Mohammed Ali (der berühmte Boxweltmeister) und viele andere behaupten,
das Wort Islam bedeute Friede. Schon jeder Karl May-Fan weiß aber, dass
der Friedensgruß im Arabischen „Salam aleikum“ lautet. Islam
ist korrekter mit dem Wort „Unterwerfung“ übersetzt. Unterwerfung
unter den Anspruch Mohammeds, der entscheidende Prophet Gottes zu sein. Diese
Unterwerfung ist zugleich die Anerkennung des Korans als Gottes unveränderliches
Wort und geschieht, indem ein Mensch das Glaubensbekenntnis (Kalima) auf Arabisch
spricht. Diese Unterwerfung ist die so genannte erste Säule des Islam.
Auf Deutsch lautet sie: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed
ist sein Prophet.“
Jeder, der diesen Satz auf Arabisch vor Zeugen ausspricht, wird hierdurch
unwiderruflich zum Moslem. So die mehrheitliche Auslegung. Selbst Schauspieler,
die in ihrer Rolle diesen Satz sprachen, sind dafür zu Moslems erklärt
worden mit allen Konsequenzen.
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KARL-LEISNER-JUGEND |
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Die Beziehung der katholischen Kirche zum Islam
Mit dem 2. Vaticanum, insbesondere mit der Erklärung über das Verhältnis der Kirche
zu den nichtchristlichen Religionen, setzte die Katholische Kirche einen Neuanfang in
den Beziehungen zu den Muslimen. "... ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene
beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam
einzutreten zu Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter
und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit aller Menschen." (Nostra Aetate 3).
Der Glauben der Muslime wird mit Hochachtung gewürdigt, da sie den alleinigen Gott anbeten,
sich ihm wie Abraham unterwerfen, den Tag des Gerichts erwarten und Wert auf sittliche
Lebenshaltung legen und Gott durch Gebet, Almosen und Fasten verehren. Und überdies die
jungfräuliche Mutter Maria ehren (vgl. NA 3). Im Sinne des 2. Vaticanums haben Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. das Gemeinsame in den Glaubensbemühungen von Christen und Muslimen hervorgehoben. Bisher mit Erfolg. Gemäßigte Muslime honorierten dieses, wie der berühmte Marokko-Besuch Johannes Pauls II. zeigte, bei dem er in einem vollen Fußballstadion vor jungen Menschen um gegenseitige Achtung warb. In den offiziellen Dokumenten der Kirche der letzten vierzig Jahre findet sich keine Verurteilung der muslimischen Gläubigen. Wichtig ist bei allen weiteren Erörterungen, dass wir unterscheiden zwischen dem Respekt vor dem einzelnen Gläubigen und seinem religiösen Ernst und dem Inhalt seines Glaubens, der Lehre des Islams. Wenn wir im Folgenden von dem Islam reden, ist immer zu beachten, dass
es zwei Hauptrichtungen (die Schiiten und die Sunniten) und unzählige
Varianten gibt, die Botschaft Mohammeds zu lehren und zu leben. Die
Unterscheidung zwischen Sunniten und Schiiten spielt zunächst im Gespräch
von Christen und Moslems keine entscheidende Rolle. Nicht wenige Muslime, die ihrer Religion anhängen, sind überzeugt, dass ihr Glauben der Vernunft entspricht. Sie vertreten die Meinung, einen vernünftigeren Glauben zu haben als wir Christen. Vor dem Forum der Vernunft und in gegenseitigem Respekt soll die weitere Erörterung nun geführt werden. So wie wir als Christen uns immer wieder rechtfertigen müssen, wollen wir aber auch Fragen an die Lehre des Islam stellen. Wir setzen das im Religionsunterricht oder bei Wikipedia etc. zu erlangende Grundwissen voraus und gehen direkt zu den Punkten, die unter anderem Benedikt XVI. in Regensburg ansprach. |
Die heutige Form des Koran in 114 Suren (Kapitel), die nicht chronologisch,
sondern der Länge nach geordnet sind, ist erst nach Mohammeds Tod schriftlich
niedergelegt worden.
Nach der Lehre des Islam ist der Koran das unveränderliche und endgültige
Wort Gottes. Dieses sei Mohammed wortwörtlich diktiert worden.
