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Predigtvorschläge - 22. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)
1. Predigtvorschlag

von Pfr. Dr. Axel Schmidt (erstellt: 2005)

Liebe Gemeinde!

„Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken“, ruft uns der heilige Apostel Paulus heute in der Lesung zu. Diese Mahnung ist heute genauso aktuell wie zu den Zeiten der Urchristen. Es geht um das unterscheidend Christliche, ja um die Substanz unseres christlichen Glaubens, die verlorengeht, wenn wir uns an die Welt angleichen. „Ihr seid das Salz der Erde“, sagt Christus. „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?“ Wenn wir Christen nicht anders leben als die Ungläubigen, dann ist unser Salz schal geworden!

Vor acht Tagen war der Höhepunkt des Weltjugendtags in Köln. Rund eine Million junger Leute sind der Einladung des Papstes gefolgt und feierten zusammen mit ihm die heilige Messe. Es war ein unvergleichliches Fest des Glaubens und der fröhlichen Zuversicht, ein unbeschreibliches Erlebnis der Einheit und des Friedens – soviele Jugendliche aus allen Teilen der Welt in einträchtiger Andacht versammelt, geeint durch den gemeinsamen Glauben und durch die gemeinsame Liebe zum Heiligen Vater. Der Nachfolger Petri, auf den Jesus seine Kirche gebaut hat, machte uns allen Mut, Jesus Christus wieder in die Mitte unseres Lebens zu stellen und uns des Evangeliums nicht zu schämen, vielmehr stolz darauf zu sein. In der Vigil auf dem Marienfeld sprach er u.a. einen Gedanken aus, der gut zu den heutigen Lesungstexten paßt:

„Die Macht Gottes ist anders als die Macht der Mächtigen der Welt. Die Art, wie Gott wirkt, ist anders, als wir es uns ausdenken und ihm gerne vorschreiben möchten. Gott tritt in dieser Welt nicht in Konkurrenz zu den weltlichen Formen der Macht. … Er stellt der lauten, auftrumpfenden Macht dieser Welt die wehrlose Macht der Liebe gegenüber, die am Kreuz – und dann in der Geschichte immer wieder – unterliegt und doch das Neue, das Göttliche ist, das nun dem Unrecht entgegentritt und Gottes Reich heraufführt. Gott ist anders – das erkennen sie [die Weisen aus dem Morgenland] nun. Und das bedeutet, daß sie nun selbst anders werden, Gottes Art erlernen müssen.“

Die Umwandlung und Erneuerung des Denkens ist eine Aufgabe, die sich jedem einzelnen stellt, und das auch immer wieder im Leben. Im Evangelium erfahren wir, daß auch Petrus damit seine Not hatte. „Das soll Gott verhüten, Herr!“, ruft er aus, als Jesus von seinem Leiden und Sterben spricht. Petrus glaubt an Jesus, er glaubt, daß Jesus der Messias ist, aber gerade deshalb versteht er nicht, daß der Gesalbte des Herrn die Schmach des Kreuzes erleiden soll. Doch Jesus weist ihn zurecht und fährt ihn an: „Hinter mich, Satan!“ Er nennt Petrus aber nicht einen Teufel; das Wort „satan´a“ ist hier vielmehr in seiner Ursprungsbedeutung zu verstehen und meint: „Hindernis, Widersacher, Stein des Anstoßes.“ Petrus wird Jesus zur Versuchung, indem er ihm das Kreuz wegwünscht. Und so muß er sich sagen lassen: „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Petrus will einen Messias, der sich mit Macht und Gewalt durchsetzt, Gott will einen Messias, der „der lauten, auftrumpfenden Macht dieser Welt die wehrlose Macht der Liebe gegenüberstellt, die am Kreuz unterliegt und doch … dem Unrecht entgegentritt und Gottes Reich heraufführt.“

Das ist soweit theologisch völlig klar. Aber bis hierhin ist es nur Gedanke, den man in Gelehrtenstuben entwickeln oder in einer schönen Predigt anhören kann, ohne ihn zu leben. Es kommt darauf an, daß wir diesen Gedanken tief in unser Herz einlassen, damit er unser Leben bestimmt. Wir sind aufgerufen, uns zu wandeln und unser Denken zu erneuern. Wie viele gibt es, die sich von morgens bis abends vom Fernsehen berieseln lassen und kritiklos alles aufnehmen, was ihnen dort geboten wird. Zu viele sind es schon, die sich vom Zeitgeist bestimmen lassen und mit dem Strom der Masse mitschwimmen. Erneuerung des Denkens ist daher das Gebot der Stunde, damit wir die alten und doch ewig jungen Worte des Evangeliums wiederentdecken, die uns freimachen von der Anhänglichkeit an diese Welt und ihren verräterischen Glanz, die uns Mut und Hoffnung geben für unser Leben.

