Suche: 
Predigt, Fürbitten und Lieder zum 33. Sonntag im Jahreskreis
1. Predigtvorschlag

Endzeitstimmung!
So, liebe Schwestern und Brüder, könnte man die Atmosphäre beschreiben, die die Lesungen des heutigen Sonntags kreieren.

Endzeitstimmung!
Weltuntergang. Verfinsterte Sonne. Dunkler Mond. Sterne fallen vom Himmel. Gericht.

Endzeitstimmung!
Am Ende des Kirchenjahres werden die Evangelien düsterer: Die Sterblichkeit der Menschen und das Wiederkommen Christi als Richter werden heraufbeschworen.

Und schon wird vielleicht bei den Älteren von Ihnen die Erinnerung an Damals wach, wo Mama, Papa und der Pastor den Kindern mit der Hölle Angst gemacht haben.
Drohbotschaft statt Frohbotschaft sei das, sagen die Jüngeren heute. Und deshalb steht zwar das Lied "Strenger Richter aller Sünder" noch im Gotteslob, wird aber sozusagen nicht mehr gesungen.

Nein, diese Evangelien von Weltuntergangsszenarien und Naturkatastrophen machen uns unsere schöne Weltsicht kaputt, gerade jetzt so kurz vor dem Gemütlichkeit versprühenden nahen Advent.

An das unausweichliche Ende zu denken, das fällt den Menschen und auch uns Christen immer schwerer. Etwas sperrt sich in uns dagegen.

Am Anfang der Christenheit war dem nicht so. Im Gegenteil. Die junge Kirche konnte die Ankunft Christi, des Weltenrichters gar nicht abwarten. "Maranatha! Komm, Herr Jesus!" war ein beliebter und mit tiefer Sehnsucht erfüllter Gebetsruf damals. Damit endet auch das Neue Testament: "Komm, Herr Jesus!"

Das ist uns Menschen heute sozusagen fast gänzlich abhanden gekommen. Statt der Freude auf das zukünftige Leben, die neue Welt macht sich bei uns oft eine diffuse Angst breit, vor den Dingen, die da kommen sollen.

Liebe Schwestern und Brüder.
Vermutlich ist es aber gar keine Angst vor der Zukunft, die uns bewegt das Ende von allem irgendwie zu verdrängen. Vielmehr scheint es mir die Angst vor der eigenen Vergangenheit zu sein.

Wir fürchten nicht so sehr das, was da kommen wird, sondern eher das, was wir jetzt, im Moment sind.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie sich - wie ich mir - schon häufiger die Frage gestellt haben: "Was würde ich tun, wenn heute mein letzter Tag wäre?"
Und sicherlich haben Sie sich wie ich mir viele Antworten gegeben: mich mit jemanden versöhnen, mich entschuldigen, jemanden besuchen, die Natur ein letztes Mal genießen, wirklich beten.

Aber - und das ist das Entscheidende - wir tun's oft nicht. Wir bringen nicht den Mut, nicht die Kraft auf, das wirklich zu tun, was wir tun müssten, wollten. Und deshalb - weil wir nicht die sind, die wir eigentlich sein könnten - deshalb fürchten wir das, was da kommen soll, weil wir fürchten, was wir sind. Nicht, weil das Ende so schrecklich wäre, sondern weil wir spüren, dass wir uns selber, unseren Mitmenschen und Gott gegenüber nicht gerecht werden.

Liebe Schwestern und Brüder, angesichts des unausweichlichen Endes sollten wir uns das vielleicht eingestehen, dass unser Leben wirklich unvollkommen ist.
Wir bedürfen der Umkehr, des täglichen Neuanfanges, damit wir uns in unserer Haut wieder wohlfühlen können.

Das ist ein anspruchsvolles Leben. Sicherlich. Und vielleicht, weil viele diesen Anspruch ahnen und nicht wahrhaben wollen, wenden sie sich von Kirche und Gott ab, verdrängen den Tod und das Ende der Welt.

Unsere Gesellschaft scheint mir manchmal eine riesige optimistische, laute, vergnügte, ausgelassene Feiermenge zu sein, die es nicht gern hat, wenn man beim Feiern an den Kater erinnert wird, der unumgänglich kommen wird.