Wahrscheinlich aber hat erst der Kalif Uthman die heutige Fassung durchgesetzt
und alle anderen Varianten vernichten lassen. Moslems nehmen die Vielfalt
der Evangelien, deren schriftliche Entstehung ja zeitlich viel näher
an Jesus ist, als einen Hinweis, dass Gottes Offenbarung bei den Christen
verdorben worden sei. Dem gegenüber ist z. B. zu bedenken, dass der Text
Uthmans auch durch die nicht vorhandenen Vokalzeichen der arabischen Schrift
unterschiedlichen Lesarten unterworfen ist. Wir wissen nicht, wie der erste
Koran ausgesehen hat und ob er nur auf Mohammed zurückgeht. So gibt es
moderne Forscher, die im Koran Spuren altchristlich liturgischer Texte entdeckt
haben. Die Frage nach den Unstimmigkeiten in der Textüberlieferung des
Korans wird im Unterschied zu den ähnlichen Fragen bezüglich der
Bibel von den Moslems tabuisiert.
Denn Koran nimmt im Glauben der Moslems ungefähr die Bedeutung ein, die
Jesus Christus für uns hat (das Wort Gottes).
Wie bei Jesus Christus sind wir von seiner historischen Existenz überzeugt
(Es gibt auch einen deutschen Forscher, der streng historisch-kritisch die
Möglichkeit postuliert, die Gestalt Mohammeds, wie im Koran dargestellt,
habe es nie gegeben.). Wir wissen von ihm vor allem durch „Das Leben
des Propheten“ von Ibn Ishak (mehr als 100 Jahre nach Mohammed) und
durch die Hadithen, in denen auch Details zum Leben Mohammeds gesammelt wurden.
Die Hadithen sind mündlichen Überlieferungen, die ca. drei Jahrhunderte
nach Mohammed in Auswahl aufgezeichnet worden sind. Der Koran (s. o.) lässt
auch Rückschlüsse auf das Leben Mohammeds zu. Für einen Moslem
ist Mohammed als letzter und höchster Prophet Gottes normalerweise jeglicher
Kritik entzogen, auch wenn der Koran ihn auch als Sünder bezeichnet (Sure
47,20; 48,2-3; 33,36-38). Dies erklärt die Empörung, wenn Mohammed
wie jede andere Gestalt der Geschichte behandelt wird und erst recht, wenn
er verächtlich gemacht wird.
Nun die wichtigsten Daten des Lebens Mohammeds: 570 in Mekka geboren, als
Halbwaise bei seinem Onkel aufgewachsen, mit 25 Jahren heiratete er die reiche
Witwe Chadidscha. Mit 40 Jahren hatte er die ersten Eingebungen, in denen
ihm seiner Meinung nach der Engel Gabriel erschien. Er verstand sich als Mahner
und Prophet des arabischen Volkes, konnte aber bis zum Tod seiner Frau (620)
nur wenig Anhänger in Mekka sammeln. 622 beginnt eine radikal neue Lebensphase
mit der Flucht nach Medina (Stadt nördlich von Mekka). Diese Flucht (Hedschra)
ist der Beginn des islamischen Kalenders, der nach Mondjahren ( ˜354
Tage) berechnet wird. In Medina wandelt sich Mohammed zum Staatsmann, der
die zerstrittene Stadt sich und seinem Glauben unterwirft und schließlich
nach acht Jahren auch Mekka erobert. 632 stirbt er plötzlich, während
seine Krieger schon die ganze arabische Halbinsel unterworfen haben.
Als Christen fragen wir uns, wie es eine Offenbarung Gottes nach Jesus Christus geben kann, die die Offenbarung Jesu Christi aufhebt. Mohammed nimmt für sich in Anspruch, der letzte Prophet zu sein und beansprucht für seine Offenbarung, den Koran, dass dieser das unwandelbare und eigentliche Wort Gottes ist. Entweder hat er Recht oder die christliche Lesart. Für Moslems stellt sich das Problem nicht so, da nach ihrer Meinung die Christen Jesus Christus falsch verstanden haben. Ein zentrales Problem für den Dialog ist es, die unkorrekte Darstellung des Christentums im Koran wahrzunehmen. Ein Moslem, der zu gibt, dass der Koran Falsches über das Christentum lehrt, verließe eigentlich den Boden seines Glaubens. Er gäbe nämlich zu, das auch der Koran zu korrigieren und damit nicht unwandelbar wäre.