In Köln durften wir Zeuge sein, daß sich nicht nur einzelne für das Evangelium begeistern lassen, sondern tatsächlich große Massen. Diesmal konnten die Medien das Großereignis nicht totschweigen, so wie in den Vorjahren. In Köln konnte man es spüren, daß das Evangelium auch heute Mut gibt, das eigene Denken zu erneuern, das schale Salz abzuschütteln, sich im Sakrament der Beichte mit Gott zu versöhnen und gegen den Strom der Verweltlichung zu schwimmen. Gottes Gnade wurde sichtbar, sie leuchtete auf unzähligen jungen Gesichtern!

Ich bin häufig erschrocken darüber, mit welcher Perfidie unsere Gesellschaft die Glaubensverkündigung der Kirche zu hintertreiben versucht. Die Kirche wird so dargestellt, als ob sie bald an Altersschwäche stirbt. Denn wenn das so ist, dann braucht man sich ihrer Botschaft nicht mehr zu stellen. Wie viele Christen haben sich im Grunde mit diesem Bild abgefunden! So werden sie entmutigt, und Glaube und Hoffnung werden schwach. Selbst viele Bischöfe scheinen eine defätistische Haltung eingenommen zu haben und trauen dem Evangelium keine Kraft mehr zu. In den letzten Tagen zeigten uns jedoch die Medien gegen ihren Willen, daß dieses Bild von der Kirche eine Karikatur ist, eine wahrheitswidrige Verzeichnung! Wir haben den lauten Stimmen, die uns den Glauben miesmachen wollen und die alles, was gut und heilig ist, mit ätzendem und zersetzendem Spott übergießen, lange genug Aufmerksamkeit geschenkt. Nun ist es an der Zeit, uns der Erneuerung des Denkens, die schon lange begonnen hat, anzuschließen!

Die Botschaft Jesu ist glasklar: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“ Was nützt es, wenn wir das zeitliche Leben retten und das ewige verlieren, wenn wir zwar von den Menschen Applaus bekommen, vor Gott aber mit leeren Händen dastehen? Eine Wohlstandsreligion nützt nichts. Reinhold Schneider sagt: „Das Christentum kann sich einzig und allein erneuern durch die Wendung zum Ursprung, den immer neuen Durchbruch zu Christus, zum Kreuz.“

2. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder,

warum sind Sie eigentlich hier?

Es soll ja Menschen geben, die fragen nach dem Gottesdienst vor allem: Was hat es mir gebracht? Was hat mir dieses Messe eigentlich gegeben?
Es soll Menschen geben, die finden eine Messe gut, wenn die Predigt gut war. Und die Messe war schlecht, wenn die Predigt schlecht war - oder wenn sogar überhaupt keine Predigt gewesen ist.
Es soll diese Menschen geben, die irgendwann sagen: Die Messe bringt mir nichts, da gehe ich nicht mehr hin. Und die dann tatsächlich nicht mehr hingehen.
Das ist inzwischen eine Haltung, die unsere Gesellschaft auf den ganzen Bereich des Religiösen ausgedehnt hat: «Soll er es doch glauben - wenn es ihm hilft!» - oder: «...wenn es ihm was bringt.» Ja, daran muss sich jede Religion vor dem Tribunal des zeitgemäßen Menschen messen lassen: Habe ich was davon, an Gott zu glauben?

(Vorwurfsvoll:) Warum sind Sie eigentlich hier?

So ähnlich wie viele unserer Zeitgenossen hat wohl auch Petrus gedacht: Wenn Jesus stirbt, was habe ich dann von ihm? Was bringt mir - was bringt uns sein Tod? Wofür sollen dann die ganzen Jahre der Wanderschaft mit dem Herrn, der Verachtung durch seine Mitjuden und durch die tonangebende Gruppe der Pharisäer und Schriftgelehrten gut gewesen sein?