Die Evangelien über das Gericht - eine Drohbotschaft?
Für mich sind sie eher eine Wach-mach-Botschaft?
Die Evangelien drohen nicht mit dem bösen Gott, der uns allen übel mitspielen will.
Vielmehr sensibilisieren uns diese Evangelien auf unser eigenes Leben zu schauen, es ernst zu nehmen, es nicht zu vertrödeln, uns nicht zu vertrösten mit einem: "Ab morgen fang' ich an, wirklich zu leben!"

Das Leben ist zu wertvoll es nicht wirklich zu leben.

Liebe Schwestern und Brüder!
Christus wir am Ende der Tage erscheinen, um Gericht zu halten.
Ein Richter ist aber kein Despot, der willkürlich bestraft und mit den Angeklagten macht was er will. Ein Richter deckt vielmehr auf, was wirklich geschehen ist und fällt dann ein Urteil, das gebunden ist an die Gerechtigkeit.

Und dieses Urteil des gerechten Richters wird von vielen erwartet, die heute auf der Schattenseite des Lebens stehen.
Der Junge, der unter unmenschlichen Bedingungen z. B. auf einer afrikanischen Plantage arbeiten muß,
das Mädchen, das von asiatischen Zuhältern an europäische Sextouristen erkauft wird,
der junge Mann, der gefoltert wurde, weil er sich gegen ein Gewaltregime geäußert hat,...
Haben nicht all diese und die zigtausend anderen Opfer von Gewalt und Unrecht auf dieser Erde ein Recht auf diese letzte Gerechtigkeit? Für viele mag der Gedanke an ein gerechtes Ende dieser Welt die einzige Hoffnung in ihrem Leiden gewesen sein.

Liebe Schwestern und Brüder!
Gott ist gerecht, weil er gut ist. Er wird niemanden zu kurz kommen lassen oder übervorteilen.

Gott ist aber auch barmherzig, weil er gut ist. Er wird jeden und jede mit seinem liebenden Blick anschauen. Er wird all die tiefen Sehnsüchte, die Schwächen, die Leiden, das Bemühen in uns sehen und anerkennen.

Christus wir am Ende der Tage erscheinen, um Gericht zu halten.
Er ist ein barmherziger und gerechter Richter. Er droht uns nicht. Er macht uns Mut unser Leben wirklich zu leben, uns nicht auf faule Kompromisse einzulassen.

Wir sind in seiner Hand, aber nicht als Verlorene, sondern als Geborgene.

2. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Ende der Welt - kein sehr erfreuliches Thema. Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond nicht mehr scheinen, die Sterne fallen vom Himmel. Das Ende der Welt wird hier nicht besonders rosig ausgemalt. Und oft hört man von Menschen, die großen Katastrophen gegenübergestanden haben, im Nachhinein den Ausruf: «Ich dachte, das Ende der Welt sei gekommen!».

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, mag vielleicht der eine oder andere denken und sich dann bangen Herzens in das drein geben, was da kommen wird.

Dabei haben die ersten Christen das Ende eigentlich gar nicht gefürchtet, sondern sogar im Gegenteil herbeigesehnt. Am Ende der Bibel ist der letzte Satz der Stoßseufzer des biblischen Menschen: «Maranatha - komm, Herr Jesus.» Seltsam.

Oder ist nicht eher unsere Haltung seltsam? Was ist daran so beängstigend, wenn es heißt: «Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt» - «Sie werden immer und ewig leuchten wie die Sterne» - «Dann wird der Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen» - «Er wird die Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen» - wie herrlich muss doch der Himmel sein!

Sicher - auch hier auf der Erde ist es schön. Aber eben leider nicht immer und nicht für alle Menschen, die Augenblicke des Glücks sind eben nur Augenblicke. Für den biblischen Menschen war es also klar: Unsere Heimat ist im Himmel, hier sind wir in der Fremde. Was sollten wir also sehnlicher erwarten als das Weltenende?

Warum freuen wir uns - freuen sie sich - also nicht auf das Ende der Welt? Warum haben so viele Menschen Angst vor den Dingen, die da kommen sollen?

Vermutlich, weil es genau genommen keine Angst vor der Zukunft ist, sondern eine Angst vor unserer eigenen Vergangenheit. Wir fürchten nicht das, was da kommen wird, sondern vielmehr dass, was wir jetzt, im Moment, sind.

