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Gott erfahren - Die Sakramente

  • Kann man Gott überhaupt erfahren?
  • Wieso in der Kirche?
  • Was bringt mir das?
  • Es gibt so viele Religionen... Welche ist richtig?

Das sind nur vier von den häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, wenn ich in der Schule oder bei unseren Meßdienern versuche zu erklären, warum man sonntags in die Kirche gehen soll, welchen Sinn das macht: Ein Sakrament empfangen.

Die meisten Menschen glauben nicht so recht daran, daß man Gottes Nähe, seine Liebe zu uns erfahren kann. Dann kann man natürlich auch unter den vielen Religionen nicht die wahre Religion finden. Dann bringt es natürlich auch nichts, in die Kirche zu gehen, weil ich da drinnen genauso wenig von ihm erfahre wie draußen.

Du kannst den Test machen. Frag die Leute mit dem „Man kann auch ohne Kirche glauben"-Spruch, frag Dich selbst: Hat „Glauben" hier etwas mit dem wirklichen Gott zu tun? Oder ist das nur eine Idee, eine vage Möglichkeit für Dich, daß es vielleicht so etwas gibt: „Gott"? Woran merkst Du, daß Du an Gott glaubst? Sprichst Du mit Ihm? Pflegst Du den Kontakt? Hast Du Erfahrung mit Gott?

Glauben ist nicht nur irgendeine Meinung, Glauben ist Vertrauen in eine Person. Ein Mann glaubt seiner Frau, daß sie ihn liebt. Deshalb liebt er sie auch, verspricht ihr, in guten und in bösen Tagen immer für sie und mit ihr da zu sein. Daran merkst du, daß er ihr glaubt. Er hat den Mut dazu, weil er sie kennt.

Damit ich wieder zum Glauben zu Gott zurückfinden konnte, mußte ich von anderen lernen, wer dieser Gott ist. Mein Hirn mußte ich dabei allerdings auch einschalten. Und ich mußte erfahren, daß Gott mich liebt. Mein Herz war ebenso wichtig. Sonst hätte ich Ihm nicht vertrauen können. Jetzt kenne ich ihn, kann glauben.

 

 

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Diese Katechese ist auch als gedrucktes Heft (Nr. 063) erhältlich: Kostenlose Bestellung

Absolut verläßlich - Ehe

Das Beispiel von Mann und Frau hat natürlich einen Haken: Ich kenne einen anderen Menschen ja nur so, wie er bis jetzt war. Viele Ehen werden geschieden, in kaum einem Film oder Buch hält eine Ehe fürs ganze Leben. Menschen verändern sich ja. Die Frau die ich heute so kenne, wird in ein paar Jahren anders sein. Auch ich werde mich ändern. Wer weiß, ob wir dann noch zu unserem gegenseitigen Versprechen stehen? Das ist nichts Neues. Schon die Jünger Jesu und seine Gegner verstanden nicht, warum Jesus die Scheidung nicht für möglich hielt. Wenn die Ehe nicht geschieden werden kann, sagen sie: „Dann ist es nicht gut für den Mann zu heiraten!"(Mt 19, 10)

Jesus nennt seine Gegner hier „hartherzig". So wie wir die Menschen erfahren, kann man nicht glauben, daß einer absolut verläßlich ist, weil es eben ein Mensch ist. Das ist der Haken, wenn ich die menschliche Liebe, den Glauben, das Vertrauen auf den andern mit dem Glauben an Gott vergleiche.

Denn Gott ist absolut verläßlich. Er ändert seine Liebe zu mir nie. Was Er versprochen hat, das wird Er auf jeden Fall halten, ganz gleich, ob ich treu bleibe. Er bleibt treu, weil er Gott ist. (1Thess 5,24) Gott hat einen Bund mit den Menschen geschlossen: Neues „Testament", neuer Bund heißt der Teil der Bibel, der erzählt, wie Gott durch Jesus einen absolut verläßlichen Bund mit den Menschen eingeht, die wollen. Paulus spricht es aus: Nichts „kann uns trennen von der Liebe Gottes in Jesus Christus, unserm Herrn." (Römerbrief 8,39)

Durch Jesus wird die Ehe zu einem Sakrament: Der absolut verläßliche Gott verbindet die beiden Menschen, die vor Ihm stehen und sich die Ehe gegenseitig versprechen. „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen!" (Mt 19,6)

Zu sehen und zu hören sind zwei Menschen, die sich die Hand geben, einen Ring anstecken und gegenseitig etwas versprechen. Aber die Sinne verraten nicht das Geheimnis, das hier geschieht: Nicht nur die beiden versprechen etwas, Gott selbst handelt an ihnen. Sie können sich trauen fürs ganze Leben, weil sie Gott vertrauen. Er gibt ihnen, allen Hartherzigen, die wollen, ein neues Herz (Ez 36,26). Er ist der Gott ihrer Liebe, ihres Lebens. Der Bund der beiden Eheleute kann deshalb so verläßlich sein, wie Gottes Bund mit seiner Kirche.

