in der Liebe zu Christus, SEINE Liebe zu ignorieren, denen distanziert gegenüber zu bleiben, die ER liebt. Und daß er seine Mutter geliebt hat, dürfte wohl Konsens sein.
Wer einen Christus haben möchte, ohne Maria (und auch ohne die Apostel, die Heiligen - ohne die Kirche), will einen Christus, den es nie gegeben hat.
Aber: Als anfänglicher Glaube ist natürlich der Weg zuerst über Christus, dann zu den Heiligen mit Maria möglich - aber auch hier ist der umgekehrte Weg oft leichter.
Was war denn an Maria so besonderes?
Dem Glauben der Kirche zufolge war an Maria sehr viel besonderes, das sich aber alles aus ihrer besonderen Beziehung zu Jesus und seinem Werk ergibt: Sie hat mit ihrer freien Zustimmung in der unerlösten Welt das für die Erlösung notwendige «Ja» gesprochen. Um zu diesem absoluten «Ja» fähig zu sein, bedurfte es in der von der Erbsünde korrumpierten Welt einer besonderen Gnade - und diese zeichnet Maria aus und prägt sie in ihrem Glauben und in ihrer Liebe.
Darin ist sie für uns «etwas besonderes» - und deshalb ist auch das Fest der Kirche, das dieses Glaubensgeheimnis feiert, das höchste Marienfest (unbefleckte Empfängnis). Erst aus dieser besonderen Gnade heraus ergeben sich die anderen besonderen Mariengeheimnisse (Jungfräulichkeit, Himmelfahrt...).
Was weiß man denn schon über Maria! In der Bibel kommt sie doch kaum vor!
Es stimmt: In der Hl. Schrift steht nicht sehr viel über Maria: das, was die Evangelisten Matthäus und Lukas über die Kindheit berichten, über das Leben Jesu, was bei Johannes über die Passion steht und auch in der nachösterlichen Zeit wird Maria nur einige wenige Male erwähnt. Reichlich wenig.
Zunächst eine kurze Zwischenbemerkung, die hier eigentlich gar nicht hingehört: Wir gehen selbstverständlich davon aus, daß das, was in den Evangelien berichtet wird, historisch glaubwürdig ist. Zwar haben die Evangelien die Geschehnisse aus dem Leben Jesu zusammengestellt, um den Glauben zu wecken (Joh 20,31: «Damit ihr glaubt»), aber dabei war für sie - als Christen - oberstes Prinzip, nichts zu erfinden, sondern nur das wesentliche getreu zu überliefern.
Aber es kommt auf den Blickwinkel an: Wie oben erwähnt wird auch der Schächer nur kurz erwähnt - man weiß nichts über ihn. Aber trotzdem spielt er eine wesentliche Rolle für unseren Glauben!
Aber auch das Leben Mariens erschließt sich dem, der das Leben Jesu betrachtet: Maria hat geglaubt - trotz der 30 Jahre des verborgenen Lebens Jesu. Welche Glaubensleistung: 30 Jahre zeigt sich nichts von den Ankündigungen des Engels, 30 Jahre scheint Jesus ein normaler Mensch zu sein. Und trotzdem glaubt Maria.
Maria hat geglaubt, auch als dann Jesus die drei Jahre seines öffentlichen Lebens die Mutter verläßt und von vielen abgelehnt wird. «Alles, was er euch sagt, das tut.» Das ist das einzige Wort, das von Maria aus der Zeit des öffentlichen Lebens Jesu überliefert ist. Das ist auch das einzige, was sie uns heute zu sagen hat. Aber wie schwer muß es für sie gewesen sein, seinen Weg zu begleiten im Glauben, und gleichzeitig auch - wie beglückend. Maria hat geglaubt.
Maria hat geglaubt, auch schließlich in den drei Tagen des Leidens in Jerusalem. Während alle davonlaufen und an Jesus irre werden, bleibt Maria im Glauben stehen - buchstäblich und tatsächlich unter dem Kreuz. Nie werden wir ermessen können, was Maria im Glauben gelitten, aber auch geopfert hat in diesen Stunden: leiden, den eigenen Sohn am Kreuz zu sehen, aber auch einstimmen in sein Lebensopfer für uns alle. Unter dem Kreuz wurde sie die Mutter aller Menschen. Als er im Grab lag, hat sie nicht zu glauben aufgehört, als einzige, daß er auferstehen wird.
Maria hat nicht viel getan, aber viel geglaubt. Und in ihrem Glauben ist sie uns Vorbild, ist das Urbild der Kirche.
