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Die Heilige Messe- für Anfänger
erklärt
Nicht erst seit dem "katholischen Jahr 2005" fühlen
sich immer wieder Menschen von der katholischen Kirche, vor allem
aber von der katholischen Liturgie angezogen. Entweder als absolute
Neulinge (manche noch nicht getauft) oder als "Heimkehrer",
die oft über Jahre nur stille "finanzielle Teilhaber"
der Kirche gewesen sind, stehen diese nun dem katholischen Zeichen-
und Feier-Reichtum fasziniert, aber in der Mitfeier oft hilflos
gegenüber.
Als ich vor einiger Zeit von einer Studentin gebeten wurde, sie
in die Geheimnisse der katholischen Kirche einzuführen - nachdem
sie zeit ihres Lebens mit dem "katholischen Kram" nichts
am Hut hatte - , war ich erstaunt über ihr in wenigen Wochen
erworbenes Wissen. Woher sie das hatte? "Das habe ich alles
gegoogelt!"
Das World Wide Web ist tatsächlich für viele zur ersten
Informationsquelle geworden, in der man sich vor allem dann, wenn
man sich noch nicht öffentlich zum Glauben bekennen möchte,
anonym und gezielt informieren kann. Daher diese Einführung
in das größte der katholischen Mysterien: Die Heilige
Messe.
Diese erste Begegnung mit der Eucharistiefeier (so der theologische
Name für "Messe") soll hier durch ein paar praktische
und tiefer führende Ratschläge erleichtert werden. Diese
Seite kann aber nicht die Mitfeier selbst ersetzen - und vor allem
nicht das persönliche Gespräch mit einem glaubenden und
praktizierenden Katholiken, den man sich bei ernsterem Interesse
als "Pate" erwählen sollte. Aber vielleicht eröffnen
die folgenden Hinweise einen ersten Zugang, bewahren vor Peinlichkeiten
und wecken Appetit auf mehr.
auch
als pdf-Datei erhältlich
Weitere Links:
"11 Predigten zur Eucharistiefeier"
- spirituelle Zugänge zur Messfeier
Katechese zur Eucharistie (demnächst)
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Vor dem Betreten der Kirche
Das Gebäude
Bevor wir die Kirche betreten, ist ein Blick auf das Äußere
der Kirche sinnvoll. Eingangstür und Turm deuten an, dass wir nun
einen besonderen Bereich dieser Welt betreten - der oft erhebende Eindruck,
den eine Kirche hinterlässt, ist gewünscht. Man betritt eine
Kirche anders als ein Museum oder ein Kaufhaus - vor allem ist die innere
Haltung eine andere.
In barocken Kirchen haben die Baukünstler versucht, den Eindruck
zu erzeugen, dass Du mit dem Betreten der Kirche eine Art "Vor-Himmel"
erlebst. Und das ist schon ganz richtig: Himmel ist immer dort, wo Menschen
und Gott zusammenfinden. Katholische Kirchen sind nicht nur Versammlungsräume,
sondern Orte der Gegenwart Gottes.
Die Kleidung
Vor den großen römischen Kirchen stehen (fast wie die Security-Leute
vor den Diskotheken) finster aussehende Menschen, die darauf achten, dass
die Besucher der Kirche eine entsprechende Kleidung tragen. Aber während
in anderen Religionen spezielle Vorschriften beachtet werden müsse
(in der jüdischen Synagoge z.B. dürfen Männer ohne Kopfbedeckung
ebenso wenig hinein wie im Islam Männer mit Schuhen), gibt es für
die christlichen Kirchen keine Sondervorschriften. Für eine christliche
Kirche gilt lediglich eine angemessene, d.h. "züchtige"
Kleidung.
In der römischen Kirche "Santa Maria Maggiore"
kommentierte ein Mann, dessen Frau gebeten wurde, ein Tuch über ihre
unbekleideten Schultern zu legen, diesen Wunsch mit "Die wollen,
dass Gott Deinen Körper nicht sieht - dabei ist der doch so schön!"
Dieser Mann hat zum Teil recht: Gott kennt Deinen Körper - und er
findet ihn mit Sicherheit auch sehenswert und schön. Aber das gilt
nicht unbedingt für die anderen Kirchenbesucher. Von einigen Ausnahmen
abgesehen wollen sich die Besucher einer Kirche in Gedanken zu Gott erheben
lassen - und nicht durch den Anblick (mehr oder weniger) verführerischer
Körper auf dumme Gedanken bringen lassen. Außerdem tut ein
solcher Brauch auch Deinem inneren Fühlen und Deiner Haltung gut:
In der Kirche begegnen wir Gott - ein Gedanke, der sogar den Propheten
Elija dazu brachte, seinen Kopf in einen Mantel zu hüllen. (1 Kön
19, 13)
Essen, Trinken und Telefonieren
Das Zentrum der Kirche ist der Tabernakel (dazu im übernächsten
Abschnitt mehr), in dem Gott in der Form des Brotes anwesend ist. Der
Apostel Paulus hat sich schon 50 Jahre nach Chirsti Geburt über die
geärgert, die diese besondere Speise nicht von alltäglichem
Essen und Trinken unterscheiden konnten oder wollten. (1 Kor 11, 22) Das
sollten wir auch tun und deshalb unser Eis vor Betreten der Kirche verzehren,
die Zigarette draußen aufrauchen, die Cola-Dose leeren und - eine
Selbstverständlichkeit - das Handy ausschalten.
Es macht nicht viel Sinn, sein Handy stattdessen auf Vibration zu stellen.
Den dann ankommenden Anruf kann man sowieso erst entgegen nehmen, wenn
die Kirchentür hinter Dir ins Schloss gefallen ist. Dafür quer
durch die Kirche zu rennen ist genauso unangemessen wie eine SMS zu schreiben.
Außerdem: Gott benutzt selten das Handy, schalte also lieber Dein
Herz auf Empfang. Da ist die Übertragungsqualität auch besser.
In der Kirche sollte man sich, wenn möglich, gar nicht unterhalten.
Wenn es sich nicht vermeiden lässt, sprich höchstens im Flüsterton!
Betende Menschen in der Kirche sind Dir dafür sehr dankbar.
