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Predigtvorschläge - 25. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr B)
1. Predigtvorschlag

von Pfr. Dr. Axel Schmidt (erstellt: 2006)

Liebe Gemeinde!

Schon am letzten Sonntag haben wir eine Leidensweissagung Jesu gehört; heute hörten wir die zweite, und es folgt noch eine dritte, die uns in einigen Sonntagen vorgelesen wird. Welch eine Tragik! Der Menschensohn, der in diese Welt gekommen ist, um alle Menschen „von ihren Krankheiten und Leiden zu heilen“ (Mt 9,35), wird den Menschen ausgeliefert und von ihnen zu Tode gebracht. Ich erinnere mich, wie ich als Kind gefragt habe, was das für böse Menschen gewesen sind, die Jesus so grausam gequält und getötet haben. Und meine Mutter antwortete: Das waren nicht nur einige wenige, das waren alle Menschen – auch die heute Leben den. – Natürlich habe ich das nicht wirklich verstanden, aber ich habe es mir gemerkt. Die Frage, das mich damals beschäftigt hat und die immer wieder aufsteigt, ist die, wa rum sich der Zorn der Ungerechten ausgerechnet gegen den Unschuldigen richtet, ge gen den, der nichts Böses, sondern nur Gutes getan hat. Die heutige Lesung läßt uns ein wenig verstehen, worin das Motiv liegt: Der Gerechte ist dem Ungerechten ein „lebendiger Vorwurf, … denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden.“ (Weish 2,14-15) Die Lebensweise des Gerechten ent larvt das Unrecht der Bösen, die ihr falsches Tun gern unter dem Mantel der Gerech tigkeit zu verbergen trachten. Dies gilt im kleinen wie im großen Stil. Denn keiner möchte als schlecht angesehen werden, und jeder reagiert allergisch auf Tadel an seiner Lebensführung. Nun könnte man einwenden: Gut, angenommen, das ist wirklich so. Aber damit ist noch nicht die Gewalttätigkeit erklärt, die sich gegen den Gerechten entlädt. Warum greifen die Ungerechten zu derart grausamen Mitteln, um ihren vermeintlichen An kläger zum Schweigen zu bringen? – Dazu ist zu sagen, daß es zur Gewalttätigkeit si cher nur unter bestimmten Umständen kommt, z.B. wenn sich ein Haufen von Menschen zusammengerottet hat, die durch eine besondere Wut enthemmt sind. Das kann freilich sehr schnell passieren, wenn überhaupt eine Feindschaft empfunden wird und die Bereitschaft da ist, dem lästigen Feind zu „zeigen, was eine Harke ist“. Die Men schenkenner aller Zeiten haben gewußt, daß in jedem Menschen ein gewisses Gewalt potential vorhanden ist und daß fast alle mit dem Strudel der Gewalttätigkeit mitgeris sen werden, wenn sie in seine Nähe geraten. Darum wäre es töricht, zu denken: „Ich bin doch so friedliebend, mir kann so etwas nicht passieren. Ich könnte nicht einmal einer Fliege was zuleide tun.“ – Nein, ich fürchte, unter Umständen ist jeder von uns zu den schlimmsten Entgleisungen fähig. Darum kommt es entscheidend darauf an, daß wir aus unserem Herzen alle Feind schaft verbannen. Denn sie ist der Ansatzpunkt für jede Art von Aggression gegen den anderen. Wer im eigenen Herzen Feindschaft zuläßt, der gehört bereits zu den Un gerechten im Sinne des Buches der Weisheit und damit zu denen, die potentiell den Unschuldigen und Wehrlosen unterdrücken. Jesus hat den Zorn der Ungerechten auf sich geladen, und er wußte, daß der Tag kommt, an dem sich dieser Zorn in Form von höchster Gewalt entladen würde. Dar über hat er mit seinen Jüngern gesprochen, aber sie verstanden ihn nicht, ja, wollten ihn nicht verstehen. Sie wollten lieber „Friede, Freude, Eierkuchen“ mit Jesus, wollten mit Kompromissen leben – so wie wir alle –, wollten vor allem ihre menschlichen Ei telkeiten pflegen, indem sie permanent darüber nachdachten und stritten, wer von ih nen der Größte sei. – Wir müssen da ganz still sein, denn auch wir ergehen uns oft und oft in solchen kleingeistigen Vergleichen und finden da auch nichts weiter dran auszu setzen. Aber die Frage Jesu macht die Jünger doch betroffen: „Worüber habt ihr unterwegs ge sprochen?“ Jesus setzt sich, um ihnen etwas mitzuteilen, was höchst wichtig ist für ihre Jüngerschaft: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ (Mk 9,35) Vor zwei Wochen habe ich schon näher ausgeführt, daß es die dienende Lie be ist, die Jesus seinen Jüngern und damit uns allen hier einschärft. Sie muß das Mar kenzeichen der Kirche sein. Um diese Lehre zu unterstreichen, stellt Jesus ein Kind in die Mitte und nimmt es in die Arme. Kaum ein Mensch kann sich dieser Symbolik verschließen, denn ein kleines Kind erweckt in uns den Impuls, es zu beschützen und zu umsorgen. Jesus sagt: Jeder Mensch soll in uns diesen Impuls erwecken, wir sollen jeden Menschen annehmen, respektieren und in unsere Fürsorge aufnehmen. Das wäre das Gegenteil von der Feindschaft, die leider unsere Welt bestimmt und das Leben so unerträglich macht. Wir können und dürfen nicht warten, bis andere damit anfangen, diese Lehre Jesu um zusetzen. Es haben im übrigen schon viele damit angefangen, aber wir haben es noch gar nicht wahrgenommen, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt waren, mit unse rer Eitelkeit, und weil wir dem anderen so gern Böses unterstellen, wodurch doch nur unser eigenes böses Denken zum Ausdruck kommt. Wir müssen selbst anfangen, unser Herz von Aversionen zu befreien und es mit Liebe anzufüllen.

2. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder!

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?"
Diese Frage aus dem Jakobusbrief ist eine brennende Frage. Eine Frage die sich viele Menschen stellen.

Und wie das so ist, wenn eine Frage viele Menschen interessiert, wird sie wissenschaftlich angegangen.
Und so gibt es viele Gelehrte, die sich in soziologischen Studiengängen oder an eigens eingerichteten Friedensforschungsinstituten mit dieser Frage beschäftigen:
"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?"

Und die Wissenschaftler kommen durch breitangelegte Untersuchungen zu Ergebnissen. Sie legen offen, welche gesellschaftlichen, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Gründe es gibt für Krieg und Gewalt.

Und die Wissenschaftler legen Problemlösungsvorschläge vor, was man gesellschaftlich, politisch, militärisch und wirtschaftlich gegen die erkannten Gründe für Krieg und Gewalt tun kann.

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?"
Die Wissenschaftler und Gelehrten der Friedensforschungsinstitute, sie tragen sicherlich viel zur Beantwortung dieser Frage bei.

Nur glaube ich, daß sie zu kurz greifen. Sie untersuchen die Strukturen menschlichen Zusammenlebens und stellen einige Strukturen infrage.
Mit Recht.

Nur, ich bin fest davon überzeugt, daß Krieg, Gewalt und Streitigkeiten sich nicht im Tiefsten aus falschen Strukturen allein herleiten lassen.

Ich glaube vielmehr, daß Krieg, Gewalt und Streitigkeiten ihren tiefsten Grund im einzelnen Menschen selber haben, in seinem Inneren.

Wirklichen Frieden erhalten wir nicht dadurch, daß wir gesellschaftliche Strukturen ändern. Das zum Teil auch.

