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Predigt, Fürbitten und Lieder zum 21. Sonntag im Jahreskreis
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1. Predigtvorschlag
von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 24.08.08
In der heutigen Kultur und Gesellschaft gibt es etwas, was uns in das Verständnis
des Evangeliums dieses Sonntags einführen kann. Es handelt sich um die
Meinungsumfrage. Man wendet sie praktisch überall an, vor allem aber
im Bereich der Politik und der Wirtschaft.
Auch Jesus wollte eines Tages die Meinungen sondieren.
Nach seiner Ankunft im Gebiet von Cäsarea Philippi, das heißt der
nördlichsten Region Israels, wendet sich Jesus in einer Verschnaufpause,
in der er mit den Jüngern allein ist, unvermittelt mit der Frage an sie:
„Für wen halten die Leute den Menschensohn?“
Es hat den Anschein, dass die Apostel auf nichts anderes gewartet hätten,
als endlich alle Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die von Jesus gesprochen
haben.
Sie antworten: „Die einen für Johannes den Täufer, andere
für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.“
Jesus aber ist nicht daran interessiert, den Grad seiner allgemeinen Popularität,
seiner Beliebtheit zu messen. Sein Ziel ist ein ganz anderes. Deshalb drängt
er sie: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Diese zweite und unerwartete Frage bringt die Apostel völlig durcheinander.
Schweigen und Blicke kreuzen einander. Während zu lesen ist, dass die
Apostel auf die erste Frage gemeinsam, gleichsam im Chor antworteten, steht
das Verb nun in der Einzahl. Nur einer antwortete – Simon Petrus: „Du
bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“
Zwischen den beiden Antworten steht ein abgrundtiefer Graben, eine „Bekehrung“.
Um zu antworten, genügte es vorher, sich umzuschauen und die Meinungen
der Leute gehört zu haben.
Nun aber müssen sie in sich hören und eine ganz andere Stimme vernehmen,
eine Stimme, die nicht vom Fleisch und vom Blut kommt, sondern vom Vater,
der im Himmel ist. Und sie müssen sich persönlich dieser Stimme
stellen.
Es gilt nicht sich hinter dem anonymen „man“ zu verstecken. Deshalb
sagen wir im Credo ja auch: „Ich glaube“ – nicht „man
glaubt“.
Petrus stellt sich persönlich dieser Stimme in ihm. Petrus wird Gegenstand
einer Erleuchtung „von oben“.
Es handelt sich nach dem Evangelien um die erste klare Anerkennung der wahren
Identität Jesu von Nazareth, den ersten öffentlichen Akt des Glaubens
an Christus in der Geschichte!
Denken wir an das Kielwasser, das ein schönes Schiff im Meer hinter
sich lässt. Es breitet sich in dem Maß aus, in dem das Schiff weiterfährt,
bis es sich am Horizont verliert. So ist es mit dem Glauben an Jesus Christus.
Er ist wie das Kielwasser, das sich in der Geschichte ausgebreitet hat, bis
es die „äußersten Grenzen der Welt“ erreicht hat. Aber
er beginnt bei einer Spitze, und diese Spitze ist der Glaubensakt des Petrus:
„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Jesus benutzt
ein anderes Bild, das die Stabilität stärker hervorhebt als die
Bewegung, ein nach oben statt in die Horizontale ausgerichtetes Bild: Fels,
Gestein: „Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen
werde ich meine Kirche bauen.“
Jesus ändert den Namen Simons, wie es in der Bibel immer dann getan
wird, wenn einem eine neue wichtige Mission übertragen wird: Er nennt
ihn Kephas, Felsen. Der wahre Fels, der „Eckstein“, ist und bleibt
er selbst, Jesus. Einmal auferstanden und in den Himmel aufgefahren, ist dieser
„Eckstein“ zwar gegenwärtig und wirksam, aber unsichtbar.
Es bedarf eines Zeichens, das ihn repräsentiert, das in der Geschichte
diesen „unerschütterlichen Grund“, der Christus ist, sichtbar
und wirksam macht.
Und dies wird Petrus sein, und nach ihm derjenige, der ihn vertritt, der Papst,
der Nachfolger des Petrus, als Oberhaupt des Apostelkollegiums.
Dabei ist wichtig, dass Jesus sagt: „Du bist Petrus – der Fels
–, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“
Die Kirche ist Seine Kirche. Sie gehört nicht uns. Wir machen Kirche
nicht. Immer dann wenn ich Priester sprechen höre „meine Pfarrei“
oder Gläubige „mein oder unser Pastor“ – immer wenn
ich das höre, werde ich vorsichtig: die Kirche ist nicht unsere Besitz,
sie ist die Kirche Jesu. Und ihm dienen wir.
