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FAQ (frequently asked question) zum Zweiten Gebot
Häufig gestellte Fragen - und mögliche Antworten der katholischen Kirche
In der FAQ-Abteilung unserer Site haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt, die durch Anfragen (vor allem per eMail)
entstanden sind - also, so hoffen wir, aus dem Leben gegriffen.
Hast Du noch eine Frage, die Du hier nicht findest? Dann maile mir! Wenn Du
willst, wird Deine Anfrage gerne auch vertraulich behandelt.
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Gibt es theologische Gründe, warum Priester
nicht heiratendürfen?
Um es kurz und schmerzlos zu machen:
Es gibt keine zwingende theologische Begründung.
Es klingt vielleicht enttäuschend, aber: Es gibt keinen «Beweis»,
der wie andere theologische Gedankengänge, am Schluss zwingend zum
Pflichtzölibat der Priester führt. Es ist also denkbar, dass
der Pflichtzölibat früher nicht existiert haben kann (auch wenn
dies nicht der Fall war), es ist auch denkbar, dass er einmal abgeschafft
oder gelockert werden wird. Das Pflichtzölibat steht nicht im Glaubensbekenntnis.
Es ist lediglich ein Gesetz menschlichen Rechts der katholischen Kirche
(von dem Ausnahmen gemacht werden können, z.B. bei evangelischen
Pfarrerkonvertiten), das auf einem anderen Grund ruht als dem der theologischen
Beweisführung.
Aber es gibt gute Gründe für die verpflichtende Ehelosigkeit
des Priesters.
Gibt es theologische Gründe, warum Priester
nicht heiratendürfen?
In der Katechese zum Verhältnis von
Kirche und Sexualität wird die "Theologie
des Leibes" vorgestellt: Sexualität ist eine Sprache. Und
wer in der Katechese zum Thema
Leben nach dem Tod liest, wird feststellen,
dass nicht nur die Sexualität eine Sprache ist, sondern der Leib selbst.
Der Leib ist nichts anderes als Medium der Mitteilung (nach dem Tod leiden
wir zunächst unter dem Verlust der Kommunikation.. .)
Der Priester stellt nun seinen Leib in den Dienst Gottes: Nicht mehr
die persönliches Zuneigung des Priester soll durch seinen Leib vermittelt
werden, sondern die sakramentale Liebe Gottes. Das ist der Kern des Zölibates.
(So schnell geht das...)
Gibt es theologische Gründe, warum Priester
nicht heiratendürfen?
Wenn die Hingabe im ehelichen Akt eine vollkommene ist (oder zumindest
danach strebt), so ist sie nicht auf den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs
beschränkt. Sie dauert an als eine Grundhaltung des ehelichen
Lebens, dessen Höhepunkt und Ausdruck der eheliche
Akt ist. Somit schließt nicht nur priesterliches Tun das eheliche
Tun aus, sondern die Ehe selbst ist unvereinbar mit dem Priestertum.
Das wird schön deutlich, wenn wir auf die orthodoxe Kirche schauen
- denn dort gibt es im Unterschied zur katholischen Kirche eine andere
Handhabung des Priesterzölibates und der kirchlichen Ehescheidung
- mit dem gleichen Hintergrund:
Die Ostkirche leugnet (zumindest indriekt) die Hingabe des Priesters
als Grundhaltung; denn sie erlaubt dem Priester zwar die
Ehe, aber verbietet am der Tag der Messfeier den ehelichen Akt. Sie
unterstellt dem Priester damit nur eine zeitlich beschränkte Hingabe
(sowohl an seiner Ehefrau als auch in der Eucharistie).
Dementsprechend sieht die Praxis der Ostkirche bei der Unauflöslichkeit
der Ehe aus: Indem die Orthodoxie der Auflösung einer bestehenden
Ehe zustimmt, um eine weitere Ehe anzuerkennen, leugnet sie konsequenterweise
auch die Hingabe der Eheleute als Grundhaltung. Sie unterstellt
damit auch den Eheleuten keine unbefristet andauernde, sondern lediglich
eine befristete Hingabe.
Die katholische Kirche allerdings hält den Menschen für fähig,
sich in eine einmalige, exklusive Liebesbeziehung vollkommen hineinzugeben
- d.h. unbefristet, ohne Begrenzung und zeitlicher Beschränkung.
Dadurch schließen sich Ehe und Priesteramt jedoch aus.