Petrus hat sowenig wie die anderen Apostel und Jünger begriffen, dass es darauf nicht ankommt. Denn glauben, lieben heißt zu fragen: Was bringt's den anderen? Den anderen Menschen, der Welt? Meinem Nächsten?

Jesus tadelt Seinen Petrus nicht nur besonders hart, sondern erklärt auch, wieso: Nicht der Egoismus soll seine Jünger beherrschen, sondern das Kreuz: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich." Jesus ist nicht in die Welt gekommen, um für Petrus und Seine Apostel da zu sein - er ist zur Erlösung aller Menschen Mensch geworden. Und auch Petrus sollte Christus nachfolgen, nicht weil er etwas dafür bekommt, weil es sich lohnt: Nein, weil er gebraucht wird und etwas zu geben hat. Eben aus Liebe zu Gott, der Freunde sucht.

Deswegen sind wir als hier: Wir feiern diese Gottesdienst für Gott - weil er Freunde sucht und uns einlädt - und für die Anderen. Nicht für uns, aus einem egoistischen "Was bringt's mir" heraus.

Wir sprechen nämlich nicht deswegen von dem Gemeindegottesdienst, weil hier die ganze Gemeinde anwesend ist - das stimmt nämlich gar nicht. Mehr als die Hälft der Gemeinde kommt ja gar nicht mehr zum "Gemeindegottesdienst". Wir feiern deswegen einen Gemeindegottesdienst, weil wir, Sie und ich, ihn für die Gemeinde feiern. Auch wenn wir durch die Woche Gottesdienst feiern - mit gerade mal einem Prozent Gottesdienstbesucher, feiern wir diesen für die ganze Gemeinde!
Sie kommen in die Messe, nicht weil diese Messe was bringt, sondern weil hier gegeben wird.

Jesus gibt sich uns - am Altar, in der Kommunion.
Wir geben uns Ihm - in der Gabenbereitung, im Hochgebet.
Wir geben unsere Gaben dem Nächsten - vor allem im Gebet.

Glauben Sie mir - das Gebet ist eine größere Gabe als das Geld im Klingelbeutel, weitaus selbstloser, selten egoistisch und oft wirksamer.
Es geht im Glauben nie ums Nehmen, um den Gewinn: "Was nutzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt?"
Es geht um das, was Sie zu verlieren haben: "Wer sein Leben um meinetwillen verliert..."
Ein Tip: Bemühen Sie sich einmal, sich selbst im Gottesdienst zu verlieren. Hier, heute, in dieser Messe. Und dann wissen Sie, warum sie hier sind.
Amen.

3. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder,

Es ist einfacher, den Menschen zu folgen, als Gott
es ist einfacher, den Gesetzen, den Normen der Gesellschaft zu folgen, als Gottes Normen der Liebe
es gibt keine halbe Wahrheit, konsequent Christus folgen
es gibt andere Bibelstellen, wo Jesus einlädt, ihm so zu folgen, wie es einem persönlich möglich ist.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst " bedeutet nicht Selbstmord. Selbstverleugnung heißt nur Christus kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn sehen, der vorangeht, und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist.
es geht nicht um die Praktizierung christlicher Gesetze, oder um asketische Selbstvervollkommnung, sondern um eine alternative, nicht ich-orientierte Lebensform, die durch die Bindung an Jesus, d.h. in der Nachfolge, und in der Gemeinschaft der Nachfolgenden überhaupt erst möglich wird
Dabei ist die von jedem kirchlichen Zwang gelöst Freiwilligkeiteines solchen Lebens vorausgesetzt
bürgerliche und christliche Existenz sollte unterschieden werden können.
Das Leben ist mehr als alles Gold, es ist das kostbarste, was es gibt. Es geht Mt also bei der Selbstverleugnung zentral um ein Nein gegenüber dem Besitz. das paßt zur zentralen Stellung, die die Warnung vor dem 1Reichtum bei ihm hat.
Richter über das, wa wahres Bekenntnis zum Gottessohn ist, ist also weder ein kirchliches Lehramt , noch eine theologische Fakultät, sondern allein der Menschensohn, der die Praxis der bekennenden Jünger beurteilt.

4. Predigtvorschlag

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

am nächsten Sonntag beginnt für unsere Stadt und somit auch für unsere Gemeinde die Gemeindemission. Drei Patres kommen für zwei Wochen zu uns in die Kirche und in die ganze Gemeinde um uns zu besuchen?, um die ganze Stadt zu bekehren?, um einfach mit uns zu leben? Was denn überhaupt und warum eigentlich?