Am Eingang der Kirche: Das Weihwasser
In der Nähe der Kirchentüre ist in den allermeisten Kirchen
ein (oder mehrere) Weihwasserbecken aufgestellt. Das soll uns an die Taufe
erinnern. Wir tauchen zwei oder mehr Finger kurz in das Wasser und bekreuzigen
uns damit.
Wer noch nicht getauft ist, kann natürlich dieses Zeichen auch vollziehen
- aber es ist nicht besonders sinnvoll, sich an etwas erinnern zu wollen,
das (hoffentlich) noch vor Dir liegt.
Ein schönes Zeichen ist es (wenn auch selten anzutreffen), wenn
man zu Zweit oder zu Dritt in die Kirche kommt, die mit Weihwasser befeuchteten
Finger auch den anderen Eintretenden zu reichen, bevor man selber das
Kreuzzeichen macht. Das deutet an, dass wir einander zur "Quelle
lebendigen Wassers" werden, wenn wir getauft sind.
Kniebeuge, Tabernakel und "Ewiges Licht"
Die Bekreuzigung mit Weihwasser ist normalerweise noch nicht mit einer
Kniebeuge verbunden. Das tut man erst, wenn man einen direkten Blickkontakt
zum "Tabernakel" hat. Dieses meist besonders hervorgehobene
Schränkchen beinhaltet die gewandelten Hostien, von denen wir Katholiken
glauben, dass sie Gott selbst sind.
Nicht immer fällt der Tabernakel sofort in den Blick. In großen
Kirchen (vor allem in Bischofskirchen) befindet sich der Tabernakel manchmal
auch in einer Seitenkapelle.
Das Auffinden des Tabernakels (was übersetzt soviel wie "Zelt"
heißt und an das Bundeszelt im Alten Testament erinnert, in dem
Gott anwesend war) wird durch ein Öllicht hinter rotem Glas angedeutet.
Katholiken nennen dieses Licht auch das "Ewige Licht", weil
es ununterbrochen, auch nachts, brennt. Lediglich an Karfreitag wird der
Tabernakel geräumt und das Licht gelöscht. (siehe dazu unten:
Karfreitag bis Ostern.)
Vor einem Gottesdienst
Das Liederbuch ("Gotteslob")
Um beim Gottesdienst die angegebenen Lieder mitsingen zu können,
sollte man stolzer Besitzer eines eigenen Liederbuches sein - das im katholischen
Bereich "Gotteslob" heißt. Wer sich kein "Gotteslob"
kaufen möchte, findet oft in der Nähe der Eingänge eine
Anzahl dieser Gesangs- und Gebetbücher als kostenlosen "Leihservice".
Aber nicht vergessen - nach dem Gottesdienst wieder zurücklegen!
In allen Diözesen Deutschlands und den angrenzenden deutschprachigen
Gebieten gibt es das Gotteslob als einheiltiches Gesangbuch. Um aber auch
den unterschiedlichen Traditionen in den Teilen Deutschlands gerecht zu
werden, findet sich ab der Nummer 800 ein in jedem Bistum verschieden
gestalter Anhang. Falls Du also ein Gotteslob kaufst, achte auf den sogenannten
"Bistums-Anhang",
Ich suche mir einen Platz
Am schönsten wäre es natürlich, wenn sich die Mitfeiernden
alle möglichst vorne vor dem Altar in die Bänke setzen würden
- vor allem, wenn die Kirche nicht vollständig besetzt ist (was z.B.
bei Messen an den Werktagen die Regel ist). Aber wer sich noch nicht so
gut auskennt, sollte sich eher ein Platz etwas weiter hinten suchen (gemäß
dem Motto: "Die besten Plätze im Kino, im Krieg und in der Kirche
sind hinten"). Da kann man sich auch am Verhalten (Stehen, Knien
oder Sitzen) der anderen Mitfeiernden orientieren.
Die Plätze ganz hinten in der Kirche sind aber eher "Beobachterplätze",
die deutlich machen, dass man mit dem Geschehen "davorne" nicht
so viel zu tun haben möchte.
Es ist üblich, vor dem Betreten der Bank eine Kniebeuge in Richtung
Altar zu machen. Kniebeuge, d.h. ein Knie berührt kurz den Boden.
Ein so genannter "Knicks", bei dem man nur ein Knie etwas beugt,
wirkt oberflächlich (und, finde ich, ein wenig lächerlich).
Man kann auch während der Kniebeuge ein Kreuzzeichen machen.
Gebet vor der Messe (preparatio ad missam)
Es ist eine gute Gewohnheit, einige Minuten vor dem Gottesdienst
in der Kirche zur Ruhe zu kommen. Immerhin ist das kommende Geschehen
der Hl. Messe so ganz anders als das, was wir im Alltag erleben, dass
es selten möglich ist, von einer Sekunde auf die andere "umzuschalten".
Sich im Gebet die Gegenwart Gottes vor Augen zu halten, Sorgen und Termine
in einer Warteschleife zu lotsen ("so, liebe weltlichen Gedanken,
hier könnt ihr euch eine Stunde ausruhen. Nahher bin ich wieder da
- bis dann!") und das übliche leistungsorientierte Verhalten
abzulegen (Hände falten heißt "Hände fesseln"
- Nichts tun!) - alles das gelingt, wenn man sich z.B. einige Minuten
hinkniet und dabei die Augen schließt. Vielleicht spielt ja schon
die Orgel und übertönt den Lärm im Inneren Deines Kopfes
- eine Wohltat! (Auch bei ungeübten Organisten.)
Eine kleine Auswahl mit Gebeten zur Hl. Messe findest Du hier.
Die Feier der Heiligen Messe (Eucharistie)
Der Beginn der Messe: Wir stehen auf.
Zu Beginn des Gottesdienstes erhebt sich die Gemeinde - ein Zeichen für
Respekt vor dem Priester, der im Gottesdienst seiner wichtigsten Berufung
nachkommt: Zeichen für die Gegenwart Gottes zu sein. Denn eigentlich
ist die Messe ein Geschehen zwischen Gott, dem Sohn und Gott, dem Vater
- im Heilige Geist.