Mohammed ist in der zweiten Phase seines Lebens als Staatsmann wenig wählerisch
gewesen,wenn es galt seinen Glauben durchzusetzen. Wer sich ihm nicht unterwarf,
verlor im Extremfall sogar sein Leben. So die Männer der beiden jüdischen
Stämme in Medina, die sich ihm verweigerten. Der Überlieferung nach
ließ er alle 600-800 Männer enthaupten und ihre Frauen und Kinder
versklaven. Auf dieses Vorbild berufen sich noch heute die radikal-moslemischen
Feinde des Staates Israel.
Auch sind mehrere Fälle überliefert, wo er Kritiker und Kritikerinnen
umbringen ließ. So zum Beispiel Asma, die Tochter Marbans; sie hatte
als Sängerin einen Spottvers über Mohammed gemacht. Als Mohammed
dies hörte, fragte er: „Befreit mich niemand von der Tochter Marbans?“
Einer seiner Gefährten hörte dies, brachte noch in der selben Nacht
zuerst ihre Kinder und dann auch sie auf bestialische Weise um. Am folgenden
Morgen begab er sich zu Mohammed und gestand den Mord. Mohammed antwortete:
„Du bist Allah und seinem Gesandten beigestanden.“ So die Überlieferung
der Hadithen.
In Situationen der Unterlegenheit griff er auch zu Mitteln der Täuschung
und brach Verträge.
Sein militärischer Erfolg beruht neben der Kraft seiner Persönlichkeit
auch darauf, dass er bis dahin in Arabien gebräuchliches Kriegsrecht
brach.
Auch unterscheidet ihn von Buddha und Jesus, dass er zum Schwert gegriffen
und 66 Kriege geführt hat. Der Koran enthält viele Aufforderungen
zum Kampf mit den Ungläubigen und zu ihrer Vernichtung.
Zu den ebenfalls tabuisierten Anfragen gehört die Ausbreitungsgeschichte
des Islam. Es gibt sehr wohl eine friedliche Ausbreitung des Islam über
Handel und kulturellen Austausch, vor allem gegenüber Kulturen mit einem
niedrigeren Niveau. Auf diese Weise breitete sich der Islam unter den Nomadenvölkern
Asiens wie auch im malaiisch-indonesichem Bereich aus. In Afrika ist die Ausbreitung
des Islams anfangs wohl überwiegend dem Interesse an der Gewinnung afrikanischer
Sklaven geschuldet. Von Handelsstützpunkten aus wurden nach und nach
küstennahe stabile Herrschaften gebildet. Gegenüber den Hochkulturen
Christentum, Parsismus und Hinduismus setzte sich der Islam zuerst nur militärisch
durch. Diese Religionen haben als Schriftreligionen einen definierten Platz
im Koran. Daher konnte die zunächst kleine Erobererschicht sich mit der
Zwangsabgabe der Eroberten (Dhimmi) begnügen. Da der Islam wie eine Tür
funktioniert, die nur in eine Richtung benutzbar ist, wurde im Laufe von Jahrhunderten
ein Großteil der unterworfenen Völker islamisiert. Nur wenige größere
Bevölkerungsgruppen wie die Christen Ägyptens widerstanden zumindest
in Teilen der Versuchung, den christlichen Glauben aufzugeben. In den ehemals
durch und durch christlichen Gebieten Nordafrikas verschwanden die Reste der
christlichen Bevölkerung im 12. Jahrhundert, als zum Beispiel die Christen
der Stadt Tunis vor die Alternative gestellt wurden: Tod oder Unterwerfung
(= Islamisierung).
Die Tatsache, dass die Gewaltgeschichte des Islam, die schon mit Mohammed
beginnt, heutzutage gerne tabuisiert wird, wirft eigentlich ein gutes Licht
auf die Tabuisierer. Denn sie spüren, wie Papst Benedikt in Regensburg
bemerkte, dass Zwang und Gott eigentlich unvereinbar sind.