Der Pfarrgemeinderat wurde um zig Personen erweitert, die alle für irgendeine Gruppe unserer Gemeinde Verantwortung tragen, um diese Gemeindemission vorzubereiten. Viele Abende wurden bisher schon investiert und viel Arbeit wird auch noch in der kommenden Woche investiert werden müssen. Unsere Meßdiener haben ihr Schützenfest wegen dieser Gemeindemission verlegt, die Kolpingfamilie ihr Jubiläumsfest aus der Mitte der Gemeindemission herausgelegt. Wofür dieser ganze Aufwand? Was soll das ganze? Stehen wir kurz vor dem Jüngsten Gericht, wo wir noch möglichst viele retten wollen?

Bestimmt nicht. Ich glaube, daß durch diese Gemeindemission nicht einer mehr zur Kirche geht, der nicht auch sonst sich hier hin und wieder mal blicken läßt. ich bin davon überzeugt, daß nach der Gemeindemission keiner Kontakt zur Kirche bekommen hat, der jetzt von Gott und seiner Kirche nichts wissen will. Wem der Glaube heute vollkommen egal ist, der braucht auch am ersten Montag nicht kommen, wenn dieser hier Thema ist. Für wen der Papst nur ein überflüssiger alter Mann ist, der bekommt hier auch am ersten Dienstag kein neues Bild von Kirche. Wer am Leid in der Welt verzweifelt ist und daher nicht mehr an Gott glaubt, der findet auch am Freitag keinen neuen Zugang.

Was das ganze dann soll? Nun, auf keinen Fall Emsdetten bekehren. Die Emsdettener werden auch im nächsten Jahr Kirmes feiern und nicht Kirchweih von St.Pankratius, wo diese Kirmes ihren Ursprung hat.

Die, die jetzt keinen Kontakt mehr zur Kirche haben, werden wir auch nicht durch die Gemeindemission erreichen, bei dem die Flamme des Glaubens erloschen ist, bei dem bedarf es mehr, um sie wieder anzuzünden. Aber sie, die sie hier sitzen, wir können gestärkt werden. Wir werden doch auch immer wieder schwach und zweifeln. Aber bei uns brennt die Flamme noch, beim einen mag sie gerade noch glimmen, beim anderen brennt die Flamme des Glaubens licht und hell. Wir alle, die wir Hier sitzen, und die auch sonst noch Kontakt mit Kirche haben, wir alle sind auf der Suche nach Gott, wir alle haben eine Ahnung davon, daß er uns in unserem Leben helfen will und kann. Wir sind auf der Suche danach, was der Wille Gottes ist. Und das ist der entscheidende Punkt. Wir sind auf der Suche. Auch für uns ist der Glaube an einen gerechten Gott z.B.: angesichts der aktuellen Kinderprostitution nicht einfach, auch ist die eine oder andere Verkündigung des Papstes für uns nicht so leicht verständlich. Aber so lange wir auf der Suche sind nach Antworten, solange kann Gott uns helfen. Und dann, seien die Zweifel auch noch so groß, wenn die Flamme des Glaubens noch nicht ganz erloschen ist, dann kann uns die Gemeindemission etwas bringen, dann kann sie uns stärken. Fragen und Zweifel, die wir in unserem Glauben haben, können hier angegangen, der Lösung näher gebracht und vielleicht sogar geklärt werden. Wir können unser Leben überprüfen und vielleicht erkennen wir, was Gott von uns will, so wie Paulus heute schrieb: "Gleicht euch nicht ...vollkommen ist."

Und noch schöner finde ich die Worte, die der Prophet Jeremia gefunden hat: "Du hast mich... verhöhnt mich" Wie oft werden wir mittlerweile für unseren Glauben verhöhnt: "Was, Du gehst zur Kirche, aber der Papst hat doch.." Wieviel Schüler müssen mittlerweile Spott entgegennehmen dafür, daß sie in der Messe dienen. "Ein jeder verhöhnt mich" Und doch muß Jeremia die Ungerechtigkeit anklagen: "Ja, sooft ich rede, muß ich schreien, Gewalt und Unterdrückung" Der Einsatz für Gerechtigkeit "bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber ... konnte nicht."