Der Gottesdienst beginnt mit dem ersten Lied. Gott mag Menschen, die
singen.
Begrüßung
Der Priester beginnt den Gottesdienst mit einer Kniebeuge und damit,
dass er den Altar küsst (ja - auch Priester küssen gern!). Nachdem
das erste Lied verklungen ist, beginnt er - zusammen mit der Gemeinde
und Dir - mit dem Kreuzzeichen, das zwar alle als Geste mitmachen, aber
nur der Priester spricht dazu: "Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes." Das anschließende "Amen"
sprechen aber alle gemeinsam.
Dann sagt der Priester "Guten Tag". Natürlich nicht wörtlich,
sondern er greift auf eine der frühesten christlichen Begrüßungen
zurück: "Der Herr sei mit Euch!", wir antworten:
"und mit Deinem Geiste".
In anderen Sprachen lautet der Begrüßungsdialog: "Der
Herr sei mit Euch" - "Und auch mit Dir." Die deutsche Version
meint das Gleiche: "Und mit Deinem Geiste" soll ausdrücken,
dass der Herr auch im Geiste mit dem Priester sein soll - okay, etwas
umständlich formuliert, dafür aber nahe am lateinischen Original
"et cum spiritum tuum".
Danach kann es sein, dass der Priester ein paar persönliche Gedanken
dem Gottesdienst voranstellt. Wenn es ein rhetorisch geschulter Priester
ist, sind es nur drei Sätze - sich kurz zu fassen ist eine Kunst.
Das Kyrie
Um wirklich alles hinter uns zu lassen, was uns an der Begegnung mit
Gott hindert, bitten wir nun Gott um Verzeihung. Das kann im "Allgemeinen
Schuldbekenntnis" geschehen (dieses Gebet und andere Grundgebete
findest Du hier), dem der Priester
eine Vergebungsbitte anschließt.
Danach betet der Priester mit der Gemeinde zusammen um das Erbarmen Gottes.
Entweder auf griechisch "Kyrie eleison - Christe eleison - Kyrie
eleison" oder auf deutsch "Herr erbarme Dich (unser)
- Christus erbarme Dich (unser) - Herr erbarme Dich (unser)".
Die Gemeinde schließt sich dieser Bitte an, indem sie das "Kyrie"
oder "Herr, erbarme Dich" jeweils wiederholt.
Dieser Ritus stammt aus dem weltlichen Bereich: Immer, wenn ein Herrscher
(z.B. der Kaiser) Einzug in ein Dorf oder eine Stadt hielt, stand die
Menschenmenge am Straßenrand und huldigte dem Kaiser. Ein Marschall
rief immer wieder die Großtaten des Kaisers aus ("Er besiegte
die schrecklichen Normannen!"), und die Leute jubelten ("Herr,
erbarme Dich!") - und hofften in aller Bescheidenheit auf eine weiter
Großtat des Kaisers - zum Beispiel darauf, dass er ein paar Geldmünzen
in die Menge warf (so entstanden vermutlich die Karnevalszüge am
Rhein).
Somit ist das "Kyrie" zunächst ein Lobgesang auf die Großtaten
Gottes (und kein Schuldbekenntnis mehr, das haben wir bereits gesprochen),
wir hoffen allerdings nicht darauf, dass Gott - oder der Priester - Geld
oder Kamelle in die Menge wirft, sondern uns seine Gnade erweist, die
Schuld vergibt und uns mit Freude erfüllt.
Gloria
Sonntags (außer in der Fasten- und Adventszeit) und an besonderen
Festtagen wird anschließend das Gloria gebetet (siehe Grundgebete)
oder auch ein Gloria-Lied gesungen.
Das Gloria ist ein Lobgesang - übrigens sehr biblisch (es setzt
sich aus unterschiedlichen Bibelstellen und frühchristlichen Rufen
zusammen) - womit der eigentliche "Gottesdienst" beginnt - wir
sind nun ganz bei Gott und finden unsere Freude darin, IHN zu loben. Das
tut wirklich gut - bei Gott zu sein ist wie ein Kurzurlaub.
Tagesgebet - Oration
Danach betet der Priester das sogenannte "Tagesgebet", das
so heißt, weil es in allen Gottesdiensten des Tages (also z.B. in
der Laudes, der Vesper, der Messe und z.T. auch in Andachten) gleich bleibt.
Er beginnt mit der Einladung "Lasset uns beten" (oder
auf Latein "Oremus"). Das ist als Einladung zum persönlichen
Gebet gedacht - ein guter Priester lässt Dir dazu Gelegenheit, indem
er nach der Gebetseinladung etwas Stille hält. Dann fasst er die
persönlichen Gebete der Gemeinde im Tagesgebet zusammen. Er schließt
das Gebet mit einer Formel ab, die ungefähr so lautet: "Darum
bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit mit
dem Heiligen Geist mit Dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit."
(Der genau Wortlaut kann variieren). Die Gemeinde schließt sich
diesem Gebet an und fügt das "Amen" hinzu.
Das Tagesgebet wird auch "Collectio" genannt - es sammelt
alle Gedanken und Anliegen der Mitfeiernden und fasst sie zusammen. Dabei
spricht der Priester das Gebet als Vertreter der Gemeinde, er bringt
zudem die Anliegen des Volkes als Platzhalter Christi vor dem Vater.
Jetzt sind wir und unsere Sorgen gut aufgehoben - und wir können
uns daher setzen.
Der Wortgottesdienst - Wir setzen uns.
Hiernach werden die Lesungen vorgetragen (Sonntags zwei, am Werktag eine).
Am Ende der Lesung spricht der Vorlesende (meistens nicht der Priester
selbst, sondern ein Lektor oder eine Lektorin): "Dies sind heilige
Worte!" oder "Wort des lebendigen Gottes!".
Die Gemeinde bedankt sich dafür, dass Gott das Wort an uns richtet,
indem sie gemeinsam spricht: "Dank sei Gott dem Herrn."
Zwischen den Lesungen kann ein Lied gesungen werden, ein Psalm oder ähnliches.