Und nur da wo wir auf Petrus, den Fels hören, wo wir in Einheit mit
dem Hl. Vater handeln und denken, können wir sicher sein, daß wir
der Kirche Jesu dienen. Da wo Gemeinden und Priester sich von Petrus abwenden
und eigene Liturgien, eigene Moralvorstellungen, eigene Dogmen haben, wird
die Kirche statt weltweit und groß, provinziell und eng.
So wie zu Jesus, müssen wir auch ganz persönlich Stellung zur Kirche
nehmen: „Ich glaube an die heilige katholische Kirche“.
Kehren wir nun aber zur Meinungsumfrage zurück. Die Umfrage Jesu vollzieht
sich, wir haben es gesehen, in zwei Momenten, und sie enthält zwei Grundfragen.
Erstens: „Für wen halten die Leute mich?“, und zweitens:
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Jesus scheint dem, was die Leute über ihn denken, nicht viel Bedeutung
beizumessen; ihn interessiert, was seine Jünger denken. Er spornt sie
an mit seiner Frage: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Er gestattet es nicht, dass sie sich hinter den Meinungen anderer verstecken;
er will, dass sie ihre eigene Meinung zum Ausdruck bringen.
Die Situation wiederholt sich fast auf genau gleiche Weise heute. Auch heute
haben „die Leute“, die öffentliche Meinung, ihre Vorstellung
von Jesus. Jesus ist Mode. Schauen wir auf das, was in der Welt der Literatur
und des Schauspiels passiert. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht ein Roman
oder ein Film mit einer eigenen deformierten und entsakralisierenden Meinung
über Christus herauskommt. Der Fall „Sakrileg“ von Dan Brown
war der aufsehenerregendste und findet viele Nachahmer.
Heute gibt es auch jene Menschen, die den halben Weg zurückgelegt haben:
diejenigen, die – wie die Menschen der damaligen Zeit – Jesus
für „einen der Propheten“ halten. Als faszinierenden Menschen
stellt man ihn neben Sokrates, Gandhi, Tolstoj. Ich bin sicher, dass Jesus
diese Antworten nicht verachtet, da von ihm gesagt wird, dass er „das
geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen
wird“. Er versteht es also, jede ehrliche Anstrengung des Menschen wertzuschätzen.
Es ist dies aber eine Antwort, die nicht einmal der menschlichen Logik standhält.
Gandhi oder Tolstoj haben nie gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit
und das Leben“, oder: „Wer den Vater und die Mutter mehr liebt
als mich, ist meiner nicht würdig.“
Bei Jesus kann man nicht auf halbem Wege stehen bleiben: Entweder ist er
derjenige, der zu sein er behauptet, oder er ist kein großer Mensch,
sondern der verrückteste Spinner der Geschichte. Es gibt keine Mittelwege.
Es gibt Gebäude und Strukturen aus Metall (eine davon ist, glaube ich,
der Eiffelturm in Paris), die so gebaut sind, dass alles zusammenbricht, wenn
man sie an einem gewissen Punkt berührt oder ein gewisses Element entfernt.
Ein solches Gebäude ist der christliche Glaube, und der neuralgische
Punkt, von dem ich spreche, ist die Gottheit Jesu Christi.
Lassen wir aber nun die Meinungen der Leute beiseite und kommen wir zu uns
Gläubigen.
Es reicht nicht, an die Gottheit Christi zu glauben. Sie muss auch bezeugt
werden! In der Kirche Jesu Christi. In Einheit mit dem Nachfolger Petri, dem
Papst.
Wer den Glauben kennt und nicht Zeugnis für den Glauben ablegt, ja ihn
gar verbirgt, der trägt vor Gott eine größere Verantwortung
als jener, der diesen Glauben nicht besitzt.
In einer Szene von Claudels Drama „Der gedemütigte Vater“
fragt ein wunderschönes, aber blindes jüdisches Mädchen in
Anspielung auf die doppelte Bedeutung von Licht ihren christlichen Freund:
„Ihr, die ihr seht, was habt ihr mit dem Licht gemacht?“
Das ist eine Frage, die sich an uns alle richtet, die wir uns als Gläubige
stellen sollten. Immer wieder..
2. Predigtvorschlag
von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 25.08.02
Erschöpfter Johannes Paul II. in Polen begeistert empfangen.
Tritt der Papst zurück?
