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Predigt zum 19. Sonntag Im Jahreskreis
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1. Predigtvorschlag
Sind Sie schon mal an einem toten Punkt gekommen?
Konnten Sie körperlich wie seelisch nicht mehr?
Wenn ja, liebe Schwestern und Brüder, dann sind Sie in guter Gesellschaft.
Z. B. mit dem großen Propheten des alten Bundes Elija. Von ihm erzählte die Lesung.
Von ihm und seinem toten Punkt. Er, der wortgewaltige und großartige Prophet Gottes, kann nicht mehr, ist am Ende.
Elija ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein.
Doch dann erscheint in dieser Sackgasse ein Ausweg. Vom Himmel her reicht ihm ein Engel Speise und Trank.
Elija nimmt von dieser himmlischen Speise und geht seinen Weg weiter. Er hat seinen toten Punkt überwunden.
Seit jeher haben die Ausleger der Hl. Schrift darin einen Vorausgriff auf die Hl. Eucharistie gesehen.
Wie Elija durch das Brot und das Wasser des Engels neue Kraft für sein Leben schöpfte, so erfüllt der Empfang des Leibes und Blutes Christi den Gläubigen mit neuem Leben.
Im heutigen Evangelium sagt Jesus von sich:
Ich bin das Brot des Lebens. Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
Die Texte der heutigen Messe also geben uns die Hl. Kommunion als Thema vor.
Was geschieht eigentlich bei der Kommunion mit uns?
Nun, wir nehmen Christus in uns auf in der Gestalt von Brot. ER wird unsere Nahrung, unsere Speise.
Wir werden eins mit IHM. Allerdings wird ER nicht in uns verwandelt, wie es sonst bei der Verdauung von Nahrung ist, nein, wir werden in ihn verwandelt.
Wer die Kommunion empfängt, wird sozusagen zu einem zweiten Christus, wird zu einem Christusträger.
Jeder einzelne, jede einzelne von uns wir zu einem Christus.
Und wir alle zusammen werden zu einem Christus; so wie aus den vielen Körner ein Brot wird, werden wir alle zu einem Leib Christi.
Wenn wir durch die Kommunion in Christus verwandelt werden, haben wir Sein Leben in uns. Er lebt in uns.
Und da Sein Leben den Tod besiegt hat, ist der Empfang der Hl. Kommunion ein Unterpfand dafür, dass auch wir auferstehen werden.
Ich bin das Brot des Lebens. Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
Weil uns der Empfang des Leibes Christi mit Seinem unsterblichen Leben erfüllt, uns so stärkt für das ewige Leben, gibt es seit jeher die Tradition der Krankenkommunionen.
Der Leib des Herrn wird denen gebracht, die wie Elija am Ende zu sein scheinen, die nicht mehr weiterkönnen, deren Leben hier auf Erden zu Ende zu gehen scheint.
Die Hl. Kommunion soll den Kranken mit Christus eins machen.
Der Kranke soll die Nähe Jesu spüren, der ebenfalls körperlich gelitten hat, der weiß, was es heißt ein Kreuz zu tragen, dem Tode nahe zu sein.
Der Kranke soll der Nähe Jesu gewiss sein, der für uns den Tod besiegt und den Weg zum Leben erschlossen hat.
Gleichzeitig darf der Kranke erfahren, dass auch er seinen Platz in der Gemeinschaft der Glaubenden, in der Pfarrgemeinde hat. Er ist nicht vergessen, sondern Glied des einen Leibes Christi, der die Kirche ist.
Jeder Tabernakel erinnert uns daran, dass Christus unser Brot des Lebens ist. Dort wird das allerheiligste Altarsakrament aufbewahrt.
Aus dem Tabernakel wird der eucharistische Leib des Herrn genommen und zu den Kranken gebracht.
Das könnte eine Anregung für uns sein: Wenn wir eine Kirche besuchen, eine Kniebeuge vor dem Tabernakel machen, dann könnten wir unserem Herrn ein Dankgebet sagen für Seine heilspendende Nähe unter uns. Und gleichzeitig könnten wir Ihn um seinen Beistand bitten für die Kranken in der eigenen Familie, im Bekanntenkreis, in der Gemeinde.
Schwestern und Brüder, ich darf Sie ermuntern, wenn Sie Verwandte oder Bekannte kennen, die gerne die Kommunion empfangen möchten, aber durch Krankheit und Alter ans Haus gebunden sind, dem Pfarrbüro deren Namen zu nennen. Wir Seelsorger werden uns darum kümmern.
