Erschienen 2008 im fe-Medienverlag, Kisslegg für 19,95 Euro als Gebundene Ausgabe mit 542 Seiten |
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KARL-LEISNER-JUGEND |
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Bücher in der Jugendarbeit
Um Missverständnisse zu vermeiden: Hier werden nicht die besten Bücher und auch nicht die neuesten Bücher empfohlen.Es sind einfach Bücher, die uns im Laufe der Zeit positiv (und nur zum geringen Teil negtiv) aufgefallen sind. Wer sich bemüht, im Laufe des Jahres mehrere gute Bücher zu lesen, der findet hier Anregungen. über den eigenen Horizont hinaus. Für "Kritik an unserer Kritik" oder sonstige Anregungen
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Bereits 1908 schrieb Robert Hugh Benson eine erste katholische Apokalypse aus der Sicht seiner Zeit. 2001 schrieben Tim LaHaye und Eva Weyandt mit der Reihe "Finale" das evangelikale Gegenstück dazu - und brauchten dazu schließlich 12 Bände; ebenfalls im Jahre 2001 erschien in der englischen Originalausgabe "Father Elijah" von Michael D. O'Brian, das nun Gabriele Kuby - genau 100 Jahre nach Bensons genialem Werk - ins Deutsche übersetzt hat.
Besonders im Vergleich zu "Finale" wird deutlich, wo die eigentlichen Stärken von "Father Elijah" liegen. Es geht in diesem Buch nämlich nicht um eine actionreiche und buchstäbliche Übertragung der "Apokalypse des Johannes" in die reale Welt. Vielmehr spielt sich die Apokalypse im Inneren des Father Elijah ab - sein innerer Kampf ist der Kampf, der sich in der Endzeit in allen Menschen abspielt und damit die eigentliche Herausforderung der Endzeit.
Der Endzeit? Natürlich spielt der Roman in unserer Zeit, deren Tendenzen so verlängert werden, dass sie apokalyptische Züge bekommen. Aber O'Brian geht es nicht darum zu zeigen, dass unsere Welt in den letzten Zügen liegt, sondern um die Erkenntnis, dass jede Zeit Endzeit ist - auch und gerade die unsere! Seit 2000 Jahren tobt der letzte Kampf zwischen Gut und Böse - manchmal auf der Weltbühne - immer aber im Herzen eines jeden Menschen. Allein deshalb ist der Roman lesenswert!
Darüber hinaus besticht "Father Elijah" durch eine tiefe Reflexion über das Leid und die Theodizee, vor allem im Gespräch und in der Bekehrung des Grafen Smorske. Auch die theologischen Dispute mit dem Antichristen oder dessen kirchlichen Vertreters, des Kardinals Vettore, geschehen auf höchstem Niveau, ohne langweilig zu werden. O'Brian zeigt keine platten Pappkameraden als Gegner, sondern gesteht auch seinen dämonischen Antagonisten enorme Intelligenz und bestechende Argumente zu. Die Gefahr eines jeden apokalyptischen Romanes, zur Anklageschrift einer bestimmten theologischen Partei zu werden, wird so von vorneherein vermieden.
Der Roman endet überraschend und gewagt; so dass vielleicht der eine oder andere Leser verlegen den letzten Buchdeckel auf fehlende Seiten hin untersucht. Aber es liegt im genialen Konzept des Romanes, dass nach der inneren Klärung der Fronten kein wirkliches Interesse an den weiteren äußeren Fakten besteht. Am Ende des Buches sagt das zitierte Kapitel der "Offenbarung des Johannes" alles, was zu wissen nötig ist.
Ein kleiner Wehrmutstropfen besteht in den relativ häufig falsch gesetzten Anführungszeichen und Einrückungen, die gerade in längeren Dialogen störend und manchmal sogar irreführend (aufgrund der drucktechnischen Vertauschung der Gesprächspartner) sind. Für ein Hardcoverbuch in dieser Preislage ein schwerwiegender Faux-Pas.
Fazit: Kein Buch für oberflächliche Actionliebhaber! Aber, das wird jedem klar, der dieses Buch liest: Die eigentliche "Action", der eigentliche Kampf, tobt in der Seele. Und das ist spannender als jedes Schlachtengemälde!
Empfehlenswert!
