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Predigtvorschläge - 02. Sonntag der Fastenzeit (Lesejahr B)
1. Predigtvorschlag

von Pfarrer Klaus Klein-Schmein (erstellt: 2000)

„Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak ... und bring ihn auf einem Berge als Brandopfer dar.“

Schwestern und Brüder!
Jedes Mal wenn ich diesem Auftrag Gottes an Abraham höre, rebelliere ich innerlich. Wie kann er das nur wollen?
Ein Vater soll seinen einzigen Sohn töten. Und damit seine Zukunft.

Und jedes Mal wundere auch mich über Abraham. Er gehorcht Gott. Trotz allem. Was muss sich da nicht alles im Inneren dieses Mannes abgespielt haben. Es muss ihn innerlich zerrissen haben.
Aber er gehorcht.
Und indem er gehorcht, erlangt er die größte Verheißung seines Lebens: „Ich will dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand.“
Weil er Gott gehorcht, hat Abrahams Leben Zukunft.

Gehorchen - Ein Wort, das wir Menschen nicht gerne hören.
Gehorchen - Das erinnert an Kasernenhofton, an Herumkommandiert-werden.
Gehorchen - Wem bitteschön habe ich als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts noch zu gehorchen?

Was aber heißt das eigentlich: gehorchen.
Nun in diesem Wort steckt horchen, also hören.
Ich höre einen Befehl, einen Auftrag und erfülle ihn dann.

Wer nicht richtig hinhört, kann auch nicht gehorchen.
Wenn Abraham nicht richtig hingehört hätte, hätte er auch den zweiten Anruf Gottes nicht gehört: „Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide.“

Das Hören spielt in dieser Episode also eine große Rolle. Sowieso ist das Hören ein prägendes Element in der Hl. Schrift.
Abraham hört auf Gott. Samuel hört auf dem Nachtlager die Stimme Gottes. Maria spricht ihr Ja, nachdem sie auf die Botschaft des Engels gehört. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätte sie ihre Ohren und ihr Herz nicht offen gehalten.

Das Hören spielt also eine wesentliche Rolle in der Bibel. Das Hören zeichnet die großen Glaubensgestalten aus.
Deshalb haben die Alten schon sehr früh eine Satz geprägt, der auch heute nichts an Wahrheit eingebüßt hat:
Der Glaube kommt vom Hören.

Der Glaube kommt vom Hören.
Wir sollen hinhören auf das, was Gott uns sagen will. Wir sollen seinen Auftrag an uns wahrnehmen und ihn dann in die Tat umsetzen. Wir sollen nicht soviel vom Glauben und über den Glauben reden, wir sollen hinhören und ihn tun.
Vermutlich aus diesem Grund hat uns Gott nur mit einem Mund, aber dafür mit zwei Ohren geschaffen.

Der Glaube kommt vom Hören.
Dass der Glaube in unseren Tagen verdunstet wie das Wasser in der glühenden Sonne lässt sich nicht bestreiten.
Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen nicht mehr hinhören können oder wollen.

Um wirklich hören zu können, bedarf es der Aufmerksamkeit. Aufmerksam bin ich aber nur, wenn ich Stille in und um mir habe. Stille ist aber für den Großteil unserer Zeitgenossen - z. T. auch für uns - etwas total Fremdes geworden.

Es gab wohl kein Zeitalter, dass so laut daherkam wie das unsrige.
Wo man auch ist: irgendwo läuft immer ein Fernseher, spielt immer ein Radio, piept irgendein Computer. Ob zuhause, im Restaurant, im Kaufhaus immer Lärm und Musik. Wobei die Grenzen da auch immer fließender werden.

Wir lassen uns berieseln, statt wirklich hinzuhören. Unsere Ohren sind voll mit Geräusch.
Wer von außen mit Unruhe umgeben ist, kann gar nicht seine innere Stimme hören, durch die Gott zu uns sprechen will. Wir drohen Gott in unserem Inneren zu überhören, weil wir auf alles möglich hören.
Er spricht aber wirklich zu uns. Z. B. dann, wenn sich in uns das Gewissen regt, wenn uns eine innere Stimme mahnt, anregt, aufregt...