Ich bin das Brot des Lebens. Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
In der Hl. Kommunion werden wir in Christus umgestaltet.
Er hat den Tod und die Sünde, alles, was das Leben verdunkelt, besiegt.
Deshalb kann uns der regelmäßige und würdige Empfang der Hl. Kommunion auch in den Sorgen des Alltags Kraft und Stärke sein. Mit Christus sind wir nie am Ende.Denn er ist das Brot des Lebens - für die Jungen und die Alten, für die Gesunden und für die Kranken.
2. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder,
nicht nur die Juden nehmen Anstoß an dem, was Jesus
dort in seiner Brotrede sagt. Gerade noch begeistert von der
Brotvermehrung, werden sie jetzt mit dem radikalen Anspruch
Jesu konfrontiert: (Ich übersetze es ihnen einmal etwas
freier:)
«Ich bin der einzige, der Gott je gesehen hat, weil
ich mit Gott eins bin. Und deshalb kann keiner je Gott finden,
wenn er mich nicht findet.» Ohne Jesus kein Heil, ohne
ihn kein Zugang zu Gott. Das klingt für uns Christen
schon nach ziemlich starkem Tobak. Was ist dann mit den Nicht-Christen?
Für die Juden damals war das pure Blasphemie. Aber es
geht ja noch weiter:
«Und zu mir kommt ihr nur, wenn ihr mich esst. Denn
ich bin wie ein Brot, dass euch das himmlische Leben garantiert.
Ohne mich zu essen, müsst Ihr alle sterben.» Für
die Juden der reinste Schwachsinn.
Für uns Christen geht uns allerdings ein Licht auf.
Aha, der meint die Eucharistiefeier! Den christlichen Gottesdienst!
«Wer glaubt, der kommt auch zu mir, um das Brot des
Lebens zu empfangen. Und wer zu mir kommt, der empfängt
das ewige Leben.»
Damit gibt Jesus glasklar eine Antwort auf viele Fragen,
die mir manchmal gestellt werden:
«Ist etwa ein Mensch, der nicht mehr zu Kirche geht,
ein schlechterer Christ?» - Ja, das ist er. Es ist sogar
so, dass ein Mensch, der nicht mehr zur Kirche geht, überhaupt
kein Christ mehr ist. Denn wer glaubt, der wird auch kommen,
um das Brot des Lebens zu empfangen. Denn nur der Geist macht
lebendig, nicht der Buchstabe, auch nicht die beiden Buchstaben
im Personalausweis, die meine Konfession angeben.
«Was habe ich denn davon, wenn ich zum Gottesdienst
gehe? Was soll mir der Gottesdienst bringen?» - Das
ewige Leben! Nichts weniger als das!
«Und ich soll wirklich glauben, dass sich das Brot da
verwandelt?» - Ja, das ist unser Glaube. Dass Jesus
unser Brot wird und wir sein Fleisch essen.
Liebe Schwestern und Brüder, am Ende der Brotrede erklären
die Juden Jesus für verrückt. In Scharen verlassen
sie ihn. «Das ist ja unerträglich! Wer kann sich
so etwas anhören!» heißt es im Originaltext.
Vielleicht ergeht es ihnen genauso: Ohne die Eucharistiefeier
kein ewiges Leben, ohne den Sonntagsbesuch keinen Himmel;
jede verpasste Sonntagsmesse eine Sünde; ohne Christus
keinen Zugang zu Gott? Wer soll sich so etwas anhören,
dass ist doch unerträglich!
Ganz oder gar nicht, heißt es bei Jesus. Er lässt
die Massen gehen und macht keine Abstriche an dem, was er
gesagt hat. Die Apostel aber sind geblieben, und noch viele
andere. Weil sie begriffen haben, das nicht Jesus sich nicht
auf Kompromisse einlassen will; sondern das alles, was den
Glauben ausmacht, durch Kompromisse zerstört würde.
Die Freiheit des Glaubens, der Kinder Gottes; die Wunder,
die durch den Glauben geschehen sind, die Gnaden und Freuden
des Gebetes - das alles können wir nur haben, wenn wir
uns entscheiden. Wir können den Glauben nicht sezieren
und sagen: Okay, das mit der Hochzeit, der Taufe und den schönen
Weihnachtsgottesdiensten, den Trost bei der Beerdigung und
ab und zu ein Gebet zu hause: Das nehme. Was kostet das?