War die letzte Reise des Eiligen Vaters? Wer wird sein Nachfolger?
So oder so ähnlich lauteten Schlagzeilen in den letzten Tagen. So oder
so ähnlich haben Sie sie auch wohl gehört und gelesen, liebe Schwestern
und Brüder.
Seit Jahren schon wird öffentlich darüber spekuliert, wie lange
Johannes Paul II. noch im Amt bleibt. Es wird weniger über die Inhalte
seiner Ansprachen gesprochen als über seinen Gesundheitszustand. Manchmal
scheint die Presse seinen Tod herbeischreiben zu möchten...
Dass unser Hl. Vater alt geworden ist, dass seine Gesundheit schwer angeschlagen
ist, all das ist unbestritten, weil offensichtlich.
Viele haben Mitleid mit ihm, wenn sie Fernsehbilder von ihm sehen, der Kopf
gebeugt, die Hand zitternd, sich auf einen fahrbaren Wagen oder einen Stock
stützend.
„Kann der nicht auf sein Amt verzichten? Das tut weh, mit anzusehen,
wie er sich quält. Das geht doch über alle menschlichen Kräfte.“
Ja, es stimmt. Unser Heiliger Vater scheint wirklich an die Grenzen seiner
körperlichen Kraft gekommen zu sein. Sein Geist und sein Wille aber sind
wach. Er brennt vor Glauben.
Und so ist gerade der jetzige Papst ein Zeugnis dafür, was das Amt des
Nachfolgers Petri ausmacht.
Zum Petrus hat sich der Herr den Simon erwählt. Einen, der leicht an
seine Grenzen stößt, einen Fischer, keinen Gelehrten, einen der
mutig sein kann, aber auch feige. Immerhin hat er Jesus verleugnet.
Ausgerechnet diesem Petrus übergibt er die Schlüssel zum Himmelreich.
Ist das nicht eine totale Überforderung. Wäre nicht vielleicht Johannes
der Bessere gewesen für dieses Amt? Oder hätte man das nicht auf
zwei, drei Leute verteilen sollen?
Diese Fragen sind müßig. Der Herr hat entschieden. Einer soll
der Fels der Kirche sein. Petrus und seine jeweiligen Nachfolger.
Ein einziger Mann soll für die ganze Kirche, weltweit Oberhaupt sein,
die Schwestern und Brüder in Ost und West, Nord und Süd im Glauben
stärken,
die Interessen und die Sendung der Kirche gegenüber der ganzen Welt vertreten.
Ist damit ein einziger nicht überfordert?
Ja, er ist damit überfordert. Das ist nicht menschenmöglich. Das
kann man nur mit Christi Hilfe schaffen.
Und darum geht es: Im Amt des Nachfolger Petri wird deutlich, dass es Christus
ist, der diese Kirche trägt und lenkt.
In der totalen Überforderung des einen Menschen sehen wir die Kraft Gottes
am Werk.
Nicht das Menschenmögliche zählt, sondern das Gottgewollte.
Wenn es nicht Gott wäre, der ein Interesse am Papsttum und an der Kirche
hätte, dann wäre beides schon längst verschwunden angesichts
der zahlreichen Sünden und Sünder in der Kirche und auf der Kathedra
Petri.
Aber warum könnte Gott ein solches Interesse am Papst und an der Kirche
haben?
Antwort gibt das Evangelium:
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut
haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Jesus Christus ist der Sohn des lebendigen Gottes, der Erlöser der Welt.
So lautet das Bekenntnis des Petrus. So lautet das Bekenntnis der Kirche.
Seit Jahrhunderten ist dieses Bekenntnis unverändert.
Selbst der moralisch zügellose Papst Alexander VI. hat für Christus
Zeugnis abgelegt, indem er das Angelusläuten für die ganze Kirche
verpflichtend machte.
Liebe Schwestern und Brüder!
Der Papst soll Zeugnis ablegen von Christus und seiner Lehre. Es geht nicht
darum, dass er sich und seine Qualitäten in den Vordergrund rückt.
Er ist kein politischer Führer, vom Volk gewählt.
Er ist kein Manager auf Zeit für einen Global Player, Weltkonzern Kirche.
Er ist von Gott berufen, das Evangelium zu verkünden und Christus in
dieser Welt darzustellen.
Wir dürfen Gott sehr dankbar sein, dass er uns gerade in diesen Jahren
einen solchen Papst geschenkt hat, der gerade in seiner körperlichen
Gebrechlichkeit ein überzeugender Prediger des Wortes Gottes ist.