Diese Fastenzeit kann uns ein Ansporn sein, dagegen etwas zu tun. Vielleicht wäre es ein lohnendes Fastenopfer, auf die uns gewohnte Geräuschkulisse zu verzichten, indem wir das Radio im Hintergrund abstellen oder den Fernseher gar nicht erst anstellen, bevor wir nicht bewusst ausgesucht haben, was wir sehen wollen.

Der Glaube kommt vom Hören. Und der Glaube scheint zu
schwinden.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Menschen auf die falschen Stimmen hören.
In dem vielfältigen Wirrwarr an Stimmen, Meinungen, Nachrichten, Weltanschauungen fällt es uns Menschen immer schwerer, die Botschaft Gottes zu vernehmen.
Mit Sicherheit liegt darin ein Auftrag für die Kirche, die Botschaft Jesu Christi hörbarer zu machen. Dabei sollte sie auch die neuen Medien nicht scheuen. Da steckt noch allzu vieles in den Kinderschuhen.

Darin liegt aber auch ein Auftrag an uns alle. Es täte uns wohl ganz gut, wenn wir mehr Wert darauf legten, uns mit der Stimme des Evangeliums zu beschäftigen. Wann haben Sie zum letzten Mal in der Bibel gelesen? Oder wann haben Sie zum letzten Mal ein Buch mit religiösem Inhalt als Lektüre gehabt?
Sollten Sie noch keine Bibel haben - was ja vorkommen soll - kaufen Sie sich eine. Und den Weltkatechismus gleich dazu. Beide Bücher dürften in einem christlichen Haushalt eigentlich gar nicht fehlen. Nutzen Sie doch diese österliche Bußzeit dazu, in einem dieser Bücher zu lesen. So hören Sie das Wort Gottes. So hören Sie die Lehre der Kirche.

Der Glaube kommt vom Hören!
Abraham ist da ein Vorbild. Er hörte und gehorchte. Darin bestand sein Glaube. Und dadurch fand er Zukunft für sich und sein Volk.

Der Glaube kommt vom Hören!
Wie kaum ein anderer ist der Hl. Joseph uns darin ein Vorbild. Sein Fest feiern wir am Montag.
Von Joseph ist uns kein einziges gesprochenes Wort in der Hl. Schrift überliefert. Dafür wird häufig berichtet, wie er hinhört auf Gottes Anruf, und wie er schlicht glaubend gehorcht. Denken wir nur an die Botschaften des Engels vor und nach der Geburt Jesu.
Hätte er nicht gehört und gehorcht, wäre Jesus wohlmöglich von Herodes getötet worden als Kind.

Ihm und seinem Glauben verdankt Jesus sehr viel, ja sein Leben.
Wer weiß, was geworden wäre, hätte Joseph nicht glaubend gehorcht? Was wäre aus uns geworden ?
Durch den Glauben, durch das Hören und Gehorchen des hl. Joseph haben wir eine Zukunft in Jesus Christus.

Der Glaube kommt vom Hören. Im Gehorchen auf Gottes Wort liegt unsere Zukunft. Hoffentlich zerreden wir sie nicht, oder überhören sie.

2. Predigtvorschlag

von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink (erstellt: 1997)

„Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“

Liebe Schwestern und Brüder,
eine eigenartige Reaktion des Petrus auf das Erlebnis, Jesus als den Verklärten zu sehen: Jesus im hell leuchtenden Gewand, eingerahmt von den Großen der israelitischen Geschichte, eingerahmt von Mose und Elija. Das muß ein atemberaubendes, unglaublich beeindruckendes Geschehen gewesen sein. Gerade auch für den Juden Petrus.

„Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen...“
Es scheint mir so, als wollte Petrus diesen Augenblick festhalten, diesen Augenblick der Verklärung, diesen Augenblick, in dem das übernatürlich Schöne den grauen Alltag durchbricht, diesen Augenblick, in dem die Ewigkeit in die Zeit einzubrechen scheint.
Ja, diesem herrlichen Moment will Petrus eine Hütte bauen, damit er bleibt.