Ich wünsche Ihnen und mir und allen, bei denen das Feuer des Glaubens noch nicht erloschen ist, daß wir diese Chance nutzen, es wieder zu entfachen, daß es wieder anfange zu brennen in unserem Herzen, so daß wir es nicht mehr eingeschlossen halten können. Amen

5. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Wer sein Leben retten will - muss sich um alles sorgen, aller selber machen, absichern, misstrauen, der wird sich selbst darin verlieren - wird letztlich nie richtig leben, sondern höchstens Spaß haben, verzweifelt darum kämpfen, nichts im Leben zu verpassen, und dabei jede Tiefe, jeden höheren Wert und vor allem das ewige Leben aus dem Blick verlieren.

Statt dessen: gleicht euch nicht dieser Welt an, wandelt euch, erneuert euer Denken, prüft, was der Wille Gottes ist - so Paulus heute im Röm,erbrief.

Die Worte Jesu setzen meines Erachtens noch einen drauf: wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst ; sein Leben um Jesu Willen zu verlieren.

Das klingt nach einer harten Forderung - ist es auch, und so wird es von uns erwartet. Nicht nur die Ordenleute oder Priester sollen sich ganz in den Dienst Jesu stellen, sondern jeder Cvhrist stelle seine eigenen Interessen zurück und leben stattdessen für die Sache Jesu: für die Liebe, die von Gott kommt und unser ganzes Leben beansprucht. Die Liebe Jesu weiterzugeben ist nicht eine Nebensache für den Feierabend, sondern betrifft das ganze Leben.

Und da unterscheiden wir uns radikal von der Konsumgesellschaft, die dem Lebensgefühl hinterherlaufen.

Wir leben davon, dass wir die Liebe Jesu verschenken. Wir sind nicht da, um zu nehmen, sondern um zu geben. Eheleute versprechen sich: ein Leben lang Liebe zu schenken, nicht diese vom anderen zu nehmen. Liebe, Sexualität lebt davon, dass ich sie dem Ehepartner schenke, sie wird missbraucht, wenn ich sie mir nehme!

Der Ehemann, die Ehefrau verschenkt ihre Liebe - der Christ ist dazu da, seine Liebe zu verschenken, sein Leben zu verschenken.

Viele in unserer Gesellschaft leben vom Nehmen und kaufen. Wenn wir Christen dagegen unsere Lebensvorstellung vom Geben und schenken stellen, ernten wir oft nur Spott und Hohn - ähnlich wie der Prophet Jeremia vorhin sagte: "Das Wort des Herrn bringt mir nur den ganzen Tag nur Spott und Hohn." Jugendliche werden belächelt, wenn sie Gleichaltrigen vom WJT berichten; Eltern werden verhöhnt, wenn sie der Tochter verbieten, dass der Freund bei ihr übernachtet, Priester werden nicht ernst genommen, wenn sie von der Wichtigkeit des Bußsakramentes sprechen.

Doch ich kann nicht anders, als Ihnen das zu erzählen, was ich vor Gott als richtig erkannt habe.
Eltern können nicht anders, als ihren Kindern das zu lehren, was sie über die Ausdrucksform der Liebe als Richtig erkannt haben.
WJT - TN können nicht anders, als Gleichaltrigen von den Erfahrungen zu berichten, die ihr weiteres Leben prägen.

Uns geht es da wie dem Propheten Jeremia: er kann sich nicht zurückhalten, von Gott zu erzählen - es war, als brenne in seinem Herzen ein Feuer, das raus muss.

Ich wünsche uns allen dieses Feuer, damit wir andern mit brennendem Herzen von der Liebe Christi erzählen und sie großherzig verschenken.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du selbst hast dich für uns hingegeben. Wir wollen dich für die Menschen bitten:

  • Für alle Menschen, die der Kirche den Rücken zugekehrt haben.
  • Für alle Menschen, die mit ihrem Gebet den Menschen dienen.
  • Für alle Menschen, die mit Hingabe in deiner Kirche leben.
  • Für alle Menschen, die Verantwortung in der Kirche haben.
  • Für die Eltern, Lehrer und Erzieherinnen, die in ihrem Glauben sprachlos geworden sind.
  • Für unsere Kranken, Schwerkranken und Verstorbenen. Wir feiern diesen Gottesdienst...

Herr, du erhörst unsere Bitten: Die, die wir dir ausgesprochen haben und die, die wir nur still vor dich tragen. Denn du liebst und lebst in alle Ewigkeit. Amen.