Nein, Jesus gibt es nur ganz oder gar nicht. Wir müssen
uns Jesus in der Eucharistie anschließen wie mit einem
Kabel. Das schränkt unsere Bewegungsfreiheit ein, klar.
Aber ohne dieses Kabel zur sonntäglichen Messe fließt
auch all das andere nicht mehr. Wir powern aus. Und wenn wir
wirklich mal Gott brauchen, weil unser Leben in einer Katastrophe
zu enden droht, finden wir uns oft in einer Gottferne wieder,
die wir selbst verschuldet haben.
Jesus wünscht uns eine entschiedene Entschiedenheit.
Er ist unsere Kraft und unser einzige Verbindung zu Gott.
Zu wem sollten wir auch sonst gehen? Nur er hat wirklich Worte
des ewigen Lebens. Amen.
3. Predigtvorschlag
(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2006)
Liebe Gemeinde!
Die heutige Lesung erzählt von Elija, der in die Wüste geht
und sich den Tod wünscht. Er war auf der Flucht vor der Königin
Isebel, die Grund zum Zorn gegen ihn hatte und tödliche Rachepläne
hegte. Elija hatte nämlich in einem aufsehenerregenden Wettstreit
zuerst die Machtlosigkeit der Baalspropheten demonstriert und sie dann
anschließend umbringen lassen. Dies geschah im 9. vorchristlichen
Jahrhundert unter dem König Ahab. Das Volk, das von Isebel zum Götzendienst
verführt worden war, bekehrte sich aufgrund der wundersamen Ereignisse
wieder zu Jahwe, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, aber anscheinend
war dieser Gesinnungswandel nicht von langer Dauer. Elija ist jedenfalls
ganz auf sich allein gestellt und verliert schließlich in der Wüste
all seinen Lebensmut. Der so glaubensstarke und mutige Künder des
Wortes Gottes muß erfahren, was immer wieder denen widerfährt,
die sich von Gott senden lassen: Erfolglosigkeit, Einsamkeit, Verfolgung,
Selbstzweifel, Trostlosigkeit, Angst. Vielleicht macht gerade diese Seelenlage
ihn uns so sympathisch, ihn, der sonst so streng erscheint, so leidenschaftlich
um die Sache Gottes besorgt und so siegesgewiß, daß man beinahe
schon Angst bekommt. Nein, Elija muß alle Höhen und Tiefen
des Lebens durchschreiten, sein Glaube ist genauso angefochten wie der
unsrige, denn er ist ein schwacher, zerbrechlicher Mensch wie wir alle.
Aber zugleich ist er ein echtes Vorbild für uns und ein Beispiel
dafür, daß Gott seine Getreuen nie verläßt. Gewiß
Elija braucht eine ganze Zeit, um zu begreifen, daß die einfachen
Gaben von Brot und Wasser Engelsgaben sind, von Gott geschenkt zu seinem
Trost, aber dann macht er sich auch wieder auf, um Gottes Nähe neu
zu suchen. Halten wir einen Moment inne und beziehen diese Szene auf uns:
Kennen wir nicht auch die Erfahrung der Wüste, der Einsamkeit, der
überhand nehmenden Probleme? Lassen wir uns dann von den niederdrückenden
Gefühlen ersticken oder öffnen wir die Augen für
die vielen kleinen Zeichen der Hilfe Gottes, Dinge vielleicht, die uns
selbstverständlich geworden sind, obwohl sie es nie sind; oder Menschen,
die uns wie Engel begegnen, die uns ein verstehendes, helfendes Wort sagen?
Wie lange brauchen wir dann, um aus der Tatenlosigkeit zu erwachen und
neuen Mut zu schöpfen? Vielleicht erwarten wir ja eine andere
Art der Antwort von Gott, als er sie zu geben bereit ist, ein umwerfendes
Eingreifen Gottes so ganz nach unserem Geschmack, nach der Weise, wie
Menschen denken. Und dann lassen wir die Hände sinken und machen
Gott Vorwürfe, anstatt uns auf die neue Suche nach ihm und seiner
Weisung zu begeben. Die Lesung ist als Hintergrund für die Rede Jesu
über das eucharistische Brot ausgewählt worden. Sie soll also
erklären, was Jesus eigentlich meint, wenn er sagt: Ich bin
das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wir sollen
begreifen, daß die heilige Speise, die uns in der Messe gereicht
wird, für unseren Lebensweg so nötig ist wie die Engelsspeise,
die Elija neuen Lebensmut gegeben und mit der er sich für den Weg
zum Gottesberg Horeb gestärkt hat. Der Mensch lebt nicht von Brot
allein, nicht nur von den materiellen Gütern dieser Erde, denen doch
die Vergänglichkeit anhaftet. Wir leben letztlich aus Quellen, zu
denen wir selbst keinen Zugang haben. Ob sie sich öffnen oder schließen,
hängt nicht von unserem Geldbeutel ab. Jesus ist diese Quelle in
Person, denn er ist nicht nur ein Bote Gottes, sondern der Sohn Gottes,
der im Schoße des Vaters ruht und somit selber Quell
des Lebens ist. Die Eucharistie öffnet uns die Quellen des Lebens.