In der Treue der Verheirateten kann man daher Gott erfahren.

Völlig angenommen - Taufe

Zur Ehe gehört, daß die be iden „ein Fleisch werden", wie Jesus das nennt, und daß sie „nicht mehr zwei sind, sondern eins." (Mt 19,6)

Wenn sie dann ein Kind bekommen, möchten sie, daß es auch zum Bund mit Gott gehört. Sie lassen es taufen, sie wollen nicht nur ein Geschöpf Gottes betreuen, wie man ein Haustier hat, das man nährt und erzieht, damit es einem Freude macht. Das Kind ist nicht nur dazu da, den Eltern durch Karriere, Enkel, Altersversorgung ... usw. Freude zu machen. Das Kind soll auch zum Bund Gottes mit den Menschen gehören, soll nicht nur Kind dieser Eltern sein, sondern vor allem Kind Gottes.

Diese Annahme als Kind Gottes geschieht in der Taufe. Wir werden „wiedergeboren aus Wasser und Geist" ( Joh 3, 5) in Gottes Familie hinein. Zu sehen mit den Augen ist folgendes: Der Täufling wird dreimal unter Wasser getaucht und der Name unseres Gottes wird angerufen. („Taufe" kommt von „Döppen"- wenn zu lange =>Tod.) Doch wenn er wieder auftaucht, ist ein Geheimnis geschehen, das man nicht sehen, hören oder riechen kann: Der Mensch ist mit Christus in der Taufe gestorben, wiedergeboren in die Familie Gottes, er wird auch auferstehen mit Christus, der nach drei Tagen von den Toten auferstanden ist. (Röm 6) Gott hat an ihm gehandelt.

Wenn der Getaufte auch so lebt und stirbt, wie Jesus, dann können wir durch ihn Gott erfahren.

Jesus verspricht: „Ich bin mit euch alle Tage, bis ans Ende der Welt!" Er gibt den Auftrag: „...macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten haben." (Mt 28,19-20)

Eindeutig barmherzig - Beichte

Was aber, wenn ein Christ das nicht schafft? Wenn er nicht dem Beipiel folgt, das Jesus für uns ist; wenn er nicht die Gebote hält, die Jesus uns gegeben hat; wenn er den Heiligen Geist, der seit der Taufe in ihm wirken will, verleugnet? „Wer sagt, er habe Jesus erkannt, aber seine Gebote nicht hält, der ist ein Lügner!"(1 Joh, 2,4) Was also, wenn er gelogen hat?

Es gibt immer einen Weg zurück, wenn man Gott wirklich lieben will. Wenn man bereut, den Bund mit ihm gebrochen zu haben. Ob eine Frau oder ein Mann vergeben können, wenn der Partner die Ehe gebrochen hat? Es ist schwer. Man kann sich für den Rest des Lebens nicht ganz sicher sein, weil eine tiefe Wunde immer wieder schmerzen kann.

Gott ist anders. Er verspricht Barmherzigkeit und bietet uns Vergebung an: Wer zu einem Priester geht, sich zu seiner Sünde bekennt und sie bereut, der kann von Gott Vergebung erfahren, denn der Priester ist hier ein Stellvertreter Gottes. Jesus sendet seine Apostel aus, er haucht sie an und sagt: „Empfangt den Heiligen Geist! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr die Sünden nicht nachlaßt, dem sind sie nicht nachgelassen." (Joh 20,22-23)

Wir sehen und hören einen Menschen, den Priester, aber Gott wirkt durch ihn, geheimnisvoll, aber erfahrbar.

Indem die Last von der Seele fällt und in der Kraft, unser Leben zu ändern, können wir erfahren, daß Gott an uns wirkt.

Definitiv erlöst - Krankensalbung

Eine lebensbedrohliche Situation ist ein entscheidender Augenblick im Leben eines Menschen. Wer dem Tod ins Auge blickt, möchte Gewissheit haben, über das, was nach dem Tod mit ihm sein wird.