Wirklichen Frieden erhalten wir dadurch, daß wir die Menschen in diesen Strukturen ändern.
Die gesellschaftlichen Strukturen sind ja nicht aus dem Nichts entstiegen. Nein, diese Strukturen sind ja von Menschen erdacht, von Menschen ausgeführt, von Menschen mit Leben gefüllt.

Anders, persönlicher ausgedrückt: Ich muß mich ändern, nicht die Struktur!

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?",
fragt der Verfasser des Jakobusbriefes.
Und er gibt auch die Antwort:
"Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern."

Liebe Schwestern und Brüder!
Und in unserem Inneren rumort es ja manchmal wirklich, tobt es ja manchmal regelrecht.
"Wieso hat der das und ich nicht?"
"Was die kann, kann ich auch. Und besser!"
"Wenn ich den Posten bekäme, dann hätte ich es ihm aber gezeigt..."

Und wir sind damit in guter Gesellschaft. Die Apostel im Evangelium gerade waren auch wie wir, ganz Mensch:
Jesus fragte sie: "Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?"
Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.

Daß wir solche Gedanken haben, gehört zu uns Menschen. Nur wie wir mit diesen Gedanken, mit diesem Kampf der Leidenschaften in unserem Innern umgehen, das ist die Frage.

Wenn wir Menschen nach Größe und Macht streben, dann geht das nie ohne Konflikte, Streitereien, Intrigen u.s.w. ab. Wenn wir nur unsere eigenen Interessen durchsetzen wollen, dann endet das fast zwangsläufig in einem Hauen und Stechen. Das erleben wir tagtäglich, ob Zuhause, im Betrieb, in der Politik, in der Kirche...

Das ist die Folge einer menschlich-allzu menschlichen Ordnung, in der es nur um mich geht und um meine Anliegen, um mein Prestige ...

Jesus im Evangelium stellt uns einen anderen Weg vor, den Weg den er selbst gegangen ist.
"Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein."

Er selbst hat sich erniedrigt. Er, der Sohn Gottes, der Sohn des Höchsten hat sich klein gemacht: Als kleines Kind in der Krippe, als Verbrecher am Kreuz.
Er hat sich selbst zurückgenommen, damit die Botschaft seines Vaters verkündet wird. Er selbst hat sich zurückgenommen, damit er für uns das Heil erwirken konnte.

"Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein."
Für uns kann das heißen: Nimm Dich nicht so wichtig, nimm Dich zurück. Du und Deine Wünsche sind nicht alles auf dieser Welt.
Schau nach, ob Dein Wollen mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ob Dein Wollen den anderen dient.
Überprüfe Dich, ob Du wirklich für diese Aufgabe unentbehrlich bist, ob Du nur Deine Ehre suchst, oder auch das Wohl der anderen.

"Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein."
Es geht nicht darum, daß wir Christen uns aus der Verantwortung stehlen. Es geht darum, daß wir Christen unsere Verantwortung vor Gott und den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es geht darum, daß wir Christen nicht an uns selber kleben, an unseren Wünschen, Plänen krampfhaft festhalten.

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?"
Sie kommen aus unserem Inneren, aus unseren egoistischen Festhalten unserer Ansprüche.
Wenn wir Frieden haben wollen, richtigen Frieden, dann dürfen wir nicht dabei stehen bleiben, unsere Umwelt zu beschuldigen, an den Strukturen herumzudoktern.

Wenn wir Frieden haben wollen, richtigen Frieden, dann müssen wir bei uns anfangen, uns zurücknehmen, wenn es sein muß, indem wir uns an Gott und am Wohl der anderen ausrichten.
Denn, wie steht es im Jakobusbrief:
"Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art. Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam.

Also noch mal: "Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?" "Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern."

3. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder, "Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?" Diese Frage aus dem Jakobusbrief ist eine brennende Frage. Eine Frage die sich viele Menschen stellen.