Den schönsten, erfüllendsten Augenblick des Lebens wahrnehmen und ihn dann festhalten, das ist auch der Wunsch des Gelehrten Dr. Faust, wie ihn uns Goethe in seinem berühmten Drama darstellt.
Er will in seinem Leben nur einmal zu einem bestimmten Augenblick sagen können: „Verweile doch, du bist so schön.“ Um das zu erreichen, geht er sogar einen Pakt mit dem Teufel ein.

Goethes Faust, Petrus im heutigen Evangelium - sie zeigen beispielhaft auf, was wohl uns allen, Ihnen und mir, zueigen ist: die Sehnsucht nämlich, Momente des Glücks, Sternstunden des Lebens, festhalten, konservieren zu wollen.

Aber diese Sehnsucht kann hier auf Erden nicht erfüllt werden. Wir sind auf dem Weg, beständig unterwegs. Wir vermögen es nicht die Zeit anzuhalten, wann und wo wir wollen. Wie sehr wünschen sich beispielsweise Eheleute, daß das Gefühl der Hochzeit immer so bleibe. Wie sehr wünsche ich mir, das Hochgefühl nach meiner erst kürzlich erfolgten Diakonenweihe in mir zu erhalten. Wie schnell hat uns der Alltag wieder, wie schnell holt der Alltag uns wieder ein. Das scheint mir eine Erfahrungstatsache zu sein.

Auch Petrus muß zusammen mit den Jüngern diese Erfahrung machen.
„Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.“ Mose und Elija - fort, weg. Nur noch Jesus, aber nicht mehr im strahlend weißen Kleid der himmlischen Verklärung, sondern im bescheidenen, schlichten Gewand des Wanderpredigers;
nur noch Jesus, aber nicht mehr der von der Welt entrückte, unnahbahr herrlich erscheinende Gottessohn, sondern der Mensch Jesus, dessen Füße staubig vom Wandern sind, der Durst hat, der Hunger verspürt, den Müdigkeit befällt. Welch Ernüchterung.

Und dennoch: Auch das ist Evangelium, auch das ist frohe Botschaft.
In der Verklärung zeigt sich: Dieser Jesus ist mehr, ist größer als ein Mensch. Und dennoch geht dieser Jesus den Weg des Menschen. Er wird zur Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Menschen. Er hat sich mit unserem Leben so sehr verbunden, daß er uns auch mit seinem Leben verbinden will. In der Verklärung zeigt er den Jüngern damals und uns heute die Herrlichkeit, die am Ende unseres irdischen Weges uns erwartet. „Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden,... denn wir werden ihn sehen wie er ist.“ Verheißt der 1. Johannesbrief.

In der Verklärung Jesu leuchtet etwas von dem auf, wie strahlend, wie unsagbar schön das ewige Leben bei und mit ihm sein wird. Hier auf Erden bleiben wir unterwegs, auf dem Weg, ständig. Am Ende diese Weges ist uns ein Leben im göttlichen Glanz verheißen, das bleibt, ewig.
Die Verheißung ewigen Lebens gibt unserer irdischen Pilgerschaft eine Richtung, ein Ziel, den Sinn. Das Alltägliche mit all den Sorgen, Nöten und der Routine wird erträglich, wird sinn-voll, wenn ich weiß, daß das Alltägliche vergänglich ist und die Verklärung, das unsagbar Herrliche auf mich wartet.

Diese christliche Botschaft vom ewigen Leben stieß immer wieder auf Widerspruch - bis heute. Ist das nicht Vertröstung auf ein Leben danach? Ist das nicht „Opium für das Volk“? Nimmt diese Botschaft unsere irdische Existenz mit allem, was dazugehört überhaupt ernst? Unterliegen diejenigen, die daran glauben, nicht der Gefahr der Weltflucht, der Versuchung die Welt Welt sein zu lassen, diese Welt einfach hinzunehmen, wie sie ist?

Eben nicht, denn: Der, der verklärt wurde, der die Würde, die Schönheit des ewigen Lebens aufstrahlen ließ, ging ja gerade seinen Weg als Mensch in dieser Welt. Nicht die überwältigende Nähe des Gottessohnes in der Verklärung blieb den Jüngern, sondern der alltägliche Umgang mit Jesus. Jesus rief seine Jünger - und damit auch uns - nicht auf, die Welt zu fliehen, sondern er sandte die Jünger, er sendet uns in die Welt, das Evangelium zu verkünden und im Geist des Evangeliums die Welt zu gestalten.