Das Hinhören auf das Wort Gottes ist ein Bild des Glaubens: Glauben
heißt Hören; Vertrauen besteht vor allem darin, sich auf Gottes
Wort zu verlassen. Wir müssen dabei nicht alles verstehen (manche
Lesungen sind wirklich nicht leicht zu verstehen). Frere Roger aus Taize
hat einmal gesagt: "Lebe jeden Tag soviel vom Evangelium, wie Du
verstanden hast." Das gilt auch für die Lesungen.
Am Sonntag stammt eine Lesung aus dem Alten Testament und die zweite
aus dem Neuen Testament (außer in der Osterzeit, da wird nur aus
dem Neuen Testament gelesen). Damit soll deutlich werden, dass auch die
Erfahrungen der biblischen Menschen für uns von Bedeutung sind -
wenn auch das Evangelium, das danach folgt, für uns Christen eine
ganze besondere Bedeutung hat (und deshalb niemals weggelassen werden
darf), weil dort Jesus selbst zu uns spricht.
Das Evangelium - Wir stehen.
Der Höhepunkt des Wortgottesdienstes ist die Verkündigung des
Evangeliums. Dieses wird (normalerweise) eingeleitet durch das Halleluja
(zu dem sich die Gemeinde erhebt). Danach spricht der Priester (oder der
Diakon): "Der Herr sei mit Euch" - und wir antworten
(wie schon zu Beginn der Messe): "...und mit Deinem Geiste".
Daraufhin kündigt der Priester an, aus welchem der vier Evangelien
der heutige Abschnitt vorgetragen wird: "Aus dem heiligen Evangelium
nach (Lukas bspw.)" worauf die Gemeinde antwortet: "Ehre sei
Dir, o Herr!"
Während dieses kurzen Dialoges machen wir (beginnend, wenn das
Wort "Evangelium" gesprochen wird) drei kleine Kreuzzeichen
mit dem Daumen auf die Stirn, den Mund und das Herz: "Gutes Denken"
- "Gutes Reden" - "Gutes wollen" kann das bedeuten,
oder aber auch: Wir wollen das Evangelium "bedenken" (Stirn),
"verkünden" (Mund) und "erwägen" (Herz).
Das Evangelium ist nicht nur ein Bericht über das Tun Jesu. Wir
glauben, dass in der Verkündigung durch den Priester (oder Diakon)
Jesus selbst zu uns spricht. Deshalb wird das Evangelium sehr feierlich
vorgetragen - manchmal mit Leuchtern links und rechts und Weihrauch -
und wir antworten am Schluss, wenn der Priester sagt: "Evangelium
unseres Herrn Jesus Christus" mit: "Lob sei Dir Christus."
Das Evangelium wird nicht vorgelesen, sondern verkündigt.
Es handelt sich also nicht um eine Information ("Aufpassen! Merkt
Euch gut das Folgende...!"). Wir feiern das Evangelium, weil
wir uns schlicht darüber freuen, dass Gott überhaupt in Jesus
zu uns gesprochen hat (ein unsagbarer Schatz!), wir glauben aber auch,
dass Gott im Augenblick der Verkündigung des Evangeliums etwas für
mich zu sagen hat.
Die Predigt - Wir setzen uns.
Im Anschluss an das Evangelium wird die Verkündigung fortgesetzt
- in der Predigt. Dazu setzen wir uns. Die Predigt ist keine persönliche
Auslegung des Evangeliums, sondern fortgesetzte Verkündigung der
Kirche. Deshalb darf das nur der Priester (oder der Bischof oder ein Diakon).
In der Predigt führt der Priester den zweiten Auftrag seiner Weihe
aus: Christus den Lehrer, Rabbi und Meister darzustellen.
Entgegen dem gefühlten Erleben: Die Predigt ist nicht das
Wichtigste der Messe. Ein Nickerchen an dieser Stelle ist allerdings nicht
Pflicht.
Das Glaubensbekenntnis - Wir stehen.
Nach der Predigt wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (nicht an Werktagen)
- grundsätzlich immer von allen gemeinsam (die zwei Versionen des
Glaubensbekenntnis - auch "Credo" genannt - findest Du wiederum
hier). Manchmal wird das Glaubensbekenntnis auch durch ein Lied ersetzt.
Das Glaubensbekenntnis ist ein Gebet - auch wenn dort keine einzige Bitte
genannt wird. Wir freuen uns an Gott und zählen alles auf, was wir
von Gott glauben - das verbindet uns untereinander und mit Gott. Das ist
so ähnlich wie zwei Verliebte, die einander bekennen, was sie am
anderen so liebenswert finden. Das Credo ist also kein Parteiprogramm,
sondern eine Liebeserklärung.
Fürbitten
Nach dem Glaubensbekenntnis folgen die Fürbitten, die meist von
einem Laien vorgetragen werden. Die Antworten auf jede Bitte, die auch
von der ganzen Gemeinde gesprochen werden, sind unterschiedlich. Zum Beispiel
können alle antworten "Wir bitten Dich erhöre uns."
- Oder der Priester spricht: "Christus, höre uns."
und die Gemeinde antwortet: "Christus, erhöre uns."
- Hierzu gibt es regional unterschiedliche Bräuche.
Die Fürbitten sind das "Gebet des Volkes". Eigentlich
darf hier jeder eine Bitte laut in die Kirche rufen - leider ist das heute
nicht mehr üblich (also, bitte nicht tun). Nur selten gibt es in
kleinen Gottesdiensten den Brauch der "freien Fürbitten".
Eigentlich Schade.
Es hindert Dich aber niemand, in diesem Augenblick alle mit in Dein Gebet
einzuschließen, die Dir einfallen. Auf die Fürbitten hinzuhören
ist aber auch sinnvoll: Die Anliegen der Fürbitten erweitern vielleicht
den Horizontes Deines Gebetes.
Gabenbereitung - Wir setzen uns (oder knien).
Zur Gabenbereitung bringen die Messdiener Brot und Wein zum Altar, währenddessen
singt die Gemeinde üblicherweise ein Lied. Schön ist es auch,
wenn die Gabenbereitung in Stille gehalten wird und der Priester die Gebete,
die er sonst in Stille spricht, laut betet.
