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Predigt, Fürbitten und Lieder zum 13. Sonntag im Jahreskreis
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1. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder!
Mitten in die spannende Geschichte von der Auferweckung der
Tochter des Jairus erzählt Markus von einer abergläubische
Frau. Die glaubt doch tatsächlich, sie müsste Jesus
nur berühren, und sie würde geheilt werden. Das
ist ja ein typisch magisches Denken. Und dass das nicht richtig
ist, weiß jeder von uns.
Wir wissen inzwischen, als aufgeklärte Menschen: Weihwasser
ist nur ein Zeichen, Lourdeswasser genauso; mit dem Kreuz
können wir keine Vampire vertreiben, und ein Christopherus
im Auto schützt auch nicht vor Unfällen. Die wundertätige
Medaille darf eigentlich gar nicht so heißen, und der
Wettersegen aus der Kirche bewahrt auch nicht wirklich vor
Blitz und Hagel. Wenn jemand hilft, dann ist das Gott; und
den brauchen wir nur zu bitten. Alles andere ist Brimborium
und Aberglauben.
Wir aufgeklärten Menschen haben es manchmal sogar soweit
getrieben, dass selbst die Kommunion nur noch ein Zeichen
ist, das weder Kraft schenkt noch Vergebung der Sünden.
Das wäre ja auch sonst Magie. Alles was geschieht, soll
letztlich nur ein Akt des Glaubens sein. Gott tut alles. Niemand
sonst.
So haben auch die Apostel gedacht. Sie verstehen nicht, was
Jesus mit der Frage will: Wer hat mich berührt?
Aber Jesus zeigt uns zwei entscheidende Dinge: Ersten hört
er einfach über die Frage und die Einwände der Jünger
hinweg. Das sollten wir auch viel öfter tun. Es lohnt
sich nicht immer und jedesmal, große Diskussionen anzufangen.
Wenn es um den innersten, eigenen Glauben geht, dann darf
man Kritiker und Zweifler auch einfach mal "überhören".
Gerade die sogenannten modernen Menschen, die Aufklärer
und die religiösen Besserwisser können einem normal
Glaubenden ganz schön den Kopf verdrehen. Hören
Sie einfach nicht hin. Das hat Jesus auch nicht getan. Hauptsache,
man behält ein offenes Ohr für Gott und seine Kirche.
Und zweitens: Jesus bezeichnet selbst den Aberglauben der
Frau als "einen Glauben, der Dir geholfen hat".
Also doch!
Es gibt keine geheime Kraft im Gewand Jesu. Es ist der Glaube
an die Göttlichkeit Jesu, die dem Zeichen der Berührung
Kraft und Heilung verleiht.
Es hilft also doch, sich mit Weihwasser zu bekreuzigen: Wenn
wir glauben. Wenn wir an Gottes Macht glauben, dann schützt
auch ein Christopherus, ein Wettersegen und ein Kreuz in jedem
Zimmer; dann haben Reliquien und Andenken einen guten Platz
in unserem Leben. Wenn wir so wie die Frau im Evangelium,
unserer erste Hoffnung auf Gott setzen, dann kann alles das
Heil vermitteln, dass Gott uns schenkt.
Amen.
2. Predigtvorschlag
(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2006)
Liebe Gemeinde!
Was bemühst du den Meister noch länger?
Eine verständliche Frage. Denn beim Tod hört die menschliche
Macht endgültig auf. Da ist nichts mehr zu machen. Der Tod ist ein
radikales Ende, ein Abschied ohne Wiederkehr.
Darum ist der Tod so schrecklich, zum Verzweifeln schrecklich. Seit es
Menschen gibt, kämpfen sie gegen den Tod an und müssen doch
jedesmal die Aussichtslosigkeit ihres Kampfes eingestehen. Wenn der Tod
in unseren persönlichen Lebenskreis einfällt, dann erwachen
existentielle Fragen: Warum müssen wir überhaupt sterben? Wozu
bin ich eigentlich auf dieser Welt? Ist vielleicht das ganze Leben sinnlos,
wenn nach dem Tod alles aus ist?
Zu Beginn meines Studiums habe ich diese Frage intensiv durchdacht und
die Antworten der verschiedenen Religionen verglichen. Die überzeugendste
Antwort war für mich die des Apostels Paulus: Wenn Christus
nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid
immer noch in euren Sünden. (1 Kor 15,17) D.h. Paulus stellt
einen Zusammenhang her zwischen der Auferstehung Jesu von den Toten und
unserer Hoffnung auf Auferstehung von den Toten. Die eine ist die Ursache
der anderen. Die Auferstehung Jesu ist aber eine geschichtliche Tatsache,
die einhellig bezeugt ist und anfangs nicht einmal von den Nichtgläubigen
bestritten wurde. In diesem geschichtlichen Ereignis von Ostern, das wir
Jahr für Jahr und Sonntag für Sonntag feiern, ist unsere Hoffnung
auf ein Leben nach dem Tod begründet.