Zu einer beliebten Legende aller „Gutmenschen“ seit dem 19. Jahrhundert
gehört die Legende eines friedlichen Zusammenlebens von Christen, Juden
und Moslems im Spanien des 10. Jahrhunderts. Unzweifelhaft herrschten für
eine kurze Zeit relativ großmütige Kalifen in Córdoba. Die
Stellung der Juden als die kleinere von zwei verfolgten Minderheiten im islamischen
Reich war tatsächlich häufig günstiger als der Zustand als
einzige verfolgte Minderheit im christlichen Herrschaftsbereich. Aber Juden
wie Christen kamen über den Zustand als Dhimmi nie heraus, d. h. sie
hatten Eigenverwaltung nach Innen, waren aber gegenüber den Moslems nahezu
rechtlos. Selbst unter den großzügigsten Kalifen konnte christliches
Bekenntnis den Tod bedeuten und schließlich wurde durch islamisierte
Nachzügler aus Nordafrika die kurze Blüte großzügiger
Kalifen in Spanien beendet.
Es ist sogar möglich, dass die Absonderung und Entrechtung bis hin zu
den Kleidervorschriften, die die Juden im christlichen Mittelalter nach und
nach erfuhren, ihren Ursprung in dem Dhimmi-Status des Islam hatte. D. h.
manches, was wir als mittelalterlich empfinden, ist möglicherweise dem
Zwangssystem des Islam entnommen. Ganz anders war da noch die Weite der Kirchenväter
gegenüber Nichtchristen.
Eine beliebte Argumentationsfigur im Gespräch über den Islam ist
die Behauptung, dass der Islam dem frühmittelalterlichen Christentum
doch kulturell bei weitem überlegen war. Auch dies ist so eine romantische
Legende. Ferner verdanke Europa dem Islam die Kenntnis des Aristoteles und
anderer griechischer Philosophen wie auch wesentliche Fortschritte in der
Mathematik.
Die islamischen Herrscher hatten, wenn sie klug waren, ein natürliches
Interesse an allen Kenntnissen, die den Handel, Seefahrt, Medizin und das
Militär betrafen. Da sie ein einheitliches Reich hatten, fügten
sie auch Wissen des Westens und des Osten zusammen. Am Beginn des Islam ist
es aber ohne Zweifel so gewesen, dass die medizinischen und philosophischen
Kulturträger noch lange Zeit die Unterworfenen (Christen, Parsen) waren,
bis sie im Rahmen der Islamisierung eingefügt wurden.
Ohne Zweifel war zurzeit von Karl dem Großen Damaskus Aachen bei weitem
überlegen. Der Vergleichspunkt ist aber Ostrom (Byzanz), dass kulturell
und wirtschaftlich die bedeutendste Stadt Eurasien war. Das Wunder des abendländischen
Christentums besteht gerade in der kulturellen Dynamik, die aus dem von der
Völkerwanderung heimgesuchten Westeuropa eine durch und durch kultivierte
Landschaft eigenverantwortlicher Menschen (Männer und Frauen!) machte.
Ohne die Christen, die über Jahrhunderte das antike Wissen in Griechisch
weitergaben und erst später diese Texte ins Arabische übersetzten,
sodass sie dann auch islamischen Denkern zugänglich waren, wäre
die Philosophiegeschichte deutlich ärmer. Die wenigen eigenständigen
islamischen Philosophen (Avicenna und Averroes) sind mit ihrer Aristoteles-Rezeption
nicht durchgedrungen, sondern wurden innerislamisch verfolgt. Im christlichen
Raum dagegen, in einer Kultur der Freiheit, wurden die Elemente der antiken
Philosophie aufgenommen und weitergedacht.
Ein großes Problem im Dialog mit dem Islam ist das Misstrauen. Es gibt
in nicht wenigen Strömungen des Islam die Lehre, dass man die Ungläubigen
belügen dürfe. Das beinhaltet auch eine Lüge in der Frage nach
diesem Thema. Tagesaktuell sei auf die unterschiedliche Darstellung zur großen
Moschee in Köln hingewiesen. Die Aufzählung der geplanten Infrastrukturen
in der Moschee ist in den deutschen Prospekten ganz anders und viel bescheidener
ausgefallen als in den Türkischen.
Während wir Christen mit den Moslems auf gleicher Augenhöhe verhandeln
wollen, betrachten manche ihrer religiösen Führer uns mit Abscheu.
Dialog setzt aber gleiche Augenhöhe voraus.
