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Filme in der Jugendarbeit

Man muss nicht einen Spielfilm diskutieren, analysieren und sezieren, damit er wirkt. Gute Filme sind halt deshalb gut, weil sie ihre eigene Sprache sprechen und darüber (oft) mehr transportieren, als durch eine nachträgliche Analyse.

Aber welche Filme sind wirklich gut? Am besten, Du entscheidest selbst. Vielleicht kann Dir diese Seite unserer Homepage etwas behilflich sein: José García, anerkannter Filmkritiker mit einer eigenen Site ( www.textezumfilm.de) hat uns freundlicherweise erlaubt, einige seiner Besprechung hier zu veröffentlichen, die anderen stammen von Stefan Rottbeck, einem engagierten Jugendlichen.

Für "Kritik an unserer Kritik" oder sonstige Anregungen sind wir immer dankbar; schreib einfach an den webmaster.

Theologische Rezension: Life of Pi hier.

Empfehlungen 2013 hier.

Empfehlungen 2011 hier.

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Filmbewertung: Im Zeichen der Libelle

Wertung: 3.5 von max. 5 Sternen
Regie: Tom Shadyac
Darsteller: Kevin Costner, Susanna Thompson, Joe Morton, Ron Rifkin, Kathy Bates
Land, Jahr: USA / Germany 2002
Laufzeit: 104 Minuten
Genre: Thriller - Mystery
Publikum:
FSK: 0

Inhalt
When someone you love dies ... are they gone forever?

Das Arzt-Ehepaar Joe und Emily Darrow haben sich vorgenommen, ihr medizinisches Können in den Dienst am Menschen zu stellen. Der damit verbundene Idealismus gerät bei Joe allerdings in Wanken, als seine schwangere Frau während eines humanitären Einsatz in Kolumbien durch einen Busunfall ums Leben kommt.

Als Joe Darrow seinen Dienst vorübergehend quittiert, um sich der Patienten seiner verstorbenen Frau zu widmen - allesamt krebskranke Kinder - übermitteln diese ihm Botschaften von seiner Frau. In den Augenblicken, in denen sie klinisch tot waren, wollen die Kinder Emily gesehen oder gehört haben. Joe Darrow beginnt zu zweifeln - ist er ein Opfer seiner eigenen Sehnsucht?

Kritik

Nah-Tod-Erfahrungen dienen zwar in ihren Bildern (Tunnel, Licht, Sehen des eigenen Körpers) schon fast als ausgemachte Archetypen für filmische Umsetzung von Sterbeszenen. Nah-Tod-Erfahrungen selbst zu einem Thema der filmischen Handlung zu machen, ist dagegen selten. Tom Shadyac setzt diese Erfahrungen sensibel um, ohne sie zunächst selbst zu visualisieren. Erst im letzten Teil des Filmes überschreitet Shadyac diese Grenze: Er fügt nachträglich in die Schlusssequenz eine Nah-Tod-Erfahrung aus den Augen von Joe Darrow ein - und scheitert prompt am eigentlich vermeidbaren Kitsch.

Auch das Drehbuch von Brandon Camp und Mike Thompson beginnt in guten Ansätzen, das Thema dezent zu entwickeln. Die Nah-Tod-Erfahrungs-Berichten der Kinder auf der Onkologie sind nachvollziehbar und diskret; einige, noch als Fügung nachvollziehbaren Zusammenfällen (etwa der Internet-Bestellung oder der nächtlichen Aufregung durch den Papagei) ergänzen diese und können als Bild des inneren Zweifel verstanden werden. Aber offensichtlich verlangt der Script nach mehr: Noch weitere Grusel-Effekte werden hinzugefügt, die nicht mehr der inneren Logik entsprechen und unrealistisch werden - ab hier beginnt das Drehbuch seine Glaubwürdigkeit einzubüßen. Etwas weniger wäre deutlich mehr gewesen.

Wenn man allerdings von dem Fremdkörper der Unterwasser-Begegnung mit Emily Darrow absieht, kann der Film insgesamt als gelungen bezeichnet werden. Zumindest nähert er sich auf eine einfühlsame Art dem Thema an. Vor allem der guten Leistung der Darsteller (fein: Kathy Bates als Agnostikerin - aber auch Kevin Costner weiß der Konfusion Joe Darrows ein glaubwürdiges Gesicht zu verleihen) ist es zu verdanken, dass der Zuschauer die Grenzüberschreitungen immerhin versucht nachzuvollziehen.

Resumee

Insgesamt regt der Film sehr wohl zu einer Auseinandersetzung mit dem weiten der Feld der Nah-Tod-Forschung an. Viel wichtiger erscheint mir allerdings, dass die Tatsache eines Lebens nach dem Tode hier nicht behauptet wird - sondern dezent als selbstverständlich vorausgesetzt wird. In beiderlei Hinsicht ein lohnender Film mit einigen Schwächen.