Zur Gabenbereitung sitzt die Gemeinde; es ist aber auch möglich,
wenn Du im Gebet Gott Teile Deines Lebens oder Deines Alltags übergeben
möchtest, Dich dazu hinzuknien.
Die Gabenbereitung schließt mit dem Gabengebet, dass der Priester
wiederum mit "Lasset uns beten" einleitet. In einigen
Gemeinden steht man schon an dieser Stelle auf (besser aber erst beim
nächsten Punkt aufstehen).
Die Gabenbereitung gibt dem Priester das in die Hand, was gewandelt und
mit Gott verbunden sein soll. Das sind natürlich die eucharistischen
Gaben (Brot und Wein), die meist von den Messdienern gebracht werden.
Das können auch andere Gaben und Symbole sein (was aber selten vorkommt).
Das sollte aber vor allem Dein Leben, Deine Gaben und Taten der
letzten Woche sein - oder schlicht: Du selbst. Die Gabenbereitung ist
die Zeit, sich Gott anzuvertrauen und zu hoffen, dass er Dich mitverwandelt.
Da wir schon bereit sind, uns hinzugeben, wird in diesem Augenblick auch
die Kollekte gehalten. Das ist keine Geldmacherei - das Geld dient
(fast immer) einem guten Zweck. Du musst aber nichts geben - es schadet
aber auch nichts.
Die Präfation - Wir stehen.
Das Hochgebet ("Hoch" steht hier - wie zum Beispiel
in "Hochzeit" für "besonders wertvoll")
beginnt mit einem dreifachen Zuruf des Priesters an die Gemeinde, die
jeweils darauf antwortet (und dazu aufsteht):
Priester: "Der Herr sei mit Euch!" - Gemeinde: "Und
mit Deinem Geiste!"
Priester: "Erhebet die Herzen!" - Gemeinde: "Wir
haben sie beim Herrn!"
Priester: "Lasset uns danken dem Herrn unserm Gott!"
- Gemeinde: "Das ist würdig und recht!"
Anschließend betet der Priester das Präfationsgebet.
Hier beginnt ein intimer Dialog zwischen dem Priester (der an der Stelle
Jesu steht) und dem Vater. Letztlich besteht Erlösung darin, dass
wir an dem Liebesgeschehen zwischen Vater und Sohn teilhaben (durch den
Geist). So hat die Gemeinde auch an dem Teil, was der Priester dem Vater
an Gebeten, Lob und Bitten vorträgt.
Das Heilig-heilig-heilig
...auch Sanktus (lateinisch mit "c": Sanctus)
genannt. Der Text stammt aus dem Alten Testament und ist der Lobgesang
der Engel im Himmel (zusammen mit einem Messiasruf aus dem 118. Psalm),
mit dem wir uns hier schon vereinen wollen. Das Gebet beginnt mit dem
dreifachen "Heilig". Es kann auch durch ein Heilig-Lied
ersetzt werden (was meistens der Fall ist). Das Gebet findest Du hier.
Es ist gleich soweit: Gott kommt. Und wir glauben, dass die Engel
IHM den Weg bereiten. Im Sanctus-Lied können wir sie buchstäblich
hören - und uns mit den Engeln zusammentun.
Das Hochgebet - Wir knien.
Nun spricht der Priester das Hochgebet, ein uraltes Gebet, dessen Kern
die Worte Jesu aus dem Abendmahlssaal darstellt: "Das ist mein
Leib" und "Das ist mein Blut". An diesen beiden
Gebets-Stellen, so glauben wir Katholiken, verwandelt sich Brot und Wein
in den Leib und das Blut Jesu Christi - Gott bindet sich - uns zuliebe.
Deshalb knien wir: Weil Gott leibhaftig Einzug hält in diese Welt.
Diese besonderen Stellen im Hochgebet werden meist durch Klingelzeichen
durch die Messdiener oder durch Glockenschläge besonders hervorgehoben.
Wenn Du bis hierhin Deinen eigenen Gebeten und Gedanken gefolgt bist (was
nicht sooo schlimm ist), solltest Du jetzt aber Deine Aufmerksamkeit auf
den richten, der Deine Nähe sucht: Gott.
Direkt im Anschluss an die Wandlung fragt der Priester (oder Diakon):
"Geheimnis des Glaubens?" und die Gemeinde antwortet:
"Deinen Tod, o Herr, verkünden wir; und deine Auferstehung
preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."
Am Ende des Hochgebetes (nach dem Gebet "Durch ihn, und mit ihm,
und in ihm..." des Priester) stehen wir auf.
Das Hochgebet, das es in vier Versionen gibt, ist ein alter und ehrwürdiger
Text, der (je nachdem) seit fast 1.900 Jahrem gebetet und immer wieder
angereichert worden ist. Dieses Gebet ist so reich an Schätzen, Gedanken
und bedenkenswerten Formulierungen, dass ich an dieser Stelle einfach
überfordert bin. Für Dich bedeutet das: Im Hochgebet wird es
nie langweilig. Nicht, solange wir schauen, hören, staunen und beten.
Das Vater unser - Wir stehen.
Gemeinsam beten wir das Vater unser (siehe Grundgebete).
Bevor wir den Schlusslobpreis "...denn Dein ist das Reich..."
beten, fügt der Priester den sogenannten "Embolismus" ein,
der noch zusätzliche Bitten enthält.
Das "Vater unser" ist das Gebet der Kinder Gottes. Wir stehen
kurz davor, in der Kommunion unsere Kindschaft Gott gegenüber zu
erneuern. Deshalb dürfen wir an dieser Stelle beten, wie Jesus uns
selbst zu beten gelehrt hat.
Der "Embolismus", der vom Priester vor dem "...denn
dein ist das Reich" eingefügt wird, erklärt die letzte
Bitte des Vaterunsers: "...und erlöse uns von dem Bösen".
Mit dem Bösen ist nämlich sowohl ein inneres Böse (unsere
Sünde) gemeint, als auch das äußere Böse (Unfrieden)
gemeint. Deshalb schließt sich dann auch der Friedensgruß
an - der sowohl den inneren als auch den äußeren Kriegszustand
beendet (oder zumindest grundlegt).