Gerade an ihm sehen wir, dass es bei der Kirche auf Gott und nicht so sehr
auf den Menschen ankommt.
Mit seinem ganzen Leben, ohne sich zu schonen spricht Johannes Paul II. diesen
einen Satz des Petrus der ganzen Welt entgegen: Jesus, du bist der Messias,
der Sohn des lebendigen Gottes.
3. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder,
einige von Ihnen haben es selbst erlebt - im letzten Jahr
bei der Seligsprechung von Schwester Maria Euthymia: Wer einmal
in Rom gewesen ist und den Papst persönlich erlebt hat,
der kann sich der Ausstrahlung dieses Menschen kaum entziehen.
Bei den Weltjugendtagen in Paris, Rom und jetzt zuletzt in
Toronto war der eindeutige Höhepunkt auch für die
jungen Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt, die Begegnung
mit dem Heiligen Vater. Jugendliche kreischen oder weinen
- weil da ein Mensch in ihre Nähe kommt, an dem etwas
Besonderes ist.
Ein Mädchen unserer Gruppe - Anne aus Garrel - hat sich
trotz der drohenden amerikanischen Polizisten dem Papst weiter
genähert als erlaubt und wurde prompt von einem dieser
militärischen Polizeibeamten zurück in die Menge
geworfen - und brach sich dabei einen Arm. Als sie eine Stunde
später aus dem Krankenhaus mit einem Gips zurück
zur Gruppe kam, strahlte sie übers ganze Gesicht und
meinte nur: "Das war es mir wert."
Eine 17jährige Teilnehmerin - Eva aus Ochtrup -, die
mit uns in Toronto war und bei der Schlussmesse mit auf die
Bühne durfte, schrieb in einem Erlebnisbericht (der übrigens
mehr als 10 Seiten lang ist) ganz am Schluss:
«Und als ob das noch nicht genug wäre, durfte
ich mit 10 anderen Jugendlichen aus verschiedenen Bistümern
nach der Messe nach vorne kommen um mit dem Papst ein Foto
zu machen. Zuerst war ich so überwältigt, dass ich
dem Papst nur auf das Hörgerät gestarrt habe, während
er an uns vorbeigeschoben wurde. Dann besann ich mich aber
schnell eines Besseren und schaute mir die blauen Augen dieses
Mannes an, der soviel in der Kirche bewegt hat und immer noch
bewegt. Er ist vielleicht gerade jetzt für uns Jugendliche
so ein beeindruckendes Vorbild, dass eine von uns sogar einen
gebrochenen Arm in kauf genommen hat, um ihn nur einmal zu
sehen.»
Seltsam. Woher kommt das? Natürlich, diesem Karol Woytila
gebührt Respekt. Er schont sich nicht, nimmt keine Rücksicht
auf sein Alter und seine Krankheit. Er hat im Laufe seines
Pontifikates vieles geändert, erneuert und in Bewegung
gebracht, mehr, als viele seine Vorgänger. Aber - erklärt
das die Begeisterung beim Weltjugendtag?
Der Bericht von Eva geht aber noch einen Satz weiter: «Doch
ich denke, nicht nur er, sondern auch sein Amt löst diese
gewaltige Faszination aus.»
Es ist nicht nur der Mann, sondern auch sein Amt... Eine Begeisterung
für das Amt des Papstes?
Im heutigen Evangelium spricht Jesus seinem Petrus eine gewaltige
Vollmacht zu: Grund der Kirche zu sein. Auf dem Amt des Petrus
baut Jesus die Kirche. Die Anhänger Jesu, eine bunte
und ungeordnete Schar von Leuten, die mehr oder weniger die
Predigten Jesu gehört haben, bekommen durch den Apostel
Petrus einen Halt und einen sichtbaren Ausdruck: An diesem
Apostel entscheidet sich, wer Kirche ist, wo sie beginnt und
wo sie aufhört. Petrus bekommt den göttlichen Auftrag,
in allen Uneinigkeiten der jungen Kirche das letzte Wort zu
sprechen, das mit Gott verbindet und oder von ihm löst.
Der alte Petrus ist der Grund der jungen Kirche.
Und genau das gilt auch für den Papst: Ob die Kirche
jung ist oder nicht, entscheidet sich nicht an seinem Alter.
Gerade das haben wir in Toronto spüren können. Ob
aber die junge Kirche noch Kirche ist oder die Verbindung
zu Gott zu verlieren droht, entscheidet sich auch an ihrem
Verhältnis zum Heiligen Vater. Ein unbequeme Wahrheit;
aber auch das hat die Geschichte des Weltjugendtages gezeigt:
Gerade die Jugend nimmt gerne Unbequemes in kauf, wenn es
um Echtheit geht.
