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Predigten zum Rosenkranz
1. Predigtvorschlag

von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 23.02.97

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Gebet – wir wissen, wie wichtig es ist, um als Christ, ja als Mensch leben zu können.

Das Gebet hilft uns, im Kontakt mit Gott zu bleiben, der der Herr unseres Lebens ist. Ohne ihn könnten wir nichts, wären wir nichts.

Das Gebet hilft uns auch, wachsam zu bleiben und so auf den Herrn zu warten bis er kommt. Wer nicht betet, der pennt sozusagen ein, der verpasst die Wiederkunft Christi oder er ist ihr nicht gewachsen.

Von der Bedeutung des Gebetes als Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi spricht auch die Botschaft vom 13. Oktober 1990 aus dem Blauen Buch (S. 978). Dort steht:

„Bereitet Euch mit Demut, mit Glauben und intensivem Gebet darauf vor.“

Gebet aber will gelernt sein.
Schon die Jünger Jesu waren wissbegierig, selbst die Jünger haben Jesus aufgefordert: „Herr, lehre uns beten.“
Und Jesus schenkt ihnen und uns das wertvollste aller Gebete, das Vaterunser. Kein Gebet hat eine größere Würde wie das Herrengebet. Wenn wir es beten ahmen wir unseren Herrn nach, wird unser Gebet seinem Gebet gleichförmig, werden wir selber ihm ähnlich.

Aber das Vaterunser ist nicht die einzige Gebetsform, die uns Christus nahe bringt. Die Schatztruhe der Kirche hält viele Gebete für das Heil der Seelen bereit.

Eine weitere kostbare Perle aus diesem Schatz möchte ich herausgreifen: Das Gebet des Rosenkranzes, das wir in diesem Monat besonders pflegen wollen:

Wer den Rosenkranz in Händen hält, der hält – wenn man so will – den katholischen Glauben in Händen.

Zum einen kennt der Beter die drei wichtigsten Grundgebete auf jeden Fall: Vaterunser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre sei dem Vater.
So ist der Rosenkranz ein guter Merkzettel für elementare Gebete.

Am Beginn des Rosenkranzes steht das Kreuz und damit das Apostolische Glaubensbekenntnis.
Der Inhalt unseres Glaubens bildet den Anfang dieses Gebetes. Wir vergewissern uns sozusagen am Anfang all dessen, woran wir glauben und werden uns bewusst über die großen Geschenke Gottes an uns: die Schöpfung, die Menschwerdung, die Erlösung, die Vergebung der Sünden, die Kirche, das ewige Leben...

Mit diesem Glauben am Anfang so reich beschenkt wollen wir Gott unsere Dankbarkeit erweisen, indem wir ein Leben nach seinem Willen führen. Und so ist es fast zwangsläufig, das wir anhand der ersten drei Perlen die göttliche Tugenden betrachten: Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese Tugenden sind der Quell aus dem die menschlichen Tugenden hervorbrechen: Reinheit, Tapferkeit, Wahrhaftigkeit, Ordnung, Freude, Maß usw.

Ein tugendhaftes Leben zu führen, das heißt menschlich richtig zu sein und Gott mit dem eigenen Leben zu danken.

Aber wir wissen auch, wie schwierig ein solches Leben zu führen ist, in einer Welt und einer Zeit wie der unsrigen. Wie schwer es fällt angesichts unserer menschlich Schwächen und Sünden.

Und gerade da hilft uns das Betrachten der Geheimnisse Jesu.
In den freudenreichen, schmerzenreichen und glorreichen Geheimnissen lernen wir Jesus kennen, der wie wir Mensch war und auch mit der Versuchung kämpfen musste und siegte. Und wir sehen Jesus, den Sohn Gottes, der in seiner Verherrlichung uns einen Vorgeschmack auf unsere Erlösung schenkt, für die es sich zu leben lohnt.

Wir betrachten das ganze Leben Jesu sozusagen in enger Begleitung Mariens. Wenn wir schwach werden auf unserem Weg, Jesus nachzufolgen, dann springt sie für uns ein mit ihrem fürbittenden Gebet.

Der Rosenkranz Er erinnert uns an unseren Glauben.
Er ermuntert zu einem tugendreichen Leben.
Er hilft uns Christi Leben zu betrachten, um ihm nachzufolgen.

Der Rosenkranz – mit ihm halten wir den ganzen Glauben in den Händen. Wer den Rosenkranz andächtig betet, der erfährt eine große Hilfe und einen reichen Trost für sein Leben als Christ.
Der Rosenkranz, gut gebetet, hält unseren Glauben wach und macht uns bereit, Christus entgegenzugehen, wenn er kommt.