Friedensgruß
Danach spricht der Priester uns den Frieden mit Gott zu, den wir - falls
wir möchten oder vom Priester dazu aufgefordert werden - auch unserem
Nachbarn wünschen können. Dazu reichen wir den umstehenden Mitfeiernden
die Hand und wünschen "Der Friede sei mit Dir!".
(Es ist nicht sinnvoll, an dieser Stelle einen Rundgang durch die ganze
Gemeinde zu machen - es reicht, denen den Frieden zu wünschen, die
wir vom Platz aus erreichen können.)
Es geht an dieser Stelle nicht um einen Friedensschluss zwischen denen,
die mitfeiern. Das ist bereits zu Beginn des Gottesdienstes im Schuldbekenntnis
geschehen. Jetzt wünschen wir den Mitfeiernden nicht "unseren
Frieden", sondern den Frieden mit Gott. Das ist ein Unterschied!
(Auch wenn der Friede mit Gott dazu führt, dass wir untereinander
Frieden halten). Gott, der Frieden mit uns schließt, ebnet somit
selbst den Weg zur geistlichen Vereinigung in der Kommunion.
Lamm Gottes - Agnus Dei
Während der Priester hiernach die Hostien bricht (ein Zeichen dafür,
dass Jesus sich hingab und für uns am Kreuz "zerbrach"),
beten wir das Lamm Gottes (hier der
Text) oder singen es als Lied. In einigen Gemeinden ist es üblich,
sich bei jeder Wiederholung an die Brust zu schlagen.
Wir vereinen uns in der Kommunion mit Christus, der für uns gestorben
ist. Jesus hat für uns gelitten wie ein "Lamm, das zur Schlachtbank
geführt wird". Wenn wir Jesus als "Lamm Gottes" bekennen,
dann wissen wir auch, dass wir seinem Leiden alles verdanken - und auch
bereit sind, es IHM gleichzutun. Die letzte Wiederholung des "Agnus
Dei"-Gebetes endet mit der Bitte um den Frieden: Der Friede,
der uns wirklich "befriedet", ergibt sich aus dem Sterben und
Tod Jesu.
"Seht das Lamm Gottes..." - Wir knien.
Direkt im Anschluss daran knien wir ein zweites Mal. Der Priester zeigt
uns Kelch und Hostie und betet: "Seht das Lamm Gottes, das hinweg
nimmt die Sünde der Welt." - Die Gemeinde antwortet: "Herr,
ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach; aber sprich
nur ein Wort, so wird meine Seele gesund". Auch dazu kann man
sich an die Brust schlagen (einmal mit zur Faust geschlossenen Fingern,
die dann auf der Brust liegen bleiben).
Bevor Gott zu uns kommt, bekennen wir, dass wir ein solch großes
Geschenk nicht verdient haben. Das hat nichts mit "Unterwürfigkeit"
und "Schlechtmachen" zu tun: Wahre Liebe erkennt immer, dass
die Liebe des Anderen nie verdient ist. Der Satz "Herr, ich bin nicht
würdig..." stammt übrigens aus dem Mund eines römischen
Hauptmannes, der Jesus um Heilung seines Dieners gebeten hatte; da aber
Juden römische Häuser nicht betreten durften, sagte er: "Herr,
ich bin nicht würdig, dasss Du eingehst unter mein Dach, aber sprich
nur ein Wort, und mein Diener wird gesund". Jesus fand das ganz toll
und hat den Hauptmann uns als Vorbild empfohlen. Also halten wir uns daran.
Die Kommunion
Zunächst gilt, dass es nur für getaufte Katholiken Sinn macht,
die Kommunion zu empfangen. (Darüberhinaus ist es dem Priester nicht
gestattet, Nicht-Katholiken die Kommunion zu reichen). Denn der Empfang
des Leibes Christi ist die "Anwendung" der Erlösungstat
Christi, indem wir Kirche=Leib Christi werden. (Hierzu empfehle
ich die Katechese "Kirche" auf dieser Site). Evangelische wollen
nicht Teil der katholischen Kirche werden, Ungetaufte können
es (noch) nicht.
Aber auch für Katholiken stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist,
zur Kommunion zu gehen und den Leib Christi zu empfangen. Davon sollte
man auf jeden Fall Abstand nehmen, wenn man sich einer schweren Sünde
bewusst ist - für solche Fälle gibt es das geniale Sakrament
der Beichte. Aber auch, wenn Du als Katholik länger nicht an der
Messfeier teilgenommen hast, solltest Du nicht schon beim ersten Kirchbesuch
den Leib des Herrn empfangen, sondern Dich erst wieder innerlich mit Gott
und der Kirche anfreunden und am Besten ebenfalls Beichten gehen.
Wenn Du nun zur Kommunion gehst, so beachte bitte die lokalen Gepflogenheiten.
In einigen Gemeinden schließt man sich einer Reihe an, an dessen
Spitze die Kommunion ausgeteilt wird, in anderen Gemeinden stellt man
sich entlang einer Kommunionbank oder der Altarstufe auf. Bitte erst einmal
hinschauen - eine Störung gerade in diesem Augenblick trifft die
gläubigen Katholiken besonders - und auch für Dich sollte der
Kommunionempfang nicht allein darin bestehen, von einem Fettnäpfchen
ins andere zu treten.
Zunächst zeigt der Priester Dir die Hostie und sagt: "Der Leib
Christi." - Darauf solltest Du, noch bevor Du etwas tust, mit "Amen."
antworten (auch wenn das viele erst nach dem Empfang tun - es ist sinnvoll,
zunächst die Gegenwart Gottes durch das "Amen" anzuerkennen).
Danach empfängst Du die Heilige Hostie - den Leib unseres Herrn Jesus
Christus.
Der Kommunionempfang selber kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
Die Hostie wird je nach Deinem eigenen Dafürhalten in der Form der
Mund- oder der Handkommunion gereicht. Die Mundkommunion kannst Du wiederum
stehend - oder, wenn möglich - auch kniend empfangen. Welche Art
des Kommunionempfanges Du bevorzugst, bleibt zwar Dir überlassen,
hängt aber auch davon ab, was in der Gemeinde üblich ist. Die
alte, traditionelle Weise des Kommunionempfanges ist die der Mundkommunion.
