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Praktische Hinweise zu den Fantasy-Rollenspielen

Der folgende Text stammt aus dem erfolgreichen, aber schon seit langem vergriffenen Buch "Die Versöhnung der Prinzen". Vermutlich wurden in diesem Buch die Computer-Rollenspiele zum ersten Mal in die Wirklichkeit übertragen; wir hätten demnach also die Ur-Fantasy-Rollenspiele vorliegen. Deshalb dürften auch die Praktischen Hinweise aus diesem Buch hier nicht fehlen.

Für die Erlaubnis, die Spielanleitungen inclusive der Kopiervorlagen hier zu veröffentlichen, danken wir besonders dem Autor Axel Schmidt und der Illustratorin Kasia Sander. Die hier veröffentlichten Rollenspiele dürfen gerne zu Spielzwecken ausgedruckt und weiterverarbeitet werden; eine Veröffentlichung an anderen Orten (im Internet oder auf Druckmedien etc.) ist allerdings nicht erlaubt.

Vor der Aufführung ist es wahrscheinlich sinnvoll, einen Blick in die Entstehunggeschichte der Ur-Rollenspiele zu werfen:

Grundsätzliches zur Aufführung eines Fantasy-Rollenspiele

Zum besseren Verständnis der Fantasy-Spiele auf dieser Site - eine Erläuterung

Die Spiele auf unserer Homepage sind durchaus voneinander verschieden, ihre Beschreibung folgt aber immer demselben Schema, das im folgenden erläutert wird: Jeder Spielbeschreibung wird eine Liste aller für das Spiel erforderlichen Materialien, Requisiten und Kostümierungen vorangestellt. Wird nur pauschal auf die Notwendigkeit - sagen wir eines Elfengewandes - hingewiesen, so ist es an Ihnen, hierzu konkrete Vorstellungen zu entwickeln und über das erforderlichen Material nachzudenken. Dort, wo die Spielanleitung detaillierte Verkleidungstips gibt, sind die benötigten Einzelteile und Werkzeuge bereits in der Materialliste verzeichnet. Es ist sinnvoll, die Requisiten - wenn es ihre Größe zuläßt - vorher in Kartons oder Kisten zu sortieren, die mit dem Namen der jeweiligen Station/Rolle beschriftet sind.

Im Anschluß finden Sie Angaben zum Alter und zur Anzahl der SpielerInnen sowie zur Höchstzahl der mitspielenden Gruppen. Des weiteren wird die Anzahl der benötigten DarstellerInnen, die im Spiel eine Rolle übernehmen, mitgeteilt, und es werden Hinweise zum benötigten Spielgelände und zur ungefähren Spieldauer gegeben.

Die Rahmenhandlung in Comicform steht auf einem gesonderten, kopierfähigen Blatt, dient zur Einstimmung der SpielerInnen und DarstellerInnen und benennt das Problem, das im folgenden zu lösen ist. Diese Kopiervorlage erläutert auch die Spielregeln und gibt einige hilfreiche Tips. Dieses Blatt erhält jede Gruppe zusammen mit Papier und Stiften zum Aufschreiben von wichtigen, während des Spiels gesammelten Informationen. Den SpielerInnen sollte die Rahmengeschichte aber zu Beginn unbedingt erzählt und die für das Spiel unerläßlichen Zusatzinformationen sollten mitgeteilt werden. Das Blatt sollte nur als Erinnerungshilfe mitgegeben werden.

Als nächstes folgen zwei einander ergänzende Übersichten über die einzelnen Schritte der Problemlösung und deren logischen Zusammenhang. Diese sind gedacht zur Orientierung der Spielleitung und der DarstellerInnen, deren Rolle im Gesamtzusammenhang für sie ja nicht unmittelbar einsichtig ist. Die erste Übersicht ist lösungsorientiert: Sie zeigt den hierarchischen Aufbau der Lösungsschritte und verdeutlicht die einzelnen Lösungsstränge mit all ihren Verästelungen. Da sich der Aufbau der einzelnen Spiele nur von der Auflösung am Ende her erfassen läßt, geht der Überblick auch vom letzten Lösungsschritt aus und beschreibt - quasi als Rückblende - die jeweils vorangegangenen Lösungsschritte.