Das Öl bei der Krankensalbung ist normales Olivenöl, das geweiht worden ist. Es ist kein Zaubermittel. Doch soll man den Kranken „mit Öl salben im Namen des Herrn, und das Gebet des Glaubens wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden." (Jakobusbrief 5,14-15) Gott handelt auch hier an dem Menschen, der seine Nähe sucht.

Wer dieses Sakrament mitfeiert, der kann erfahren, welche Sicherheit und Ruhe Gott schenkt.

Immer gewisser - Firmung

Je älter man wird, desto mehr erfährt man von unterschiedlichen Lebensstilen, Meinungen, Angeboten. Wo finde ich das Glück, welche Behauptung ist wahr, welche falsch? Wo finde ich Orientierung?

Du mußt etwas tun!

Wer wissen will, ob das die Frau seines Lebens ist, der muß versuchen, sie zu lieben. Nur so lernt er sie kennen. Wer Gott lieben lernen will, muß sich sagen lassen, wer Gott ist (durch Erziehung, Bibellesen) und selbst Kontakt aufnehmen mit Ihm, muß beten. Wer Sündenvergebung erfahren will, der muß versuchen zu bereuen und zu bekennen, umzukehren und sein Leben zu ändern. Nur so erfährt er Gottes Hilfe.

Es kommt auf zwei Personen an: auf Gott und dich selbst.

In der Firmung schenkt Gott dir seinen Heiligen Geist, der dir die Zustimmung zur Wahrheit erleichtert. Der Riesenunterschied zwischen den zweifelhaften Behauptungen über Gott in den „Religionen" und dem wirklichen Jesus von Nazareth, Gottes Sohn, wird dir immer deutlicher, die Wahrheit des Evangeliums immer gewisser werden, wenn Du die Wahrheit mit Gottes Hilfe suchst.

Das erfährst du aber nur, wenn Du wirklich die Wahrheit wissen willst und dich um sie bemühst. Der Heilige Geist wird dir helfen.

Wirklich gegenwärtig - Eucharistie

Die meisten Schüler, die ich kenne, haben in der Schule gelernt, daß Jesus nicht wirklich gegenwärtig ist in der Eucharistie, sondern Brot und Wein nur „Symbole" für Ihn sind. Aber das ist ein Irrtum!

Lies, was Jesus im sechsten Kapitel des Johannesevangeliums sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist...Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt .... Mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank...."

Schon damals war allen Anwesenden klar, daß Jesus etwas ganz Neues, Unbegreifliches behauptet: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?" Und „von da an zogen sich viele seiner Jünger zurück."

Hätte Jesus nicht besser auf diesen Teil seiner Lehre verzichten können? Was ist Ihm daran so wichtig, daß er lieber auf viele Jünger verzichtet, als dies aufzugeben?

Er sagt es selbst: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt,....dann habt ihr nicht Leben in euch." Er ist gekommen, damit wir wirklich lebendig werden. Durch die Eucharistie schenkt Jesus Leben.

Und: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm." Er ist Mensch geworden, damit wir mit Gott sein können und Gott mit uns, durch die Eucharistie.

Wir sehen, riechen, schmecken, fühlen etwas wie Brot und Wein. Die Ausflucht ins „Symbolische" ist nicht möglich, wenn man die Bibel kennt. Willst auch du weggehen? Muß man sich von Jesus lossagen, weil Gott Brot und Wein unmöglich wandeln kann? Bevor Du weggehst, denk nach! Entweder handelt Gott wirklich in dieser Welt: dann war Jesus wirklich Gott, nicht nur ein guter, weiser Mann; dann nahm Gott, der körperlose, unsichtbare, dann nahm die Liebe einen Leib an; dann mußte er nicht sterben, ist aber für uns freiwillig gestorben („Mein Leib, der für euch hingegeben ist.... mein Blut, das für euch vergossen wird" Lk 22,19-20) und auferstanden, weil er den Tod besiegt hat; dann kann die Liebe auch heute wirklich in unseren Leib eingehen („nehmt und eßt alle davon, das ist mein Leib....dies ist mein Blut" Mt 26,26-27).

Oder aber du entscheidest: Gott kann nicht in dieser Welt handeln, oder er will nicht: dann kann man sein Wirken auch nicht erfahren; dann ist die Kirche ein großer Irrtum oder sogar Betrug; dann bringt einem kein Sakrament etwas, auch nicht die Sonntagsmesse; dann kann man auch unter den vielen Religionsangeboten nicht das richtige finden.

Aber Vorsicht! Gott ist höflich, Er achtet deine Freiheit.