Handkommunion
Wenn Du die Handkommunion wünscht, solltest Du deutlich die Hände
zum Empfang dem Priester entgegenhalten, und zwar indem Du die linke,
geöffnete Hand in rechte Hand legst. Wird die Kommunion in einer
Reihe ausgeteilt, trittst Du nun einen Schritt zur Seite und nimmst mit
der rechten Hand die Hostie und führst sie in den Mund. (Vermeide
auffälliges Kauen oder sogar Schmatzen!) Eine kleine Verneigung sollte
sich immer anschließen.
Mundkommunion
Wenn Du die Mundkommunion empfangen möchtest, solltest Du die Hände
vor der Brust gefaltet lassen und nach dem "Amen" den
Mund öffnen und die Zunge ein wenig hervorstrecken. Der Priester
legt Dir dann die Hostie auf die Zunge. (Bitte nicht die Hostie mit den
Zähnen entgegen nehmen!) Nach dem Kommunionempfang kann eine Verneigung
und ein Kreuzzeichen angeschlossen werden.
Danksagung - Gebet nach der Kommunion
Nach dem Kommunionempfang suchst Du in alle Ruhe wieder Deinen Platz
auf. Dort verweilst Du eine Zeit im Gebet - dazu empfiehlt sich das Hinknien
und das Schließen der Augen (manche legen beide Hände aufs
Gesicht, um mit Gott allein zu sein). Wer möchte, kann so bis nach
dem Segen knien bleiben.
Eine kleine Auswahl mit Gebeten zur Hl. Messe findest Du hier.
Schluss des Gottesdienstes
Am Ende des Gottesdienstes lädt der Priester (nach dem Tages- und
Gabengebet) zum dritten Mal zum Gebet ein, in dem er "Lasset uns
beten" sagt. Die Gemeinde erhebt sich dazu oder bleibt bis zum
Segen knien.
Nach dem Schlussgebet leitet der Priester den Segen ein, indem er wiederum
"Der Herr sei mit Euch" sagt und die Gemeinde mit "Und
mit Deinem Geiste" antwortet. Er erteilt den Segen mit einem
großen Kreuzzeichen (mit nach oben gerichteten Fingern), wir empfangen
den Segen, indem wir uns auch bekreuzigen (allerdings mit Fingern, die
auf unseren Körper zeigen).
Danach entlässt uns der Priester mit dem Entlassgruß: "Gehet
hin in Frieden!", wir antworten "Dank sei Gott, dem Herrn".
Allerdings bleiben wir noch bis zum Schluss des sich meistens anschließenden
Schlussliedes. Sehr schön ist es, wenn wir auch nach dem Lied noch
einen Augenblick in der Bank verweilen (vieleicht sogar wieder knien)
und Gott für diese Feier danken. Eine kleine Auswahl mit Gebeten
nach der Hl. Messe findest Du hier.
Die Messe schließt mit einer Art "zweiten Austeilung":
Wir, die wir durch die Kommunion selbst zum Leib Christi (also zur Kirche)
geworden sind, werden nun durch das "Gehet hin in Frieden!"
an die Welt ausgeteilt. In Frieden (!) sollen wir die Welt verwandeln,
so wie wir Katholiken durch das gewandelte Brot selbst in Leib Christi
gewandelt wurden (ziemlich viel Wandlung also - wer mitgezählt hat:
Es sind drei!)
Wir gehen...
Unmittelbar nach Verlassen der Bank ist es üblich, zum Altar gerichtet
eine Kniebeuge zu machen, am Ausgang der Kirche nehmen wir (zumindest,
wenn wir getauft sind) wieder das Weihwasser und bekreuzigen uns damit.
Liederbuch zurücklegen nicht vergessen!
Ein schöner Brauch ist es, in der Kirche noch ein so genanntes "Opferbild"
aufzusuchen; das ist ein Bild meistens von der Gottesmutter Maria, vor
dem Du Kerzen entzünden kannst. Die brennende Kerze ist ein Zeichen
für Dein anhaltendes Gebet - vielleicht in einem besonderen Anliegen
oder für eine bestimmte Person. Du kannst auch mehrere Kerzen entzünden
(aber nicht vergessen, dafür auch ein kleines finanzielles Opfer
zu bringen - falls Du Geld hast. Wenn nicht - naja, Hauptsache, die Kerze
brennt). Ein paar Gebete, die Du zum Anzünden einer Kerze beten kannst,
findest Du hier.
Erhöhte Alarmbereitschaft: Besonderheiten
Ob Du durch diese Anmerkungen einen geistlichen Zugang zur Messe, zum
Glauben und damit zu Gott findest, weiß ich nicht. Aber wenn Du
das Gefühl hast, nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste
zu treten, wird es Dir sicherlich leichter fallen.
Deshalb will ich Dir nicht verschweigen, dass es noch ein paar Besonderheiten
gibt, vor denen Du "gewarnt" sein solltest. (Verstehe das bitte
nicht als Aufforderung, die folgenden Gelegenheiten zu meiden - ganz im
Gegenteil!)
Aschermittwoch -Achtung: Es wird staubig
Am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit, gibt es eine dreckige Besonderheit:
Nach der Predigt kommen alle Mitfeiernden zum Priester nach vorne und
lassen sich ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen. Das ist ein öffentliches
Zeichen: "Ich bin Sünder und brauche Erlösung!" (Das
erfordert Mut, aber wenn man nicht alleine ist, ist das sehr wohltuend
- wer ist schon sonst so ehrlich?)
Das Aschekreuz kann jeder empfangen - auch die Nicht-Katholiken und die
Nicht-Getauften. Leider sind die Evangelischen von dieser Einladung nicht
wirklich begeistert. Auch Austeilen kann das Aschekreuz nicht nur der
Priester; es handelt sich ja nur um ein Symbol.
Du brauchst weder während, noch vor oder nach dem Empfang des Aschekreuz
etwas zu sagen oder zu tun.