Bei der zweiten Übersicht stehen die einzelnen darzustellenden Rollen im Vordergrund; in ihr werden die Verflechtungen und wechselseitigen Abhängigkeiten der einzelnen Rollen deutlich gemacht, wobei die beschrifteten Pfeile zwischen den Stationen/DarstellerInnen notwendige Lösungsschritte symbolisieren. Die Start-Positionen sind hervorgehoben. Letztere Graphik gibt insbesondere der Spielleitung, die sich bereits in die Einzelheiten des Spiels eingearbeitet hat, eine äußerst hilfreiche Übersicht; sie ist ferner sehr nützlich zur Erstellung eines Ortsplans sowie bei möglicherweise erwünschten Abänderungen des Spiels. Selbstverständlich sind diese Graphiken streng geheim für alle SpielerInnen!

Anschließend werden die Rollen der DarstellerInnen beschrieben. Dazu gehören detaillierte Angaben, wie diese sich in jeder Situation zu verhalten haben. Bei diesen Rollenbeschreibungen sind verschiedenste Fälle berücksichtigt. Deshalb dürfte es allen DarstellerInnen möglich sein, die Rolle zu spielen, selbst wenn sie keine genaue Kenntnis vom Zusammenhang mit den anderen Rollen haben. Dennoch wird es ratsam sein, alle DarstellerInnen über den logischen Gesamtzusammenhang zu informieren und sie so zu einem guten Rollenspiel und überhaupt zum Mitmachen zu motivieren. So können von vornherein unvorhergesehene Pannen ausgeschlossen werden. - Andererseits sind die Rollenanweisungen offen genug für individuelle Anpassungen; dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn die Spielinszenierung Änderungen notwendig macht. - Der jeweiligen Rollenbeschreibung folgt die Aufzählung notwendiger Requisiten zur Ausstaffierung der DarstellerInnen und zur Ausgestaltung der Stationen - teilweise mit ausführlichen Herstellungsanleitungen. Dazu gehören auch bestimmte Gegenstände, die an die Teams weiterzugeben sind - natürlich in der Zahl der mitspielenden Gruppen! Der Phantasie der DarstellerInnen sind keine Grenzen gesetzt! Sie sollten möglichst selbst die Requisiten besorgen. Dies entlastet die Spielleitung von teilweise umfangreichen Vorbereitungen und erhöht andererseits die Motivation der DarstellerInnen. - Zusätzlich zu den Requisiten werden die korrespondierenden Rollen angegeben, damit jede DarstellerIn erfährt, in welchem Zusammenhang die betreffende Rolle steht.

Die hier veröffentlichten Spielvorschläge sind möglicherweise nicht in allen Einzelheiten nachspielbar. Dies kann an örtlichen Gegebenheiten liegen, an der Zahl der verfügbaren DarstellerInnen, an der Rolle eines einzelnen Darstellers, an nicht vorhandenen Requisiten. Das schwierigste Problem besteht sicher darin, daß nicht genügend DarstellerInnen zur Verfügung stehen. Dieser Fall erfordert eine gänzliche Umarbeitung des Spiels, die unter Umständen fast einer Neuentwicklung gleichkommt. Varianten und Vereinfachungsmöglichkeiten finden sich jeweils am Ende jeder Spielanleitung. Weiterreichende Veränderungen sollte nur vornehmen, wer das Schlußkapitel dieses Buches gelesen hat, in dem die notwendigen Überlegungen zur Entwicklung neuer Fantasy-Abenteuer-Spiele behandelt werden.

Ein vergleichsweise einfaches Problem ist die Anpassung an örtliche Gegebenheiten. Gewiß ist es nicht nebensächlich, ob es einen See am Spielfeldrand gibt oder ob sich Muscheln finden lassen. (Die "Versöhnung der Prinzen" wurde auf der Insel Ameland uraufgeführt!) Bei solchen von der Geländebeschaffenheit bedingten Gegebenheiten dürfte aber eine einfache Änderung einer oder mehrerer Aufgaben und Rollenbeschreibungen genügen.

Ähnlich ist es, wenn ein Detail einer Rollenbeschreibung nicht spielbar ist. Sofern der logische Zusammenhang nicht gestört wird (dies ist allerdings genauestens zu prüfen!), kann jede Rolle beliebig geändert werden. So mag zum Beispiel aus einem Kranken, der eine Medizin braucht, ein Bettler werden, dem ein Almosen weiterhilft, oder ein Ortsunkundiger, der Orientierung sucht. Aber es ist bei solcher Abänderung der Rollen darauf zu achten, daß die Vernetzung mit anderen DarstellerInnen entsprechend beachtet wird und die Änderung in deren Rollenbeschreibung mit eingeht. Gänzlich unproblematisch ist natürlich die Änderung der Namen oder des Geschlechts der DarstellerInnen.

Zum Schluß werden noch einige nützliche Ergänzungen beigefügt: kopierfähige Bausteine für das Spiel wie Schriftstücke, Rezepturen, Briefe, Karten und dgl.