Suche: 
FAQ (frequently asked question) zum den Zehn Geboten

Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche

In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail) entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.

Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.

Warum brauchen wir Gebote überhaupt? Es muss doch jeder selbst wissen, was er tut!

Das stimmt. Normalerweise bräuchten wir auch gar keine Gebote, weil der Mensch das Gute um seiner selbst willen tut. Oder, anders ausgedrückt: Der Mensch handelt Gut, weil er gerne gut handelt.
Aber leider sind wir nicht mehr so, wie Gott uns geschaffen hat; durch die Erbsünde (s.o.) habe wir die Freude am Guten zum Teil verloren. Deshalb brauchen wir Gebote: Sie schützen ein "Gut".
Gebote sind wie ein Geländer am Abgrund, sie bewahren uns davor, das zu zerstören, was unserem Leben einen Sinn gibt.

Die zehn Gebote sind nicht besonders religiös, sie gelten für alle Menschen...oder?

Sorry, das stimmt so nicht. Die ersten drei Gebote sind rein religiös; ein Mensch, der nicht an Gott glaubt, wird diese wohl kaum halten (1. Keine anderen Götter; 2. den Name Gottes ehren, 3. den Sabbath heiligen). Etwas anderes sind die restlichen sieben Gebote: Sie werden heute allgemein akzeptiert - sagt man. Dass das nicht überall so ist (auch nicht bei uns in unserem Land), könnt Ihr feststellen, wenn Ihr die Fragen bei den einzelnen Geboten durchlest.

Gott will doch die Freiheit des Menschen - warum schaltet er sie dann durch Gebote wieder aus?

Es ist ein Gerücht, dass sich die menschliche Freiheit durch Gebote oder Verbote einschränken lässt. Wenn überhaupt von einer Einschränkung der menschlichen Freiheit gesprochen werden kann, dann erst bei den Strafen, die an ein Gebot geknüpft sind. Bei den religiösen und kirchlichen Geboten kann (zumindest für die westliche Welt) daher nicht von einer Einschränkung der Freiheit gesprochen werden.

Aber selbst durch drastische Strafen oder sogar durch Gewaltanwendung lässt sich die menschliche Freiheit nicht wirklich ausschalten; es wird dem Menschen nur zunehmend schwerer gemacht, eine bestimmte Handlung auszuführen. Die Menschen bleiben immer noch frei, das zu tun, was sie für richtig und gut halten, auch wenn sie dafür mit drastischen Strafen rechnen müssen.

Die menschliche Freiheit wirklich und komplett auszuschalten, hieße, das menschliche Bewußtsein außer Kraft zu setzen. Dafür gibt es Beispiele in der Wirklichkeit (Foltermethoden der verschiedene Regime) und in der Literatur (in Orwells Zukunftsroman "1984" oder im sozialkiritischen "Einer flog übers Kuckucksnest", auch als Spielfilm mit Jack Nicholson).

Aber Gebote beschränken meine Freiheit. Und das ist doch schlecht!

Dem Menschen alle Handlungen erlauben, bedeutet nicht, dass er dadurch eine größere Freiheit erhält: Erlauben wir bespw. Drogen, so werden die Menschen, die die Drogen nehmen und davon abhängig werden, dadurch nicht freier, sondern unfreier. Das gilt im Prinzip für alle schlechten Handlungen: Wer Schlechtes tut, verliert ein wenig seiner Freiheit, weil das Böse immer süchtig macht.

Deshalb ist es sogar ein Schutz für die Freiheit des Menschen, schlechte Handlungen zu benennen, zu verbieten und mit Strafe zu belegen. Allerdings muss dabei klar sein, dass es sich wirklich um schlechte Handlungen handelt - und hier gehen dann die Meinungen auseinander.

Wer also sagt: "Ich mache das trotzdem, ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen!", der meint eigentlich nicht, das ein Verbot der Handlung seine Freiheit einschränkt, sondern er glaubt, dass die Handlung gut ist, obwohl andere (der Staat, die Kirche oder Gott) das Gegenteil behaupten.

Warum gibt es die Gebote überhaupt?

Die Gebote sollen uns schützen: Nicht nur vor dem bösen Einbrecher (und anderen schlechten Menschen): Denn wer beschlossen hat, Böses zu tun, der wird sich auch durch Gebote nicht davon abhalten lassen. Einem Einbrecher, der Dir im Schlafzimmer gegenüber steht, vorzuhalten: "Das ist aber verboten, was Sie da tun!" scheint mir nicht sehr hilfreich.

Nein, die Gebote dienen dazu, die Menschen vor sich selber zu schützen. Sie helfen, Böses zu meiden. Sie helfen, die eigene Freiheit nicht zu verlieren. Sie sind Hinweisschilder: "Vorsicht, wer das tut, schadet sich, anderen und verliert ein Stück seiner Freiheit!".s