Das ist das Faszinierende an Petrus, am Amt des Papstes und
an der Person des jetzigen Heiligen Vaters: Offen und frei
zu sagen, wer Jesus ist; wer mein Gott ist und mein Erlöser.
Und solche Offenheit begeistert. Nicht nur in Rom oder in
Toronto. Sondern überall, vielleicht auch bei Ihnen zuhause.
Amen.
4. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder!
Es gibt ein Lied der Kelly-Family, übrigens eines der
ersten Lieder, das die Kellies selbst geschrieben haben, mit
dem Titel: «We love the pope.» Zu deutsch: «Wir
lieben den Papst.»
Nun, ein Werbegag kann das wohl nicht sein. Mit einer solchen
Aussage kann man heute mit Sicherheit keine Pluspunkte gewinnen,
keine Werbeeinnahmen machen.
Aber wenn die Kelly-Family das wirklich ernst meint, dann
stellt sich die Frage, was denn gerade am Papst so liebenswert
sein soll. Wie kommen die dazu, so ein Lied zu schreiben?
Liebe Schwestern und Brüder, vielleicht fällt Ihnen
das gar nicht mehr auf, dass ich Sie immer wieder mit «liebe
Schwestern und Brüder» anrede. Vielleicht meinen
Sie auch, dass sei nur so ein Floskel, mit der man halt Predigten
anfängt. Aber ich meine es ernst.
Auch wenn sie weder meine wirklichen Schwestern und Brüder
sind, und auch wenn sie nicht alle lieb sind: Uns verbindet
etwas ganz anderes als Sympathie oder Verwandtschaft. Uns
verbindet die Tatsache, dass wir alle zu Jesus Christus gehören,
und dass wir von unserem Gott berufen und beschenkt sind,
ja, dass wir für einander Geschenke Gottes sind. Da mag
jeder auch seine Fehler und unsympathische Züge haben,
trotzdem: Weil sie von Gott beschenkt wurden, sind sie mir
lieb und teuer, sind sie für die Kirche und auch für
mich ein Geschenk Gottes, für dass ich nur dankbar sein
kann.
Petrus wurde nicht aufgrund seiner persönlichen Vorzüge
oder Liebenswürdigkeit zum Fels der Kirche. Hätte
sich Jesus danach Ich persönlich kann Gott nicht genug
danken, für die vielen Menschen, die mich mit ihrem Glauben
immer wieder bereichern. Und ich kann mich aus ganzem Herzen
dem anschließen, was Mutter Teresa einmal gesagt hat:
«Dieser Papst ist das größte Geschenk Gottes
an unser Jahrhundert.»
Amen.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, Du hast Deine Kirche auf dem Fundament
der Apostel erbaut. Zu Dir rufen wir:
-
Für unseren Papst und alle Bischöfe: Mache
sie nach dem Vorbild des heiligen Apostels Petrus zu treuen
Hirten Deines Volkes.
-
Für unsere Kirche: Stärke ihren Glauben und
lass sie in Treue und Dankbarkeit mit unserem Papst verbunden
sein.
-
Für die Völker der Erde: Erleuchte sie, dass
sie Deine Wahrheit erkennen.
-
Für die Opfer das Hochwasser in Deutschland, aber
auch in China und Indien; für alle Opfer von Naturkatastrophen:
Lass sie eifrige Helfer finden und die Hoffnung nicht
verlieren.
-
Für unsere Gemeinde: Lass uns dankbar sein, für
jeden, der zu uns gehört und uns mit seinen Gaben
bereichert.
-
Für unsere Verstorbenen: Belohne ihren Glauben und
ihre Treue zu Dir mit der Freude und Erfüllung in
Deinem Reich. Wir feiern diesen Gottesdienst...
Herr, unser Gott, gib, dass wir im Brotbrechen und in der
Lehre der Apostel verharren und in Deiner Liebe ein Herz und
eine Seele werden. Darum bitten wir Dich, Christus, unseren
Herrn. Amen.
Liedvorschläge (GL Bistum Münster)
Einzug: 639, 1 + 2
Kyrie: sprechen
Gloria: 476
1. Lesung: Jes 22, 19-23
Zwischengesang: 639, 3
Evangelium: Mt 16, 13-20
Credo: sprechen
Gabenbereitung: 474, 3 - 6
Sanctus: 481
Agnus Dei: 482
Schluss: 637, 1 + 3