Yu Gi Oh ist zunächst ein reines Kartenspiel ähnlich wie die Pokemon oder Digimon-Serie; das heißt, die Karten werden als Spiel benutzt und nicht wie z.B. Tarotkarten direkt für okkulte Praktiken. Wenn von diesen Karten eine Gefahr ausgeht, dann nicht direkt im okkulten Sinne, sondern nur durch die Spielsucht, das unnötige Geldausgeben und dem Folgen von geschickten Kommerz-Strategien, die mit billigen Produkten enorm Geld scheffeln.
Allerdings spielen die Figuren schon in einem okkulten Fantasy-Geschehen, in dem Geister erweckt werden, Besessenheit eine Rolle spielt und Magie mit Gegenmagie bekämpft wird. Diese Inhalte sind zwar bedenklich, meiner Erfahrung nach werden sie aber von den Kindern als das betrachtet, was sie sind: Reine Erfindungen. Im Vordergrund steht die Sammelleidenschaft und das Spiel - ob nun Monster oder (wie früher einmal) Rennauto-Quartett-Karten gegeneinander ausgespielt werden, interessiert die Kinder nicht so sehr.
Vorsicht ist allerdings dann angebracht, wenn durch weitere Kommerz-Produkte (Kinofilm, TV-Serie, Comic-Hefte, Karten und dazu Bettwäsche, Kleidung, Aufkleber und so weiter) für Kinder die Grenze zwischen Erfindung und Realität verschwindet. Das kann vorkommen, Vorsicht ist also geboten - aber das ist (wiederum meiner persönlichen Erfahrung nach) selten und nicht allein auf die YU-GI-OH-Manie beschränkt.
