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KARL-LEISNER-JUGEND |
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FAQ (frequently asked question) zum Thema "Schöpfung"
Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail) entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen. Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt. |
Die Urknall-Theorie beschreibt nur, was nach der Entstehung der Materie, des Raumes und der Zeit geschah. Über die Entstehung selbst sagt die Urknalltheorie nichts aus - und weiß auch, dass sie dazu gar nichts sagen kann. Natürlich gab es Widerstand gegen die Vermutung, das Weltall würde sich ausdehnen und logischerweise vor langer Zeit ganz klein gewesen sein. Aber der Widerstand kam aus Kreisen der Physik (z.B. von Albert Einstein); ein Begründer der Urknalltheorie, Lemaitre, war z.B. selbst katholischer Priester.
Dass die Welt in sieben Tagen (genauer in sechs, am siebten Tag ruhte Gott) entstanden sein soll, ist allerdings inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Klar ist aber auch, dass die Aussageabsicht der Bibel und des Schöpfungsberichtes nicht ist, die Weltentstehung zu beschreiben, sondern sie macht Wesenaussagen über die Schöpfung (z.B. dass die Schöpfung gut ist; oder das Mann und Frau Ebenbild Gottes sind). Vielleicht muss auch einfach nur das Wort für "Tag" mit "Epoche" übersetzt werden. Wie dem auch sei: Die Bibel ist kein Naturkundebuch, und an der Dauer der Schöpfung hängt nicht unser Glaube.
Es gibt viele verschiedene Theorien zur Entstehung des Lebens
und der Entwicklung zum Menschen. Ziemlich unwahrscheinlich
ist es, dass alles genauso gewesen ist, wie es auf den ersten
Seiten der Bibel geschrieben steht. Aber noch unwahrscheinlicher
ist es, dass aus unbelebter Materie Leben entstanden ist.
Sogar unmöglich ist, dass diese belebte Materie so etwas
wie eine Seele hervorgebracht haben soll.
Okay, vielleicht glaubst Du nicht, dass es eine Seele gibt.
Die katholische Kirche geht allerdings fest davon aus. Und
deshalb kann sie auch nicht akzeptieren, dass sich der Mensch
ohne Gottes Zutun entwickelt hat: Die Seele ist kein Produkt
von Atomen, Molekülen und Zellstrukturen. Was immer die
Evolutionstheorie lehrt: An der Entwicklung des geistbegabten
Menschen ist mit Sicherheit auch Gott beteiligt gewesen.
Stimmt.
Nicht unbedingt. Vielleicht haben sich die ersten Menschen mit sehr menschenähnliche Wesen (die sog. Prä-Adamiten) zusammengetan - und die neue Eigenschaft, nämlich "geistbegabt" zu sein, blieb auch diesen Nachkommen erhalten. Vielleicht sind aber nach Adam und Eva noch weitere Menschen von Gott erschaffen worden, bzw. noch weitere menschenähnliche Wesen mit der Geistseele beschenkt worden. Wer weiß?
Gott ruht in sich selbst, jenseits von Raum und Zeit und damit für uns unerreichbar. Wir Menschen sind nämlich nicht ewig und können außerhalb von Raum und Zeit nicht existieren - auch nicht im "Leben nach dem Tod". Deshalb hat Gott den Himmel erschaffen: Ein "Ort", an dem Gott und Menschen sich begegnen und einander nahe sein können. Vielleicht sollte man den Himmel weniger als "Ort" bezeichnen: Der Himmel ist die Begegnung mit Gott. Ein sympathischer Zug Gottes, oder?
Ja. Die Überzeugung, dass es himmlische Wesen gibt,
ist sowohl Bestandteil der Bibel als auch des katholischen
Glaubens durch alle Zeiten hinweg. Engel sind rein geistige
Wesen, sozusagen "Seelen ohne Leib". Sie sind nicht
an Raum und Zeit gebunden; trotzdem sind sie Geschöpfe
und keine weiteren Götter: Sie sind abhängig von
Gott - und die guten Engel sind damit sehr zufrieden.