Wer hat sich nicht schon öfter die Frage gestellt: «Was würde ich heute tun, wenn ich wüsste, dass dies mein letzter Tag wäre?» Viele Antworten fallen uns dazu ein, und oft können wir ganz bestimmt sagen, was wir dann tun würden:
Uns versöhnen, uns entschuldigen, noch einmal jemanden besuchen, Gespräche führen, die Natur genießen, beten, mit Gott ins reine kommen.

Aber - und das ist der entscheidende Punkt - wir tun's nicht. All das, was wir tun würden, wenn das Ende der Welt morgen wäre, lassen wir doch wieder sein. Und deshalb - aufgrund unserer eigenen Inkonsequenz - fürchten wir das, was da kommen soll, weil wir fürchten, was wir sind. Nicht, weil das Ende so schrecklich ist, sondern deswegen, weil wir heute so schrecklich inkonsequent sind.

Wenn wir unser Glück an den Fernseher, unser Haus und unser Ansehen hängen, können wir beim Ende der Welt nur verlieren. Und zwar so ziemlich alles.

Wenn wir aber beginnen, ganz in der Liebe zu Gott und den Menschen aufzugehen, werden wir nur gewinnen können. Wer damit rechnet, dass das Ende der Welt wirklich morgen da sein könnte(!), und auch so lebt(!), der gewinnt hier auf Erden schon eine ganze Menge, dereinst aber gewinnt er mit Garantie den Hauptpreis.

Amen.

3. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder!

Vom Ende redet keiner gerne. Wenn es schön ist, alle vergnügt und gut unterhalten, die Mägen und die Gläser gut gefüllt - dann ist derjenige ein Spielverderber, der davon spricht, dass es nicht immer so sein wird. Wer will schon beim Feiern an den Kater denken, der auf ihn wartet?

Solange es uns gut geht, wollen wir nicht daran denken, dass es auch anders sein könnte. Wer sein Leben genießen will, der wird Tod und Leid verdrängen, bis es nicht mehr geht. Dass wir in der westlichen Welt auf Kosten aller anderen und vor allem auf Kosten der Natur leben, steht fest. Davon brauchen wir aber nicht immer wieder zu reden, denn das zerstört nur unsere gute Genießerlaune. Wer jetzt davon redet, dass es uns nicht lange so gut gehen kann, wie es uns jetzt geht, bekommt vielleicht ein zustimmendes Nicken - damit man dann ganz schnell das Thema wechselt. "Die Natur ist schon arm dran. Da hast Du recht. Okay, wer kommt mit zu McDonalds?" Carpe Diem! So hieß ein Wahlspruch des Mittelalters. Carpe Diem - Genieße den Tag, so lange es hellt ist.

In einer Gesellschaft, in der es sich gut leben lässt, ist der Gedanke an das Ende, an den Tod und das, was danach kommt, allerdings ein trübseliger Gedanke.
Aber für die Menschen, die auf der anderen Seite der Medaille leben, die hier einiges zu leiden haben, deren Leben eben kein Zuckerschlecken ist, sieht das schon ganz anders aus: Da ist der Himmel wirklich noch eine Verheißung. Da ist man gar nicht so entsetzt darüber, dass dieses Leben nicht ewig dauert.

Unsere Glaubensschwäche, nicht an das Ende denken zu wollen, ist schon ein wenig arrogant. Den Gedanken an das Ende und das Gericht als wenig frohmachend zu bezeichnen, ist eigentlich pure Egozentrik.

Ja, im Grunde ist auch unser Empfinden bei Glaubenssätzen wie "Strenger Richter aller Sünder" entlarvend. Jeder Ausgebeutete Sklave auf den Plantagen der grausamen Großgrundbesitzer wird sich vom Richter der Welten genau das Wünschen: Strenge und Gerechtigkeit. Jedes Opfer von Gewalt und Diktatur spürt Hoffnung, wenn wir ihm Gott als den Richter aller Menschen verkünden. Jeder Mensch, der gefolterte und misshandelt, vergewaltigte und gebrochen wurde, findet Halt in der Verheißung vom Weltgericht.

Und wir versuchen, solche Glaubenssätze zu vermeiden, aus den Liedern und Gebeten zu streichen, ja sogar aus den Evangelien! Das kann das nur zwei Gründe haben: Erstens geht es uns zu gut und zweitens auf Kosten anderer.