Wer glaubt, hat das ewige Leben.
Wer von diesem Brot ißt,
wird in Ewigkeit leben. (Joh 6,47. 51) Essen des Brotes Kommunizieren
ist dabei ein ganzmenschlicher Vorgang, nicht einfach nur ein mechanisches
in-den-Mund-Nehmen und Runterschlucken. Wer ohne Glauben und ohne Liebe
die Kommunion empfängt, kommuniziert gar nicht, denn er öffnet
sich nicht für die Gemeinschaft mit Gott und den anderen Kommunikanten.
Jesus drückt das so aus: Der Geist ist es, der lebendig macht;
das Fleisch nützt nichts. (Joh 6,63) Nur ein Kommunizieren
im Heiligen Geist hat lebensspendende Wirkung. Ich sehe es immer wieder
an den Gesichtern der Menschen, die zur Kommunion gehen: sie leuchten
und strahlen. Sie bringen Licht in ihre Umwelt, sie sind wie Engel für
die Entmutigten und Erschöpften, sie tragen dazu bei, daß wir
alle den langen Weg zum Gottesberg schaffen. Seien auch Sie so
ein Engel!
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du siehst in unserem Herzen all unser
Hoffen, Sehnen und Wünschen. Dir tragen wir unsere Bitten
vor.
-
Schenke uns Geduld und guten Willen im Umgang mit unseren
Mitmenschen.
-
Schenke allen Menschen einen Blick für die guten
Seiten der Menschen, die ihnen fremd, fern oder unnahbar
erscheinen.
-
Schenke den Menschen in den Kriegsgebieten dieser Erde
den Willen zum Frieden und zeige ihnen Wege, diesen zu
verwirklichen.
-
Schenke den Eheleuten und den Liebenden den Mut und die
Kraft, sich gegenseitig auch mit den unbekannten Seiten
anzunehmen.
-
Schenke den Kranken, Einsamen und Sterbenden Menschen,
die ihnen mit ganzem Herzen zugetan sind.
-
Schenke den Verstorbenen die beglückende Nähe
deines Herzens.
Darum bitten wir, durch Christus unseren Herrn. Amen.
Fürbitten 2. Vorschlag
Zu Gott, der uns Speise gibt zur rechten Zeit, rufen wir:
- Du hast uns die Feier der Hl. Eucharistie anvertraut: Lass Deine Kirche aus der Kraft dieser Hl. Speise leben.
- Du hast Christus eingesetzt als den Hohenpriester: Mache alle Priester zu treuen Dienern Deines Altares.
- Du fügst zu einem Leib zusammen, die an dem einen Brot teilhaben: Festige den Frieden und die Eintracht unter denen, die an Dich glauben.
- Du reichst uns mit dem Leib Deines Sohnes die Arznei der Unsterblichkeit: Schenke allen Kranken lebendige Hoffnung.
- Du rufst uns zum ewigen Gastmahl: Gib, dass alle Verstorbenen teilhaben an der Auferstehung Deines Sohnes.
Gott, Du hast uns den Leib Deines Sohnes als Nahrung auf unseren Pilgerweg hier auf Erden hinterlassen. Dafür loben und preisen wir Dich im Hl. Geist jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Liedvorschläge (GL Bistum Münster)
Einzug: 622, 1-5
Eröffnung / Begrüßung
Kyrie: 463 (Vorsänger: Priester)
Gloria: 464
Lesung
Zwischengesang: 292, 1 + 2
Evangelium: Joh 6, 41-51
Credo: sprechen
Gabenbereitung: 538
Sanctus: 988
Agnus Dei: 989
Danksagung: Orgel, dann Text
Schluss: 267, 1-3