Grundsätzlich: Ja. Wenn es wirklich so ist, dass ein Gewissen Dir es gebietet, dann musst Du Deinem Gewissen folgen. Aber wenn Dein Gewissen im Gegensatz zur Weisung der Kirche steht, bist Du auch als jemand, der die Kirche lieben möchte und weiß, dass die Kirche meistens weise und klug denkt und lehrt, dazu verpflichtet, Dich um Auflösung des Gewissenkonfliktes zu bemühen.
Die Sakramente sind ja keine Belohnung für denjenigen, der es endlich geschafft hat, alle Gebote zu halten oder zumindest zu akzeptieren; sondern Hilfe auf dem Weg dorthin. Und solange Du wirklich auf dem Weg bist, werden die Sakramente Dir eine große Hilfe sein.
Allerdings gilt eine Ausnahme: Jemand, der sich öffentlich von der Kirche und ihrer Lehren distanziert und sie nicht hält, sich dann aber an die Kommunionbank stellt und dadurch Ärgernis erregt, sollte nicht zu den Sakramenten gehen.
Hier gilt genau das gleiche wie in der ersten Frage: Viele haben gar kein Interesse, in bestimmter Hinsicht (vor allem beim 6. Gebot) nach der Lehre der Kirche zu leben und bemühen sich deshalb auch nicht um ein Verstehen der Lehre, setzen sich nicht damit auseinander und meiden jede Diskussion. Das ist nicht gut… Wenn Du aber nachfragst und verstehen willst, warum die Kirche ein Gebot aufrechterhält (und, soviel solltest Du zumindest glauben: Die Kirche hält JEDES Gebot nur deshalb aufrecht, weil sie der Meinung ist, dass ein Verstoß schädlich für Dich und andere ist), dann ist solange alles in Ordnung.