Um zu erfahren, was vor dir viele Generationen von Christen erfahren haben, mußt du es wirklich wollen, mußt du mit Gott zusammenarbeiten. Wenn du dich dafür entschieden hast, daß Gott in dieser Welt handeln kann, dann mußt du Ihn in deinem Leben wirken lassen, denn er handelt nicht gewaltsam an dir. Wenn Brot und Wein auf den Altar gelegt werden, lege deine Sorgen und Fragen, deine Hoffnungen und Pläne mit auf den Altar und bitte Gott, daß er das Beste daraus macht, sie wandelt, wie er die andern Gaben verwandelt. Du wirst die Erfahrung machen, daß du lebendiger wirst, dein Leben eine neue Kraftquelle erhält, daß dir manches möglich ist, was dir früher viel zu schwer gewesen wäre....

Das kann so weit gehen, wie bei den afrikanischen Christen um den Priester Simplicianus, die in der Christenverfolgung gefoltert und schließlich ermordet worden sind, weil sie sonntags die Eucharistie gefeiert haben, obwohl der Kaiser es gesetzlich verboten hatte. In den Gerichtsprotokollen können wir heute noch ihre Antwort nachlesen auf die Frage, warum sie trotz Androhung der Todesstrafe dem Gesetz zuwiderhandelten. Sie sagten: „Wir wollen nicht leben ohne die Eucharistie. Wir können nicht leben ohne die Eucharistie!"

Mächtig geschenkt - Priesterweihe

Wer Gott erfahren will, der muß selbst etwas tun, er muß nämlich Gott durch die Sakramente in sich wirken lassen. Deshalb ist der „Man kann auch ohne Kirche glauben"-Spruch nicht falsch, der Sprücheklopfer hat aber offensichtlich nicht den blassesten Schimmer, daß er gar nicht an denselben Gott glaubt wie ein Katholik, der sich an das Neue Testament hält. Wenn er überhaupt sagen kann, woran er glaubt, dann auf jeden Fall nicht an Gott, der durch Sakramente an uns handeln will.

Die Sakramente zu vermitteln, ist Aufgabe der Kirche, Jesus hat sie dazu beauftragt. Und damit keiner auf den Gedanken kommt, daß die Sakramente von Menschen produziert werden, gibt es die Priesterweihe. Jesus berief die zu Aposteln, „die er wollte," (Mk 3,13) und gab ihnen im Abendmahlssaal den Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!"(Lk 22,19) Nicht durch Studium, nicht durch bestimmte Versprechen (Zölibat), nicht durch Familienerbschaft (Adel), nicht durch besondere Sensibilität im Umgang mit Menschen oder ähnliches hat man ein Recht, die Macht, die Sakramente zu vermitteln, sondern allein durch ein Geschenk, das Gott gibt: Die Weihe durch Handauflegung und Gebet. Die Apostel haben die Vollmacht, die Jesus ihnen geschenkt hat, an ihre Nachfolger weitergegeben als Geschenk von Gott. Die Nachfolger gaben sie weiter an ihre Nachfolger und so fort....(1 Tim 4+5; Titus 1,5)

Dadurch wird deutlich: „Wir sind Verwalter der Geheimnisse -lateinisch: sacramenta- Gottes!"(1Kor 4,1) Wir produzieren sie also nicht von uns aus, sondern geben ein Geschenk weiter: „Was ich überliefert bekommen habe, das überliefere ich auch euch: Jesus nahm an dem Abend vor seinem Tod Brot ..."(1 Kor 11,23)

  • Kann man Gott erfahren? - Ja, aber nicht wie die Gefühle im Kino durch Dolby-Surround und Großbildleinwand. Gott ist kein special effect, der auf mich wirkt, wenn ich abschalte. Er wird erfahrbar, wenn freie Menschen Ihm bewußt eine Türe zu ihrem Leben öffnen, Ihn an sich handeln lassen, vor allem in den Sakramenten, seinen Geheimnissen für uns Menschen.

  • Wieso in der Kirche? - Weil Gott diesen Ort, diese Gemeinschaft gewählt hat, wie jeder in der Bibel nachlesen kann, der die Wahrheit wissen will.

  • Was bringt mir das? - Du wirst sehen.

  • Es gibt so viele Religionen ... Welche ist richtig? - Lies das Evangelium und lebe so viel, wie du verstanden hast, dann wirst du es erfahren

Hast Du Fragen - Anregungen - Kritik? Dann maile hier P. Marian, der diese Katechese verfaßt hat.