Aber noch etwas ist daran entlarvend: Wenn wir uns wirklich um eine christliche Lebensweise bemühen, dann werden wir feststellen, dass diese sich nicht auszahlen wird. Wer ehrlich lebt, wird Nachteile haben (denn Lügner kommen weiter). Wer Rücksicht nicht, wird des öfteren auf der Strecke bleiben (denn Ellbogen setzen sich durch). Wer sich Zeit zum Gebet nimmt, wird ab und zu den Anschluss verlieren (denn die Zeit verrinnt, und Zeit ist Geld). Wer auf Gott vertraut, wird nicht genügend leisten (denn wer Sonntags Pause macht, ist ein Betriebsrisiko). Es ist nichts Neues, dass Christsein und christlich Leben ein gesellschaftliches Risiko allerster Ordnung darstellen.
Das macht uns Christen aber nichts. Das ist kein Problem. Denn wir wissen ja, dass wir spätestens beim Jüngsten Gericht Recht bekommen. Dass dann alles offenbar wird, was hier auf Erden nicht gewürdigt wurde. Gerade weil wir Christen an das Jüngste Gericht, an das Ende der Welt und an Gott den Herrn der Zeiten glauben, sind wir so vergnügt, wie es sonst kein anderer sein kann.

Das Gericht verschweigen will nur der, der etwas zu fürchten hat. Wenn wir uns redlich bemühen, gibt es dafür aber keinen Grund. Außerdem: Vergessen wir nicht das Vitamin B. Wir haben Beziehungen. Gute Beziehungen. Die helfen immer. Deshalb: Pflegen sie ihr Verhältnis zu Jesus. Wir können es alle gebrauchen.
Amen.

4. Predigtvorschlag

(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2006)

Liebe Gemeinde!

Weltuntergangsängste und entsprechende Mythen sind so alt wie die Menschheit selbst. Die Menschen wissen nämlich – anders als die Tiere –, daß sie sterben werden, ja, daß alles Irdische vergänglich ist. „Windhauch ist alles“, das haben die Teilnehmer der Bibelwoche in der letzten Woche immer wieder vom Prediger Kohelet gehört, „es ist alles Windhauch“, d.h. flüchtig und vergänglich.

Dieses Menschheitswissen greift Jesus auf und bestätigt es mit kräftigen Bildern. Er benutzt dabei die sog. apokalyptischen Vorstellungen, die zu seiner Zeit sehr im Umlauf waren: daß sich die Sonne einst verfinstern wird, daß der Mond nicht mehr scheint und gar die Sterne vom Himmel fallen – alles gewaltige Zeichen für das Ende und den Untergang der Welt. Aber er bestätigt nicht einfach die verbreiteten Vorstellungen, sondern er lenkt sie in eine andere Richtung, denn er malt nicht nur den Schrecken aus, sondern kündigt zugleich die Rettung an: die Engel werden die „Auserwählten aus allen vier Himmelrichtungen zusammenführen“ (Mk 13,27). Mitten im katastrophalen Ende soll von Gott her, bei der Wiederkunft Christi, das endgültig und ewig Bleibende errichtet werden. Das Flüchtige, das nur Windhauch ist, geht zwar zugrunde, aber von Gottes bleibender Ewigkeit her wird der Mensch, der sich in Gott festgemacht hat, gerettet.

In die gleiche Richtung geht der Vergleich mit dem Feigenbaum. Jesus verwendet den Feigenbaum öfter als Bild für das auserwählte Volk Israel. Einmal verflucht er einen unfruchtbaren Feigenbaum, weil dieser keine Frucht bringt, wozu er doch da ist (Mk 11,12-14). Ebenso weint er über Jerusalem, weil seine Bewohner nicht erkannt haben, was ihnen Frieden bringt. (Lk 19,41f; vgl. 13,34) Hier aber kündigt er eine frohmachende Veränderung an: „Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wißt ihr, daß der Sommer nahe ist.“ (Mk 13,28) D.h. für den verdorrten Feigenbaum gibt es die Hoffnung auf einen neuen Sommer; Israel wird eines Tages aufblühen und Frucht bringen, die Frucht der gläubigen Hinwendung zum wirklichen Messias.

Dies alles soll inmitten von Bedrängnis und Schrecken geschehen. Was vom Menschen her die reine Katastrophe zu sein scheint, das ist von Gott her gesehen neues Aufblühen und Fruchtbarwerden, ist Zeit der Ernte Gottes. Das also können wir vom Vergleich mit dem Feigenbaum lernen: daß das Weltende für die Gläubigen nicht den Zusammenbruch ins Nichts hinein ist, sondern Aufbruch ins Ewige Gottes.