Gerade über die unbefleckte Enmpfängnis und über die Jungfräulichkeit Mariens wird sehr oft gespöttelt und gelacht. Was bedeuten diese beiden Dogmen für meinen Glauben?
Spott und Unverständnis ernten nicht erst heute die Christen, wenn sie von der Jungfräulichkeit Mariens sprechen. Das war schon in den ältesten Zeitn des Christentums so. Ich nenne nur zwei Beispiele, die für viele stehen. Ein gelehrter Jude im 2. Jahrhundert wirft den Christen vor, sie lehrten unschickliche Dinge, wie sie nur in den Mythen der Heiden zu finden sind: Daß Götter mit Menschen Kinder zeugten. «Ihr sollt euch schämen, so etwas zu erzählen wie die Heiden. Besser wäre es, ihr würdet von diesem Jesus behaupten, daß er als Mensch von Menschen geboren wurde.» (Justin)
Ähnlich polemisch sind heidnische Schriftsteller: Jesus stamme aus einem Ehebruch (1. Jhdt). Es ist daher undenkbar, daß die Christen im 1. Jhdt die Geschichte der jungfräulichen Empfängnis Jesu erfunden hätten, um den Menschen ihrer Zeit Jesus irgendwie anziehender oder verständlicher zu machen. Im Gegenteil: Viele Christen nahmen damals (so wie heute) Anstoß daran und sträubten sich, das zu glauben.
Dabei ist die Frage, warum denn Maria jungfräulich sein mußte, erst einmal nicht so wichtig. Wichtiger ist vor allem der Befund, daß die ersten Christen von ältester Zeit an dies gesagt und geglaubt haben, und als einzige Erklärung dafür kann nur die Antwort sein: Weil es wirklich so war.
Wir müssen es glauben und bezeugen: Weil es wirklich so war. So unbegreiflich es ist, so unausdenkbar es ist, so sehr es menschliches Begreifen übersteigt: So hat Gott gehandelt, so ist es wirklich geschehen.
Woher wir das wissen? Nun, nur Maria selbst konnte es wissen. Bereits Josef mußte ihr glauben - und hat es bereitwillig getan. So konnten auch die Evangelisten dieses Wissen nur von Maria selbst haben. Aber was spricht dagegen, daß sie mit Maria gesprochen haben? Oder daß die Apostel sie darüber befragt hatten?
Dabei ist das eigentlich unfaßbare nicht das Wunder der Geburt. Sondern eher die Tatsache, daß Gott selbst Mensch geworden ist. Und dieser Wahrheit dient letztlich die Aussage über die Jungfräulichkeit Mariens genauso wie die Aussage über ihre unbefleckte Empfängnis, also, daß sie selbst vom Beginn ihres Lebens an ohne den Mangel der Sünde gewesen ist.
Und wofür ist die Himmelfahrt Mariens gut?
Zunächst gilt auch hier, daß wir bei einem Dogma nicht fragen sollten: Warum muß das so sein, wofür ist das gut, sondern erst einmal: War es so? Und daß der biblische Befund hier ganz ausbleibt, ist ebenso hinzunehmen. Aber das Schweigen der Bibel ist hier nicht das geringste Argument, da ja auch über den Tod der Apostel - ja, allein schon über ihren späteren Lebensweg - nichts mehr berichtet wird. Der berichtete Zeitraum beschränkt auf das Leben Jesu, alles, was darüber hinaus geht, ist nicht Gegenstand der Bibel.
Neben der biblischen Tradition gibt es aber auch eine mündliche Weitergabe der historischen Ereignisse seit Christus. Und dazu gehört auch die Aufnahme Mariens in den Himmel. Daß dieses Dogma erst in neuerster Zeit formuliert wurde (1950), zeigt, wie sehr es zunächst nur zu den historischen Tatsachen gehörte. Aber angesichts einer immer mehr verdiesseitigten Welt war es dann angebracht, auch dieses Ereigniss zu dogmatisieren.
Warum erscheint bie den Marienerscheinungen immer gerade Maria?
Weil Maria die Mutter und das Urbild der Kirche ist, und weil sie die Person ist, die zu Christus führt - und nichts anderes wollen ja die Marienerscheinungen. Dort werden auf keinen Fall irgendwelche neue Wahrheiten verkündet - das wäre ein klarer Grund zur Ablehnung einer solchen Erscheinung. Bei den Marienerscheinungen kann, darf und geht es nur um die Situation der Kirche, um Umkehr, Frömmigkeit und Gebet.
Welche Form der Marienverehrung empfiehlt sich den modernen Jugendlichen?