Blasiussegen - Achtung: Es wird warm
Am 3. Februar wird das Fest des Heiligen Bischofs Blasius gefeiert -
einem Märtyrerbischof aus Armenien. Er soll einmal durch das Anhalten
zweier gekreuzter Kerzen und dem Erteilen seines Segens einen jungen Mann
vor dem Ersticken gerettet haben. Deshalb wird an diesem Tag (und oft
auch an dem vorhergehenden oder nachfolgendem Sonntag) der "Blasius-Segen"
gespendet.
Am Ende des Gottesdienstes kann somit jeder (also auch die Nicht-Katholiken
und Ungetauften) noch einmal nach vorne zum Priester kommen. Der hält
zwei gekreuzte, brennende Kerzen an Deinen Hals (die wohltuende Wärme
ist sogar ohne Segen heilsam, daher diese Form) und spricht einen Segen,
der mit dem Kreuzzeichen abschließt. Das Kreuzzeichen machst
(nicht: sprichst) Du auch mit.
Roratemessen - Achtung: Es ist dunkel
In der Adventszeit gibt es wirklich romantische Messen: Die Kirche bleibt
dunkel und wird nur durch Kerzenschein erleuchtet. Auch die Mitfeiernden
nehmen eine Kerze mit an ihren Platz, um zumindest die Lieder mitsingen
zu können.
In den Roratemessen wird die Dunkelheit zum Bestandteil des Gottesdienstes
(weshalb er entweder frühmorgens oder erst abends gefeiert wird),
damit Christus als das Licht der Welt (und Maria als die Morgenröte)
besonders zur Geltung kommt.
Von Palmsonntag bis zur Osternacht - Achtung: Alles
ist anders
Vorsicht: An diesen Tagen ist vieles anders. Palmsonntag beginnt mit
einer Prozession, anstelle des Evangeliums wird die ganze Leidengeschichte
vorgelesen - normalerweise mit verteilten Rollen, Gründonnerstag
fallen die Glocken und die Orgel aus, aus Karfreitag legt sich der Priester
der Länge nach auf den Boden, die Gemeinde muss sich zu den Fürbitten
zehnmal hinknien und wieder aufstehen, in der Osternacht werden sieben
Lesungen vorgetragen und ein Feuer vor der Kirche entzündet - also,
genug Gelegenheit, sich tüchtig zu blamieren. Aber alles diese Formen
sind uralt (in "liturgisch hochwertiger Zeit erhält sich das
ganz Alte") und beeindruckend. Wer zwischen Palmsonntag und Ostersonntag
nicht viermal in der Kirche war, weiß nicht, was Liturgie alles
kann!
Asperges - Achtung: Es wird feucht
Anstelle des Schuldbekenntnisses - oder zum Glaubensbekenntnis - haben
einige Priester besonderes Vergnügen daran, durch die Gemeinde zu
ziehen und die Mitfeiernden mit Weihwasser nass zu machen. Eine schönes
Zeichen besonders im Sommer. Du solltest auf keinen Fall mit Wasserpistolen
zurückspritzen, sondern Dich einfach bekreuzigen - das Wasser ist
eine Erinnerung an die Taufe und die Reinigung durch dieses Sakrament.
Falls Ungetaufte in der Kirche anwesend sind: Du brauchst Dich vor dem
Wasser nicht zu ducken. Allerdings ersetzt das "Asperges" auch
keine Taufe, sorry.
Weihrauch - Achtung: Es wird neblig
Weihrauch wird unterschätzt: Es stinkt nicht wirklich, und es wird
Dir auch nur dann schlecht davon, wenn Du aus Angst vor dem Schlechtwerden
das Atmen reduzierst.
Weihrauch hüllt die Messfeier in die Atmosphäre des Geheimnisvollen.
Wie Weihrauch aufsteigt, so sollen auch unsere Gebete aufsteigen. Zudem
wird Weihrauch als Parfüm eingesetzt (und stinkt wahrscheinlich weniger
als ein Deo-Spray von Axe). Aber das ist alles nicht so wichtig. Wichtiger
ist: Fühle Dich von der Gegenwart Gottes genauso eingehüllt
wie durch den Weihrauch.
Zur Gabenbereitung werden zuerst die Gaben "eingeräuchert"
(im Fachbegriff heißt das: "inzensiert"); danach der Priester
und danach die Gemeinde. Da heißt es aufgepasst: Aufstehen! Vor
und nachdem Du "inszensiert" wirst, macht man eine Verneigung.
Andachten - Das Echo der Messe
Neben den Eucharistiefeiern gibt es auch Andacht - Gebetszeiten ohne
Kommunionempfang, ohne Wandlung und ohne Gabenbereitung. Es wird einfach
zusammen gebetet - und für unsere Anfänger in der katholischen
Kirche eine Gelegenheit, ganz entspannt zu bleiben - hier kann man nicht
viel falsch machen.
Es gibt Kreuzwegandachten (meist in der Fastenzeit), Maiandachten (meist
im Mai, wie der Name sagt, und oft in der freien Natur), Rosenkranzandachten
(bevorzugt im Oktober), Eucharistische Andachten (in der der Leib Christi
angebetet wird und Du damit gesegnet wirst) - und noch viele andere. Man
muss sie alle mal erlebt haben, bevor man sich ein "best of"
heraussucht.
Pontifikalämter - Der Superbowl der Eucharistie
Wenn nicht ein einfacher Priester, sondern der Bischof den Gottesdienst
leitet, spricht man von einem Pontifikalamt. Das ist im Grunde eine normale
Messe mit ein paar zusätzlichen Riten. So geht der Bischof bereits
mein Einzug segnend durch die Reihen, er hat manchmal eine Mütze
auf (Mitra) und einen Stab in der Hand, unter der Mütze hat er ein
violettes Käppi (Piläulus) und kann noch ein paar zusätzliche
Sprüche ("Gepriesen sei der Name des Herrn" mit Deiner
Antwort: "Der Himmel und Erde erschaffen hat!"). Ein Pontifikalamt
ist die Vollform der Messe (der Priester feiert die Messe immer nur anstelle
des Bischofs; denn der Bischof ist der legitime Nachfolger der Apostel,
der Priester ist im Grunde nur ein "Hilfsbischof").
Fettnäpfchen? Keine Gefahr. Die meisten Fehler macht der Bischof
selbst - oder die Messdiener, die Stab, Mitra und sonst was halten müssen.
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