Einige Engel habe besondere Aufgaben; die meisten sind damit
sehr zufrieden, Gott zu loben und zu verherrlichen. Einige
sind aber besonders und Menschen nahe - manche nennen diese
Engel "Schutzengel". Die sind aber keine Angestellten
von irgendwelchen Versicherungen und bewahren uns vor Unfällen,
sondern sie sorgen sich um unsere Beziehung zu Gott. Gut,
dass es sie gibt: So ist keiner von uns je allein.
Eine gute Katechese zum Thema "Engel" von
Robert Schmäing findest Du auf dieser Site.
Nach katholischer Auffassung liegt die Möglichkeit zum
Bösen in der Freiheit begründet, die Gott seinen
Geschöpfen geschenkt hat. Ohne eine solche Freiheit hätte
Gott nur Marionetten erschaffen. Damit uns das Glück
zuteil wird, auch selbst zu lieben und geliebt zu werden,
hat Gott uns die Freiheit geschenkt. Leider ist diese Freiheit
missbraucht worden - indem sich einige Geschöpfe von
Gott abgewendet haben.
Diese "abgefallenen Geschöpfe" waren - so glaubt
die Kirche - zunächst einige Engel; darunter einer der
führenden Engel mit Namen Luzifer ("Lichtträger").
Der Teufel, Satan, Diabolos oder eben Luzifer
ist also kein Gegen-Gott, sondern bloss ein Geschöpf
Gottes mit begrenzten Fähigkeiten und völlig abhängig
von Gott.
Nun, ob die ersten Menschen wirklich Adam oder Eva hießen, wissen wir nicht. Und von einem Apfel ist noch nicht einmal in der Bibel die Rede (da heißt es nur "Frucht"). Katholische Überzeugung ist allerdings, dass es eine Zeit gab, in der die ersten Menschen Freude an Gott und seinem Willen hatten - und gar nicht auf den Gedanken gekommen wären, etwas gegen Gott zu tun. Leider hatte sich aber der gefallene Engel zum "Herrn der Welt" aufgespielt und wollte die Menschen auf seine Seite ziehen - und der Mensch sagte sich von Gott los.
Tatsächlich ist die Vermutung, dass Adam und Eva vom Apfelbaum gegessen haben, ein Übersetzungsfehler. Denn "Böses" heißt im lateinischen "malus", und Apfel heißt "malum". Vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" führte dann im Lateinischen zur Fehldeutung, es handle sich um einen Apfelbaum.
Die Tradition &umml;brigens (d.h. die außerbiblische Überlieferung) geht davon aus, dass es sich um einen Weinstock gehandelt hat: So, wie von der Frucht des Weinstocks das Böse in die Welt kam, hat Jesus mit der Frucht des Weinstocks (dem eucharistischen Wein) das Böse aus der Welt geschafft.
Der Mensch ist nicht mehr so, wie Gott ihn geschaffen hat.
Eigentlich hat Gott den Menschen so geschaffen, dass der Mensch
Vergnügen und Freude am Guten hatte (das sieht man heute
nur noch selten; Menschen, die fast wieder so sind, wie Gott
sie gewollt hat, nennen wir "Heilige"). Alles andere
wäre auch sadistisch: Dass Gott uns erschafft mit einer
Vorliebe für das Bequeme, Selbstgefällige und Egoistische
- und dann Gebote aufstellt, damit wir gegen unsere Neigung
leben müssen.
Nein, Gott hat uns mit Freude am Guten erschaffen - und die
ist uns abhanden gekommen. Inzwischen müssen wir uns
aufraffen, wenn wir Gutes tun wollen. Das nennen wir "Sünde"
- aber nicht im Sinne einer Gebotsverletzung, sondern im Sinne
der "Absonderung" von Gott.
Und von "Erb"sünde sprechen wir, weil sie uns
(leider) schon in die Wiege gelegt wird, diese innere Unordnung.
Gottseidank gibt es die Taufe: Dadurch wird uns (unter Wahrung
unserer Freiheit) die Möglichkeit geschenkt, mit Gottes
Hilfe so nach und nach wieder "heil" zu werden.
So, wie Gott uns am Anfang gemacht hat.