Und wie das so ist, wenn eine Frage viele Menschen interessiert, wird sie wissenschaftlich angegangen. Und so gibt es viele Gelehrte, die sich in soziologischen Studiengängen oder an eigens eingerichteten Friedensforschungsinstituten mit dieser Frage beschäftigen:

Und die Wissenschaftler kommen durch breitangelegte Untersuchungen zu Ergebnissen. Sie legen offen, welche gesellschaftlichen, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Gründe es gibt für Krieg und Gewalt.

Und die Wissenschaftler legen Problemlösungsvorschläge vor, was man gesellschaftlich, politisch, militärisch und wirtschaftlich gegen die erkannten Gründe für Krieg und Gewalt tun kann. Die Wissenschaftler und Gelehrten der Friedensforschungsinstitute, sie tragen sicherlich viel zur Beantwortung dieser Frage bei.

Nur glaube ich, dass sie zu kurz greifen. Sie untersuchen die Strukturen menschlichen Zusammenlebens und stellen einige Strukturen in Frage. Mit Recht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Krieg, Gewalt und Streitigkeiten sich nicht im Tiefsten aus falschen Strukturen allein herleiten lassen. Ich glaube vielmehr, dass Krieg, Gewalt und Streitigkeiten ihren tiefsten Grund im einzelnen Menschen selber haben, in seinem Inneren.

Wirklichen Frieden erhalten wir nicht dadurch, dass wir gesellschaftliche Strukturen ändern. Das zum Teil auch.
Wirklichen Frieden erhalten wir dadurch, dass wir die Menschen in diesen Strukturen ändern. Die gesellschaftlichen Strukturen sind ja nicht aus dem Nichts entstiegen. Nein, diese Strukturen sind ja von Menschen erdacht, von Menschen ausgeführt, von Menschen mit Leben gefüllt.
Anders, persönlicher ausgedrückt: Ich muss mich ändern, nicht die Struktur!

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?", fragt der Verfasser des Jakobusbriefes. Und er gibt auch die Antwort: "Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern."

Liebe Schwestern und Brüder! Und in unserem Inneren rumort es ja manchmal wirklich, tobt es ja manchmal regelrecht. "Wieso hat der das und ich nicht?" - "Was die kann, kann ich auch. Und besser!" - "Wenn ich den Posten bekäme, dann hätte ich es ihm aber gezeigt..."

Und wir sind damit in guter Gesellschaft. Die Apostel im Evangelium gerade waren auch wie wir, ganz Mensch: Jesus fragte sie: "Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?" - Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei."

Dass wir solche Gedanken haben, gehört zu uns Menschen. Nur wie wir mit diesen Gedanken, mit diesem Kampf der Leidenschaften in unserem Innern umgehen, das ist die Frage.
Wenn wir Menschen nach Größe und Macht streben, dann geht das nie ohne Konflikte, Streitereien, Intrigen usw. ab. Wenn wir nur unsere eigenen Interessen durchsetzen wollen, dann endet das fast zwangsläufig in einem Hauen und Stechen. Das erleben wir tagtäglich, ob Zuhause, im Betrieb, in der Politik, in der Kirche...
Das ist die Folge einer menschlich-allzu menschlichen Ordnung, in der es nur um mich geht und um meine Anliegen, um mein Prestige ...

Jesus im Evangelium stellt uns einen anderen Weg vor, den Weg den er selbst gegangen ist.
"Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein."

Er selbst hat sich erniedrigt. Er, der Sohn Gottes, der Sohn des Höchsten hat sich klein gemacht: Als kleines Kind in der Krippe, als Verbrecher am Kreuz. Er hat sich selbst zurückgenommen, damit die Botschaft seines Vaters verkündet wird. Er selbst hat sich zurückgenommen, damit er für uns das Heil erwirken konnte.

Für uns kann das heißen: Nimm Dich nicht so wichtig, nimm Dich zurück. Du und Deine Wünsche sind nicht alles auf dieser Welt. Schau nach, ob Dein Wollen mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ob Dein Wollen den anderen dient. Überprüfe Dich, ob Du wirklich für diese Aufgabe unentbehrlich bist, ob Du nur Deine Ehre suchst, oder auch das Wohl der anderen.