Es gilt, ihn, den Außerordentlichen, im Gewöhnlichen zu entdecken und im Gewöhnlichen erfahrbar zu machen.
Der Herr will uns immer wieder als der Verklärte aufleuchten in der täglichen, sonntäglichen Liturgie, im unscheinbaren Zeugnis so vieler Menschen, die sich bemühen, ihren Alltag unter Gottes Anruf zu stellen.
Der Herr will immer wieder den anderen als der Verklärte aufleuchten durch uns, durch unser Zeugnis. Das strahlend weiße Taufgewand, sollte in der frühen Kirche daran erinnern. Auch heute noch ist das Taufkleid eine Erinnerung daran, wozu wir auf Erden berufen sind und was uns im Himmel verheißen ist.

In der Verklärung zeigt sich: Jesus ist mehr, ist größer als ein Mensch. Er ist Gottes Sohn. Aber er geht den Weg des Menschen. Und er ruft uns auf, im Vertrauen auf ihn, ebenfalls diesen alltäglichen Weg zu gehen, diesen Weg, an dessen Ende die große Verheißung steht: Das ewige Leben bei ihm.

3. Predigtvorschlag

Das Geheimnis des Glaubens: die Verwandlung

Berge sind heute leicht zu erobern. Man nimmt einen Lift oder eine Seilbahn, und schon ist man oben und genießt die Aussicht. Aber wenn man das so tut, wenn man es sich zu leicht macht, vergibt man sich eine wertvolle Erfahrung: die Erfahrung, daß die Mühe und die Zeit des Aufstiegs auch dazugehören.
Vor einigen Jahren wollte ich in gebirgiger Gegend einige Wanderungen unternehmen. Und so wählte ich mir für den ersten Tag eine leichte Strecke, von der ich glaubte, sie gut schaffen zu können. Und in der Tat: viel eher als geplant war ich am Ziel. Das ist die Gelegenheit, dachte ich, es noch ein bißchen höher zu probieren. Nicht viel später, und ich konnte eine wunderbare Aussicht in die Täler hinein genießen. Es war alles gar nicht so anstrengend gewesen.
Nun ging es wieder heimwärts. Und wer denkt, bergab geht es leichter als bergauf, der kann sich ganz schön täuschen. Mit dem Fahrrad mag das stimmen, aber zu Fuß ... Über Geröll und schlechte Wege ging es steil nach unten, und mit der Zeit geht das wirklich in die Knochen und in die Muskeln. Nicht nur bergauf, sondern vor allem auch bergab ist es mühevoll und anstrengend. Am Ende ist man froh, es bis unten geschafft zu haben.

An dieses Erlebnis mußte ich denken, als ich den Bericht der Evangelisten vom Aufstieg auf den Berg der Verklärung betrachtete. Auch da ist von einem Aufstieg auf einen Berg die Rede. Jesus nimmt Petrus, Jakobus und Johannes dahin mit. Und als sie oben sind, geschieht das Wunderbare. Nicht die Aussicht auf ein Tal ist das, was sie glücklich macht, sondern eine andere Aussicht: die Aussicht auf den verklärten Christus, der sie für einen Augenblick seine Herrlichkeit schauen läßt, die Herrlichkeit, aus der Er, der Sohn Gottes, kommt, und in die Er, der Gekreuzigte und Auferstandene, eingehen wird. - Diese wunderbare Aussicht wird den drei Aposteln für einen Moment geschenkt. Aber sie sind noch nicht imstande, das Geschehen zu begreifen. Es heißt, daß sie zuerst einmal eingeschlafen sind. Dieses Einschlafen wird sich an anderer Stelle wiederholen. Als Jesus auf dem Ölberg wacht und betet, findet er die Jünger, die er mitgenommen hat, eingeschlafen (vgl. Lk 22,45). Auch hier sind die Jünger nicht in der Lage, zu verstehen, was wirklich vor sich geht. Auch hier geschieht vor ihren Augen etwas mit Jesus, was ihnen unbekannt ist, was ihnen Angst macht: auf Tabor die Verwandlung seiner Gestalt und Moses und Elias als Repräsentanten des Alten Bundes, und im Ölgarten die Verhaftung Jesu und sein Leidensweg.