Der Unterschied zwischen einem christlichen Märtyrer und einem islamischen Glaubenszeugen, der zu Unrecht im deutschen Sprachgebrauch Märtyrer genannt wird, ist im Glaubenszeugnis der Schwester Leonella und einem islamischen Selbstmordattentäter dieser Tage offensichtlich. Schwester Leonella wurde nach einem aufopferungsvollem Leben für die Ärmsten der Armen (Frauen und Kinder) in Somalia hinterrücks von Kugeln durchsiebt und starb mit den Worten: „Ich verzeihe, ich verzeihe, ich verzeihe.“ Ein christlicher Märtyrer ist nur der, der sein Leben als Zeugnis hingibt und dem Mörder in diesem schwersten Moment verzeihen kann (vgl. St. Stephanus, 1 Kor 13, sel. Karl Leisner). Ein moslemischer Glaubenszeuge ist jemand, der sein Leben opfert, um die Feinde des Islams zu töten. Ob er dies aus Liebe zu Gott oder aus Hass gegenüber seinen vermeintlichen Feinden tut, ist zunächst unwichtig.
Christus appelliert ununterbrochen an die Freiheit, das Herz des Menschen.
Viele Gleichnisse reden ausdrücklich davon, dass Menschen seine Botschaft
nicht annehmen. Im letzten Buch der Bibel wird sogar eine Zukunftsperspektive
der Menschheit entworfen, die sich in ihrer Mehrheit Christus verweigert.
Als Christen leben wir mit dem Bewusstsein, dass Liebe ohne Freiheit nicht
möglich ist und auch die Verweigerung zu den Möglichkeiten des Menschen
gehört. Der Abfall vom Glauben findet selbst in der intimsten Stunde,
dem Abendmahl, statt. Im Islam steht auf dem Abfall vom Glauben der Tod, auch
wenn manche moderatere Richtungen dies staatlich nicht durchsetzten wollen
(können). Religionsfreiheit ist das wichtigste Menschenrecht, auf das
im Gespräch mit dem Islam unbedingt bestanden werden muss.
Die Konversion eines Familienvaters vom Christentum zum Islam führt in
Staaten wie Syrien zum Beispieldazu, dass seine christlichen Kinder von da
an als Moslem betrachtet werden. Damit sind die Ehen der Töchter mit
ihren christlichen Männern ungültig nach staatlichem Recht werden.
Nicht ohne Grund tätowieren die Kopten in Ägypten jede getauften
Kind ein Kreuz auf das Handgelenk, damit es trotz des enormen Drucks der Umgebung
Christ bleibt. Der Eintritt in den Islam ist das Durchschreiten einer Tür
ohne jede Rückkehrmöglichkeit. Die Tür fällt ins Schloss
– für immer, so das islamische Verständnis.
Moslems die in Deutschland Christen werden müssen auch hier Verfolgung
bis zu Morddrohung. Die Großfamilie sagt sich in der Regel von dem Betreffenden
los, wenn es glimpflich abgeht. Es gibt kleine Gemeinden von Eingewanderten
Moslems die getauft sind sowohl im evangelischem als auch im katholischem
Bereich. Deutsche, die zum Islam konvertieren, sind häufig Ehefrauen
von Moslems oder Menschen mit areligiösem Hintergrund, die in diesem
Glauben zum ersten mal überhaupt einer Religion begegnen. Die Radikalität,
mit der der Glaube alle Lebensbereiche ergreift, kann gegenüber einem
lässig belebten Christentum auch der Grund zur Konversion sein.
Heutige Moslems führen häufig die Kreuzzüge als Beweis für
eine andauernde westliche (christliche) Verschwörung gegen den Islam
an. Erstaunlicherweise hat der zeitgenössische Islam die Kreuzzüge
so nicht wahrgenommen. Vielmehr waren sie für die damaligen arabischen
Geschichtsschreiber nur ein kleines Zwischenspiel in den kriegerischen Auseinandersetzungen
dieser Zeit. Ursprünglich ging es den Christen um den Zugang zu den heiligen
Stätten und in zweiter Linie um Militärhilfe für Ostrom gegen
islamische Angreifer. Islamische Turkvölker hatten große Teile
der damals noch christlichen Türkei überrannt und verhinderten auch
Wallfahrten nach Jerusalem, die in den ersten Jahrhunderten der islamischen
Besetzung des Heiligen Landes noch möglich gewesen waren.