Es geht nicht darum, dass wir Christen uns aus der Verantwortung stehlen. Es geht darum, dass wir Christen unsere Verantwortung vor Gott und den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es geht darum, dass wir Christen nicht an uns selber kleben, an unseren Wünschen, Plänen krampfhaft festhalten.

"Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?"
Sie kommen aus unserem Inneren, aus unseren egoistischen Festhalten unserer Ansprüche.
Wenn wir Frieden haben wollen, richtigen Frieden, dann dürfen wir nicht dabei stehen bleiben, unsere Umwelt zu beschuldigen, an den Strukturen herumzudoktern.

Wenn wir Frieden haben wollen, richtigen Frieden, dann müssen wir bei uns anfangen, uns zurücknehmen, wenn es sein muss, indem wir uns an Gott und am Wohl der anderen ausrichten.

Denn, wie steht es im Jakobusbrief:
"Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art. Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam."

Amen.

4. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus hat in seiner Belehrung der Zwölf, von der wir im Evangelium gehört haben, die Karriereleiter in der Kirche umgekehrt: Während die Apostel von Macht und Amt, von Ehre und Ansehen gesprochen haben, betont Jesus: Wer der Erste sein will, soll der Letzte und der Diener aller sein. Das Wesen der Kirche ist das Dienen, nicht deshalb, weil wir damit unser Gewissen beruhigen können, sondern deshalb, weil im Dienen die Erfüllung des Menschseins liegt.

Das ist einfach zu verstehen, aber nicht immer einfach zu leben: Wer nimmt schon gerne sein Kreuz auf sich, wer möchte schon gerne - wie Jesus - von allen verspottet und verachtet werden? Wer es aber einmal versucht hat, kann verstehen: Darin liegt nicht das Unglück, sondern das Glück unseres Glaubens.

Fernsehen, Werbung und der Zeitgeist dagegen erzählen uns, dass wir nur glücklich werden können, wenn wir gut aussehen, jung bleiben, erfolgreich sind, Geld haben und Mundgeruch vermeiden. Ob sich die Apostel nun über ihre Ämter oder aber wir über Lottoglück und Schminke, Autos oder Handys unterhalten: Die Antwort Jesu bleibt die Gleiche: «Er stellte ein Kind in ihre Mitte und nahm es in die Arme. ( - ) Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.» Und wer Jesus hat, der hat alles Glück dieser Welt.

Das mag für eine Predigt relativ wenig sein, aber das ist tatsächlich das Geheimnis unseres Glaubens, mehr nicht: Wer leben will, der fange an zu dienen. Viel Freude dabei. Amen.

Fürbitten

Gott, Vater und Herr dieser Welt, Du hast uns nicht ins Leben gerufen, damit wir achtlos aneinander vorüber gehen. Du hast uns für einander und für Dich geschaffen. Darum bitten wir:

  • Lehre uns, Diener der Menschen zu werden; und gib uns die Gnade, uns am Dienst zu freuen.

  • Zeige uns, wo wir am meisten gebraucht werden; ermutige Menschen, uns um Hilfe zu bitten.

  • Gib uns genügend Selbstvertrauen, auch unsere eigenen Grenzen zu sehen; lass uns erkennen, dass es ein Zeichen von Liebe ist, andere um ihre Hilfe zu bitten.

  • Überwinde selbstgemachte Grenzen und Mauern zwischen den Menschen; lass uns untereinander verbunden sein, indem jeder jedem dient.

  • Belohne alle Menschen, die ihren Dienst hier auf Erden beendet haben und die zu Dir heimgekehrt sind; lass ihre Freude nun vollkommen sein. (Wir feiern diesen Gottesdienst...)

Herr, sei Du unsere Freude und unser Vorbild, unsere Kraft und unser Ziel, jetzt, und in Ewigkeit. Amen.