Was das alles soll, begreifen die Jünger überhaupt noch nicht. Aber wie ist es mit uns? Können wir es begreifen? Können wir in Worte fassen, was da mit Jesus geschieht? Können wir aus eigener Erfahrung beschreiben, was da vor sich geht? – Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen: Nein, wir können es nicht. Unsere Erfahrung reicht dazu nicht aus. Und wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir auch noch sagen: Unser Glaube ist zu schwach dazu. Er ist noch zu ungenügend, die ganze Wahrheit zu begreifen und darauf zu antworten.

Den Jüngern ging es nicht viel anders. Auch sie hatten ihre Schwierigkeiten und Mängel. Ich glaube nicht, daß Lukas, der Evangelist, an dieser Stelle nur von den drei Jüngern spricht. Er spricht an dieser Stelle auch von uns. Wir sind die Jünger, die da mit Jesus den Berg hochgestiegen sind. Wir sind diejenigen, die bei ihm sein dürfen, die ihn hören, die erfahren, was über ihn gesagt wird. Und wir sind zugleich diejenigen, die das alles noch nicht recht verstehen können.

Wir müssen darum wie die Jünger damals zwei Dinge tun. Wir müssen zuerst wie die Jünger in die Wolke hineingehen. Davon spricht ja das Evangelium: Eine Wolke kam und nahm sie in sich hinein. – Die Wolke ist zugleich ein Bild für Gottes Gegenwart und Verborgenheit. Gott ist da. Aber er läßt sich nicht mit menschlichen Erfahrungen erfassen. Er entzieht sich in dem Moment, da der Mensch glaubt, sein Geheimnis erkannt zu haben. Dafür steht die Wolke und ihr dunkler Schatten: daß Gott uns zutraut, durch das Dunkel seines Geheimnisses hindurchzugehen. Nur dann können wir zu dem kommen, was dahinterliegt. Dafür steht die Wolke.

Und ein zweites muß getan werden: der Abstieg. Das heißt: Jesus folgen nach Jerusalem. In die Stadt, wo er verworfen wird, wo er leidet und stirbt. Auch das ist ein Schritt in das Geheimnis der Erlösung, und auch das ist ein Weg, der mit großen Mühen und auch Schmerzen verbunden ist, ähnlich wie der Abstieg von einem steilen Berg auf schlechten Pfaden. Aber dieser Weg muß gegangen werden. Denn es ist der Weg, den der Herr selbst gewählt hat. Und dieser Weg ist es, der zur zweiten, zur eigentlichen Verwandlung führt: zur Verwandlung des Todes in die Auferstehung und das ewige Leben. – Genau diese Verwandlung feiern und bekennen wir in jeder Heiligen Messe, wenn Brot und Wein in den Auferstehungsleib und in das Bundesblut Christi verwandelt werden. Diese Verwandlung ist nicht billig zu haben. Sie ist nur zu haben um den Preis der Nachfolge Christi, der sein Leben hingibt für uns Menschen. Dafür laßt uns ihm heute, am heutigen zweiten Fastensonntag, besonders danken.

Fürbitten

Herr, Du rufst uns in diesen Tagen auf zur Umkehr und zur Buße. Dich bitten wir:

  • Öffne uns die Augen für unsere eigene Schuld uns zeige uns Weg zurück zu Dir.

  • Stärke unsere Gemeinschaft. Heile die Kranken, behüte die Starken, führe zurück, die abseits stehen und richte die Verzweifelten auf.

  • Führe uns und alle Menschen in Dein Reich der Liebe und gib, dass wir Deine Nähe nie verlieren.

  • Mach allen Feindschaften und Kriegen ein Ende und zeige den Völkern den wahren Frieden.

  • Du bist als Erster von den Toten auferstanden. Nimm die Verstorbenen auf in die Herrlichkeit des ewigen Lebens. Wir feiern diesen Gottesdienst....

Herr, Du bist unser Leben, unser Anfang, unser Ende. Erhöre gnädig unsere Bitten, denn Dein ist die Zeit und die Ewigkeit. Amen.