In seiner Not hatte der Kaiser von Ost-Rom sich an den Papst als Vertreter
der westlichen Christenheit gewandt und um Unterstützung gebeten. Der
Aufruf zur Befreiung der heiligen Stätte entwickelte eine nicht vorhergesehene
Eigendynamik, an der man viel kritisieren kann. Nach dem Willen der Päpste
hätte kein Progrom gegen jüdische oder sonstige Minderheiten im
Rahmen von Kreuzzügen je stattfinden dürfen und die Eroberung von
Konstantinopel durch die westlichen Christen (1204) stellt sicherlich ein
bleibendes Verhängnis des Christentums dar. Dass man aber einem befreundeten
Staat gegen Angreifer zu Hilfe kommt und Zugang zu Orten zurückgewinnt,
die diesem durch Gewalt entrissen wurden, dürfte auch heute der UN-Charter
nicht widersprechen.
Für uns als Christen stellt sich die Frage, aus welchem Grund darf überhaupt
zum Schwert gegriffen werden? Ein Moslem sieht sich dagegen in der Nachfolge
Mohammeds und durch den Koran legitimiert, die Herrschaft des Islam auch mit
Gewalt auszubreiten.
Franz von Assisi ist dem Islam begegnet. Er ist während eines Kreuzzuges unter Lebensgefahr in das Lager des Sultans gegangen. Nach einem Bericht hat er den Sultan zum christlichen Glauben bekehren wollen. Als als Beweis für die Wahrheit des christlichen Glaubens habe er den Sultan aufgefordert, ihm mit den muslimischen Geistlichen in ein großes Feuer steigen zu lassen. Als der Sultan diesen Religionsvergleich ausprobieren wollte, waren die muslimischen Geistlichen verschwunden. Beeindruckt vom Glaubensmut des heiligen Franz ließ er ihn in Frieden ziehen. Seit dieser Zeit hatte dieFranziskaner das besondere Privileg sich um die katholischen Gläubigen unter osmanischer Herrschaft kümmern zu dürfen.
Ein besonders leidvolles Thema ist die Frage nach der Rolle der Frau bei
Mohammed
Unterschiedliche Kulturen haben die Frauen und die Männer unterschiedlich
behandelt. Wenn wir mit einer Zeitmaschine in eine frühmittelalterliche
Siedlung gelangen würden, wäre auch dort manches für uns diskriminierend.
Aber auch Christen aus anderen Zeiten würden unsere Art, wie der weibliche
Körper für Werbung ständig präsentiert wird, für
zutiefst frauenfeindlich halten. Moslems machen darauf aufmerksam, dass es
im Verhältnis von Mann Frau große innerislamische Unterschiede
gibt. Deshalb ist es sinnvoller auf Jesus und Mohammed zu sehen. Mohammed
war zunächst als junger Mann mit einer älteren Frau verheiratet,
bevor er als erfolgreicher Religionsgründer sieben Frauen und eine nicht
genau zu bestimmende Zahl von Sklavinnen hatte. Frauen waren für ihn
Objekte seiner Begierde, die ihm zu Diensten sein mussten. Sie dürfen
geschlagen werden und haben höchstens die Hälfte der Bedeutung eines
Mannes.
Jesus war unverheiratet und ging mit den Frauen seiner Umgebung so achtungsvoll
um, das nicht wenige von ihnen sich ihm angeschlossen. Sein Gespräch
mit der Samariterin am Jakobsbrunnen und seine Verteidigung der Ehebrecherin,
seine Freundschaft zu den Schwestern Maria Martha, seine Ehelehre vor allem
beweisen, dass für ihn Männer und Frauen vor Gott die gleiche Würde
haben.
Auch heute noch ist die Gestalt Jesus für religiös interessierte
Muslimine von hoher Anziehungskraft, da sie selber in einer ähnlich patriarchalischen
Gesellschaft leben wie die Frauen zur Zeit Jesu.
- Benutze das Wort Gottes
- Bete während des Gesprächs
- Sei ehrlich, menschlich interessiert
- Rege zum Nachdenken an
- Höre aufmerksam zu
- Rede offen über den eigenen Glauben
- Argumentiere, ohne den anderen besiegen zu wollen
- Übe besondere Vorsicht bei der Kritik an Mohammed und dem Koran
- Respektiere Sitten und Empfindlichkeiten des Gegenübers
- Bleibe demütig und beharrlich