Diese Hoffnung ist keine bloße Vertröstung; wir haben es nicht
mit einem Märchen zu tun, sondern mit wirklicher Geschichte. Alles
paßt zusammen. Als erstes gilt: Gott hat den Tod nicht gemacht.
Zum Dasein hat er alles geschaffen. (Weish 1,13f) Der Tod ist ein
Übel, das nicht ursprünglich zum Schöpfungsplan Gottes
gehörte, sondern gleichsam erst nachträglich hineinkam, nämlich
aufgrund der Sünde, die den Menschen in die Knechtschaft führte.
Doch dabei hat es Gott nicht belassen, er hat den Menschen aus der Verlorenheit
erlöst, und damit hat er Ostern begonnen, als er Jesus aus dem Tode
befreite. Denn Gott ist Herr über Leben und Tod. Gott kann vom Tod
befreien. Die Begebenheit, die wir heute im Evangelium gehört haben,
zeigt dies eindrucksvoll auf und belegt damit vor allem, daß dieser
Jesus von Nazareth wahrhaft göttliche Vollmacht hat. So ist es kein
Wunder, wenn der Evangelist bemerkt, daß die Leute vor Entsetzen
außer sich gerieten (Mk 5,42).
Doch was bedeutet das für unser Leben? Was Jesus zum toten Mädchen
sagt (Talita kum ich sage dir, steh auf), das sagt er auch jetzt
zu jedem einzelnen von uns. Wir sollen durchaus jetzt schon aufstehen
und leben:
- Wir können ohne Angst und Einschüchterung leben. Wie die hl.
Theresia von Avila sagt: Nichts soll dich ängstigen, nichts
dich erschrecken. Alles geht vorüber. Gott allein bleibt derselbe.
Alles erreicht der Geduldige, und wer Gott hat, der hat alles. Gott allein
genügt. Solo Dios basta.
- Wir sollen gelassen bleiben angesichts von Ungerechtigkeiten, angesichts
des eigenen Leids und des körperlichen Verfalls, den wir jetzt oder
irgendwann erleben, und auch angesichts von Trauer und Bitternis. Gelassen
schließlich auch, wenn wir den Hohn der Mächtigen ertragen
müssen. Wenn wir solches erleben, dann sagt der Herr zu uns: Talita
kum! Laß dich nicht unterkriegen, steh auf! Denn ich habe die Macht,
dir aufzuhelfen und dein Leben zu bewahren.
- Jetzt schon aufstehen und leben heißt ferner, sein Herz mit Liebe
füllen, nicht mit Kleinmut, Mißmut, Bitternis, Zorn oder Gram.
Denn die Liebe allein bleibt, sie hat Bestand bis in die Ewigkeit.
- Jetzt schon aufstehen und leben heißt, in christlicher Würde
leben, mit erhobenem Haupte, nicht mit gesenkter Miene, aufrecht stehend,
mit Selbstbewußtsein, weil wir Gott im Rücken haben und eine
Zukunft vor uns, die unendlich herrlicher ist als alles, was wir kennen.
- Talita kum das sagt Jesus zu uns vor allem, wenn wir die Eucharistie
feiern, denn sie ist das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung.
Steh auf, tritt herzu und iß vom Brot des Lebens. Wer von
diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. (Joh 6,51)
Fürbitten
Guter Gott, Durch Deinen Sohn hast Du das Böse in der
Welt überwunden und uns Deine Gegenwart geschenkt. Dich
bitten wir:
-
Erfülle alle, die zu Dir rufen, mit Zuversicht und
Glauben.
-
Lenke die Augen aller Menschen, die von Angst erfüllt
sind, auf die Gegenwart Deines Sohnes.
-
Erweise Deine Stärke und Nähe all denen, die
in Ängsten, Sorgen und Nöten unterzugehen drohen.
-
Erfülle Deine Kirche mit den Gaben des Geistes,
schenke ihr so Glauben und Mut, Dich zu bekennen.
-
Stärke alle Sterbenden mit der festen Hoffnung auf
Dein Erbarmen und führe sie heim zu Dir. (Wir feiern
diesen Gottesdienst...)
Guter Gott, vieles macht uns heute Angst und mutlos. Beschenke
uns immer wieder mit der Gnade, auf Deine Hilfe hoffen zu
können. Darum bitten wir, durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
Liedvorschläge (GL Bistum Münster)
Einzug: 883, 1 + 2
Kyrie: sprechen
Gloria: 979
1. Lesung: Weisheit 1, 13-15;2, 23-24
Zwischengesang: 291, 1
Evangelium: Mk 5, 21-43
Credo: sprechen
Gabenbereitung: 291, 2 + 3
Sanctus: 988
Agnus Dei: 989
Danksagung: 846, 1 + 2
Schluß: 304, 1 + 3