Soviel ist gewiß. Anderes dagegen bleibt ungewiß, vor allem wann das alles geschehen wird. „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ (13,32) Wir können den Tag nicht berechnen, und wir sollen uns erst recht nicht irremachen lassen von Leuten, die zu wissen meinen, der Tag sei bald gekommen – ganz gleich, ob sie sich auf die Klimakatastrophe oder sonst etwas berufen. Apokalyptische Ängste schüren ist etwas Unverantwortliches, denn es lähmt den Menschen und hindert ihn daran, seinen Verstand und Phantasie einzusetzen zur Abwendung der gegenwärtigern Gefahren. Hüten wir uns vor den Sektierern, die unter dem Mantel der Frömmigkeit den Menschen zuerst verängstigen und dann unfrei machen!

Halten wir uns besser an diejenigen Menschen, die zu anderen Zeiten vor ähnlichen Problemen wie wir heute standen und sie in Gelassenheit und Gottvertrauen angegangen sind. Der Not der Vergänglichkeit ist z.B. der Barockdichter Andreas Gryphius mit folgendem Gedicht entgegengetreten:

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen.

Mein sind die Jahre nicht, die etwa mögen kommen.

Der Augenblick ist mein, und nehm’ ich den in Acht,

so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht.

Fürbitten

Wir beten zu Jesus Christus, der diese Welt zum Heil und zur Vollendung führen will.

  • Herr Jesus Christus, schenke uns Kraft und Geistesgegenwärtigkeit, jeden Tag und jede Stunde als dein Geschenk anzunehmen.

  • Bring den kranken und hilflosen Menschen deinen Trost und stärke ihre Hoffnung auf Deine Verheißung.

  • Lass den Verletzten, Heimat- und Obdachlosen das Licht der Nächstenliebe aufleuchten.

  • Erhalte in den Christen die Sehnsucht nach einem Leben in Geborgenheit, das seine Vollendung findet in Dir.

  • Lass auch die Kinder, die in Armut und Elend aufwachsen, die Hoffnung auf eine Welt voller Zuneigung nicht verlieren.

  • Nimm alle unsere Verstorbenen auf in die Herrlichkeit bei Dir. Wir feiern diesen Gottesdienst...

Denn Du bringst Licht und Wärme in unsere Welt, Du willst sie zur Vollendung führen, damit wir Dich erkennen als Christus, unseren Herrn. Amen.

Fürbitten 2. Vorschlag

Lasst uns zu unserm Herrn Jesus Christus beten. Er wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

  • Schenke uns die Kraft und die Geistesgegenwart, jeden Tag und jede Stunde als Dein Geschenk anzunehmen.
    Christus, höre uns.
  • Lass den Opfern von Gewalt, den Geschundenen und Geschlagenen, den Heimat- und Obdachlosen das Licht der Nächstenliebe aufstrahlen.
  • Mache Deine Kirche zu einer glaubwürdigen Verkünderin Deiner barmherzigen Gerechtigkeit.
  • Erhalte in uns Christen die Sehnsucht nach einem Leben in Geborgenheit, das eine Vollendung in Dir findet.
  • Stehe allen bei, die in diesem Hause mit dem Tode ringen und vergilt ihnen, was sie Gutes getan und an Schweren erlitten haben.

Gott, Du allein bist Ursprung und Ziel unseres Lebens. Zu Dir dürfen wir vertrauensvoll rufen, zu Dir, der Du mit dem Sohn und dem Hl. Geist lebst und regierst in Ewigkeit.

Liedvorschläge (GL Bistum Münster)

Einzug: 947, 1 + 5

Einleitung: Im Monat November denken wir an unsere Verstorbenen - und führen uns auch unsere eigene Endlichkeit vor Augen. Im Glauben bekennen wir, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, dass es einen Gott gibt, der uns bei sich aufnehmen will. Aber - leben wir auch so?

Kyrie: 495, 2

Gloria: 953, 1+4

1. Lesung: Dan 12, 1-3

Zwischengesang: 294, 3

Evangelium: Mk 13, 24-32

Predigt

Credo: 983

Gabenbereitung: 262, 1 - 3

Sanctus: 987

Agnus Dei: sprechen, dann: 933, 4 + 5

Danksagung: 965, 4

Schluss: 996